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NEBIKON: Sie hilft, wenn das Pferd zum störrischen Esel wird

Tiere haben eine Psyche, und die kann kränkeln. Melanie Buchmeier bringt deren Geist und Körper wieder in Balance – Einblick in eine tierisch verrückte Welt.
Christian Hodel
Heilen mit alternativen Methoden: Die ausgebildete Tierkinesiologin Melanie Buchmeier behandelt Lamberto mittels einer Farbtherapie. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)

Heilen mit alternativen Methoden: Die ausgebildete Tierkinesiologin Melanie Buchmeier behandelt Lamberto mittels einer Farbtherapie. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)

Bello mag nicht mehr. Gebrechen plagen ihn: Verdauungsprobleme, Hautausschlag, Stress, Einsamkeit. Abhilfe schafft Melanie Buchmeier (34), diplomierte Tierkinesiologin und Tiertherapeutin. Sie kümmert sich um die körperlichen und seelischen Leiden von Hund, Katze, Hase und Co.

Bachblüten für Meister Lampe

Ein Sommertag in Nebikon: Melanie Buchmeier steht im Innenhof ihres alten Holzhauses und breitet einen Koffer mit gut einem Dutzend Klanggabeln aus. Jeder dieser Metallstäbe erzeugt einen anderen Ton, jeder steht für ein anderes Organ – Herz, Niere, Magen. Lamberto wird aus dem Stall geholt, ein stämmiger Freiberger. Melanie Buchmeier beginnt mit der Demonstration der Klangtherapie.

Die Tierkinesiologin bringt die Klangstäbe zum Schwingen und zeichnet vor der Stirn ihres Pferdes eine liegende Acht auf den Körper – das Zeichen für Unendlichkeit. Lamberto wird ganz still, als der Ton des Metallstabs erklingt. «Körper, Geist und Seele» wieder ins Gleichgewicht bringen, sei das Ziel, dieser Therapieform, sagt Melanie Buchmeier. Was einige als Humbug abtun, funktioniere – bei Mensch wie auch Tier.

Ihre Erfolgsquote sei hoch, sagt die Tiertherapeutin, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Ihre Methoden: einfach und natürlich. Neben Klang- macht sie auch Farbtherapien. Mit einer Taschenlampe projiziert sie verschiedene Farben auf eine bestimmte Körperstelle, die für das Organ steht, das nicht mehr im Gleichgewicht zu sein scheint. Die Stirn zum Beispiel sei das Tor zur Niere, sagt Melanie Buchmeier. Und dies stehe in der Kinesiologie stellvertretend für verschiedene Ängste. Eine bis vier Sitzungen à 60 Minuten brauche sie, um Körper und Geist von Katzen, Pferden und dergleichen in die Balance zu führen. Bachblüten und Schüsslersalze machen den Rest – und lenken die Verdauung von Meister Lampe wieder in die richtigen Bahnen.

Ein Pony mit Angst vor Männern

80 Franken kostet eine Stunde Kinesiologie bei Melanie Buchmeier. Davon leben kann sie nicht. «Das Wohlergehen der Tiere ist mir wichtiger als Geld», sagt sie. Drei bis vier tierische Kunden behandelt sie im Monat. «Die meisten Besitzer sind am Anfang sehr skeptisch.» Doch nach der Behandlung stellen sie oft fest, dass ihr geliebter Vierbeiner wieder besser mit dem Leben zurechtkommt. Nach einigen Tagen oder Wochen seien dann «deutliche Verbesserungen zu spüren» – die Hautausschläge sind weg, die Angst vor Artgenossen ist Vergangenheit, die Verspannungen sind gelöst, die Gelenke wie frisch geschmiert. Viele ihrer Kunden seien bereits erfolglos mit ihrem Haustier und dessen Problem bei einem Tierarzt gewesen. «Meist sind die Besitzer überrascht, dass die Alternativmedizin bessere Ergebnisse erzielt als die herkömmliche Tiermedizin», sagt Melanie Buchmeier.

Völlig erstaunt, dass Farb- und Klangtherapien, Bachblüten und Schüsslersalz die Tiere von ihren körperlichen und seelischen Leiden tatsächlich befreien, war Melanie Buchmeier vor fast einem Jahrzehnt selbst. Damals kaufte sie sich ein Pony. Doch sobald Männer in dessen Nähe kamen, wurde es zu einem störrischen Esel – wieherte, lief davon, wirkte ängstlich. Melanie Buchmeier kontaktierte eine Tierkinesiologin – nach einer Sitzung und der Klangtherapie war die Angst vor Männern weg. Heute lasse sich ihr Pony von einem Mann die Hufe pflegen, sagt sie. «Vom Ergebnis war ich derart beeindruckt, dass ich mich selbst zur Tierkinesiologin und Tiertherapeutin ausbilden liess.»

Seit 2012 ist sie Mitglied im Berufsverband der Tierkinesiologen und ganzheitlichen Tiertherapeuten Schweiz und bietet ihre Dienste an – und das längst nicht nur für Tiere. Falls gewünscht, behandelt sie auch die Herrchen. «Auch wenn es nur die wenigsten einsehen wollen, vielfach haben die Besitzer eine Mitschuld, wenn es ihrem Tier schlecht geht», sagt Melanie Buchmeier. Sie stressen es zu fest oder lassen es zu oft allein. Die körperliche Reaktion der Tiere kann sein: Garfield pinkelt plötzlich in die Wohnung, Bunny lässt die Karotten links liegen, und Fury kriegt Pusteln auf der Haut.

Portion Glaube gehört dazu

Als Pferdeflüsterin, die mit Tieren kommuniziert und sie versteht, sieht sich Melanie Buchmeier jedoch nicht. Sie sagt: «Kinesiologie ist eine uralte Heilmethode. Es braucht keine besondere Begabung, sie anzuwenden. Man muss einfach mit Herzblut bei der Sache sein.» Das Problem sei nur: Heutzutage vertraue man lieber auf chemische Tabletten statt auf die heilenden Kräfte des eigenen Körpers und der Natur. Dennoch sagt Melanie Buchmeier: «Den Tierarzt kann ich nicht ersetzen.» Verschlechtere sich der Zustand des Tieres wirklich abrupt, dann solle man einen Mediziner aufsuchen. «Je nach Diagnose macht es dann aber Sinn, eine alternative Behandlungsform zu wählen.» Damit diese dann aber auch wirklich anschlägt, gehört auch eine Portion Glaube dazu, gibt sie offen zu. Nicht bei den Tieren, aber bei den Besitzern. «Man muss empfänglich sein für diese Art von Heilung, sonst bringt man sein Tier nicht zu mir in die Behandlung.»

Christian Hodel

Hinweis

Mehr Informationen finden Sie unter: www.dastierinbalance.ch www.metiki.ch www.tierkine.ch

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