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NEBIKON: Stiftung «Villa Erica» investiert sieben Millionen Franken in neues Gebäude

Die private Stiftung Villa Erica betreut Jugendliche und Erwachsene mit psychischen Beeinträchtigungen. Sie investiert nun 7,2 Millionen Franken in einen multifunktionalen Neubau. Doch noch sind einige Hausaufgaben zu lösen.
Ernesto Piazza
Erster Schritt: Der Spatenstich für den Neubau erfolgte am Freitag. (Bild: Corinne Glanzmann (Nebikon, 2. Februar 2018))

Erster Schritt: Der Spatenstich für den Neubau erfolgte am Freitag. (Bild: Corinne Glanzmann (Nebikon, 2. Februar 2018))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Bereits seit einiger Zeit stösst die private Stiftung Villa Erica in Nebikon mit der vorhandenen eigenen wie auch zugemieteter Gebäudeinfrastruktur an ihre Grenzen. Durch die geplante Investition von 7,2 Millionen Franken für einen multifunktionalen Neubau macht die Stiftung jetzt einen wichtigen Schritt in die Zukunft. Am Montag ist Baubeginn. Im Sommer 2019 sollen die Räumlichkeiten fertig sein.

Momentan kümmern sich in der Villa Erica 50 Mitarbeiter um die schulische, berufliche und soziale Integration von mehr als 60 Jugendlichen und Erwachsenen Betreuten mit psychischen Beeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten.

«Die Villa-Familie rückt näher zusammen»

«Ihr alle seid Teil dieses Wahnsinnsprojekts», rief Projektleiter Armin Bugelnig den versammelten rund 100 Gästen am gestrigen Spatenstich zu. Michael Kosswig von der Architektengruppe Olten AG sprach nach rund 20 Baukommissionssitzungen von einem «historischen Moment». Für Stiftungsratspräsident Daniel Spätig schliesslich, macht das Bauvorhaben «doppelt Sinn». Das Ganze habe eine wirtschaftliche Komponente.

Statt Räume zuzumieten, sei es in der heutigen Zeit wirtschaftlicher, selber zu bauen. «Zudem werden wir durch den Neubau deutlich weniger verzettelt sein. Die Villa-Familie rückt näher zusammen.» Mit der einmaligen Chance die unbebaute Nachbarparzelle zur bestehenden Villa zu erwerben, «sehen wir den idealen Zeitpunkt, um das Entwicklungsprojekt zu realisieren», sagte Bugelnig weiter. Das Grundstück liegt in der Kernzone von Nebikon, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs. Dass das Bauvorhaben eine Notwendigkeit ist, liegt schon darin begründet, weil in gewissen Bereichen heute gültige Standards nicht mehr ausreichend erfüllt werden.

So sind die gemieteten Räumlichkeiten der geschützten Arbeitsplätze in der Werkstatt Erwachsene nicht hindernisfrei und können nicht konform umgebaut werden. Weiter fehlt der Stiftung geeigneter Wohnraum für Lernende und für Erwachsene Betreute, der auf die notwendigen Integrationsschritte der Betreuten angepasst ist. Dieser Raum wird mit dem Neubau in Form von insgesamt neun Studios und Kleinwohnungen geschaffen. Ebenfalls Bestandteile des Bauvorhabens ist eine Werkstatt mit geschützten Arbeitsplätzen für die Konfektion, die Holzwerkstatt und das Kreativatelier.

Diese könnten in den nächsten Jahren schrittweise von 16 auf 25 Plätze erweitert werden. Ein neuer Lehrbetrieb Hauswirtschaft mit vier Lehrstellen für junge Frauen ist ebenfalls Gegenstand des Leistungsausbaus. Die eingeschränkten Logistikmöglichkeiten wie Warenwege, Lagermöglichkeiten oder Anlieferung und Abholung werden mit dem Neubau zweckmässiger. In der geplanten Mensa können die Betreuten und Mitarbeiter gemeinsam essen. Weiter wird mit dem neuen Verkaufsladen für Eigenprodukte der direkte Kontakt mit Besuchern gefördert.

900'000 Franken an Spendengeldern fehlen noch

Wichtig für die Verantwortlichen ist ebenfalls, das Vorhaben durch viele Eigenleistungen zu realisieren. Konkret: Die Lehrbetriebe Malerei, Gärtnerei, Betriebswartung (Technischer Dienst) und Schriftenatelier werden sich daran beteiligen. Weiter stellen die erwachsenen Betreuten neue Produkte her, die im Villa-Shop verkauft werden können.

Von der Gesamtinvestition von über 7,2 Millionen Franken entfallen 6,9 Millionen auf Grundstück, Gebäude, Umgebung und Baunebenkosten. 300'000 Franken sind für Betriebseinrichtungen und Maschinen budgetiert. Die geplanten Anlagekosten (ohne Grundstück) haben sich im bisherigen Projektverlauf von der Wettbewerbsphase (Frühling 2015) bis zur Projektierung (Juni 2017) von 4,4 Millionen auf 6,45 Millionen Franken erhöht. Das grössere Gebäudevolumen sowie zusätzlich notwendige Baumassnahmen – bedingt durch den Grundwasserdurchfluss unterhalb der Bauparzellen – sind die Hauptursachen dieser Kostensteigerung.

Die öffentliche Hand beteiligt sich nicht an der Investition. Bei Baueingabe betrug die Finanzierungslücke 1,4 Millionen Franken. Dank 0,5 Millionen von der Albert-Koechlin-Stiftung müssen noch rund 900'000 Franken Spenden gesammelt werden.

So soll der Neubau Villa Erica dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

So soll der Neubau Villa Erica dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

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