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Nebikonerin auf dem Weg zum Topmodel - mit Astrid Lindgren als Vorbild

Helena Fritz (20) aus Nebikon ist Siegerin des Elite Model Look Switzerland 2018. Die 1,80 Meter grosse Frau vertritt die Schweiz am Weltfinale im November. Um ihrem Traumberuf einen Schritt näher zu kommen, traf sie eine gewagte Entscheidung.
Interview: Roger Rüegger und Melanie Schnider
Helena Fritz aus Nebikon vertritt die Schweiz im November am Weltfinale des Elite Model Look. (Bild: Boris Bürgisser (Nebikon, 11. September 2018))

Helena Fritz aus Nebikon vertritt die Schweiz im November am Weltfinale des Elite Model Look. (Bild: Boris Bürgisser (Nebikon, 11. September 2018))

Helena Fritz, was erwartet Sie am Weltfinale?

Das weiss ich noch nicht. Nur, dass Models aus 30 Ländern am Start sein werden und es eine anspruchsvolle Show geben wird. Auf alles Weitere warte ich gespannt.

Was ist Ihr Anspruch?

Ziel ist, weit vorne platziert zu sein und die Schweiz stolz zu repräsentieren. Ich denke, dass ich aus dem Erlebnis lernen kann.

Sie brachen das Gymnasium ab, um zu Modeln. Das war eine gewagte Entscheidung.

Im Nachhinein vielleicht zu gewagt. Nun habe ich mit dem Selbststudium die perfekte Lösung. Ich hole die Matura nach und kann meine Zeit einteilen. Mit den Terminen ist das ideal.

Bei «Germany’s Next Topmodel» sind Sie 2017 freiwillig ausgeschieden, weil Sie ihre Haare nicht kurz schneiden liessen. Sie setzen nicht Himmel und Hölle in Bewegung für Ihren Traumjob?

Am Format «GNTM» hatte ich schon vor Beginn leichte Zweifel. Ich wurde auch von Leuten gewarnt, dass die Teilnahme einer Karriere eher schaden als nützen würde. Die Sache mit den Haaren war nur ein Detail. Ich war verunsichert und wollte meinen Look ohne Garantie auf Erfolg nicht vorschnell verändern. So entschied ich mich, meinen Abgang selber zu bestimmen.

Wurde es Ihnen beim Elite Model Look als Pluspunkt angerechnet, dass Sie bei «GNTM» ausgestiegen sind?

Das denke ich nicht. Diese Folgen sind in der Modewelt nicht von grosser Bedeutung. Heidi Klum macht auch nur einen Job.

Hat sie Ihnen gratuliert?

Nein, wir hatten kaum Kontakt.

Wie erstaunt und erleichtert waren Sie nach dem Sieg?

Erleichtert gar nicht. Ich wusste, dass viel Arbeit und viele Termine auf mich zukommen. Aber ich freue mich natürlich extrem und will meine Sache gut machen. Ich will die Erwartungen, die an mich gestellt werden, erfüllen und ich finde es schön, dass sich mein Umfeld so sehr freut für mich.

Was wurden für Vorbereitungen fürs Finale getroffen?

Ein Wochenende wurde für Fotoshootings reserviert. Zwei Tage widmeten wir der Choreografie für die Show und der Final nahm auch einen Tag in Anspruch.

Beschreiben Sie die Stimmung unter den Finalistinnen. War es anstrengend?

Anstrengend nicht. Wir hatten viel Spass miteinander, es waren gute Mädchen dabei.

Die Designerin Ramona Erb, deren Mode Sie im Final präsentierten, kreiert Kleidung mit sozialen und politischen Botschaften. Sie will Ungerechtigkeiten und Probleme thematisieren. Wie sehen Sie das?

Super, dass sie das macht. Mode ist geeignet, um Zeichen zu setzen. Wer sich traut, soll solch auffällige Kleidung tragen. Wenn es dabei um Themen wie Veganismus und Klimaschutz geht, bin ich angesprochen. Dann hülle ich mich gerne in diese Textilien.

Was tragen Sie persönlich?

Ich bin experimentierfreudig und mag Mode mit männlichen und weiblichen Merkmalen. Mein Lieblingskleidungsstück ist eine alte Jeansjacke meiner Mutter.

Es gibt Leute die behaupten, das Modebusiness zeichne sich durch Eitelkeit und Oberflächlichkeit aus.

Das sind Vorurteile. Wenn man nahe herangeht, sieht man viel Kreativität und Sinn in der Mode. Wenn ich die Möglichkeit habe, suche ich Gespräche mit Designern und frage sie, was sie sich überlegen bei ihren Kreationen. Mode bietet die Möglichkeit, in eine andere Haut zu schlüpfen und sie ist auch Schauspiel.

Was halten Sie von Fast Fashion, also Kleider, die nach einer Saison out sind und weggeworfen werden?

Das finde ich sehr schade, und es belastet die Umwelt. Von Designern wird so viel erwartet, also ist es doch nur recht, wenn ihre Kleidungsstücke mehr als einmal getragen werden.

Tragen Models dieselbe Verantwortung wie Designer oder Manager der Modekonzerne? Stichwort Ausbeutung der Textilbranche in Drittweltländern?

Mir ist es wichtig, mit gutem Gewissen hinter der Mode stehen zu können, die ich präsentiere.

Was ist Modeln für Sie: Beruf, Leidenschaft oder Kunst?

Alles. Die Outfits trage ich mit Leidenschaft und ich habe Spass dabei. Sonst würde der Beruf für mich keinen Sinn ergeben. Und das ist es schliesslich, denn man muss ja Geld verdienen.

Ihr Vorbild in der Schule war nicht Naomi Campbell, sondern Astrid Lindgren.

Als Primarschülerin wollte ich immer Schriftstellerin werden. Ich habe damals auch einige Kurzgeschichten geschrieben.

Jetzt auch noch?

Ich bin an einer Fantasy-Geschichte mit Zauberern und Drachen. Aber momentan fehlt mir die Zeit.

Wie bereiten Sie sich auf das Weltfinale vor?

Wie auf andere Wettbewerbe. Ich ernähre mich nach einem Plan. Die Haut muss rein sein und das Gewicht muss stimmen. Zudem muss ich das Laufen mit High Heels trainieren.

Frauen haben es schon einige geschafft. Vielleicht sind Sie die nächste. Wie weit steht Ihnen die Tür zu einer grossen Model-Karriere offen?

Das weiss ich nicht. Die Hoffnung ist natürlich da, aber ich bin auch so schon sehr privilegiert, dass ich überhaupt zum Finale gehen darf. Danach möchte ich unbedingt weiter Modeln.

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