Kommentar

Nein zur Metro: Luzerner Stadtrat blockiert Entwicklung

Die kategorische Ablehnung einer Metro kommt nicht überraschend: Der Stadtrat tut sich schon länger schwer mit Infrastruktur-Projekten im Verkehrsbereich.

Robert Knobel
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Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region Luzern

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region Luzern

Der Luzerner Stadtrat lehnt die Metro-Initiative ab. Das ist nicht überraschend: Seit 2014, als eine Studie zum Schluss kam, dass eine Metro mit Parkhaus den Autoverkehr fördern würde, sagt der Stadtrat kategorisch Nein. In seiner Stellungnahme zur Initiative schreibt er zudem, das Projekt sei nicht finanzierbar und es passe nicht ins ÖV-System. Es gebe andere Mittel, um das Verkehrs- und Carproblem zu lösen.

Welche Mittel das sind, sagt der Stadtrat nicht. Seit Jahren laboriert er an einer Lösung für die Carparkierung herum – und lehnt systematisch alle Vorschläge ab, die darauf zielen, das Problem mit einem Ausbau der Infrastruktur zu lösen. Dabei ist noch keines dieser Projekte – Musegg-Parking, Schweizerhof-Parkhaus, Metro – überhaupt so weit fortgeschritten, dass man schon klar Ja oder Nein sagen könnte. Es gibt noch Tausend offene Fragen, die es kritisch zu analysieren gilt. Gut möglich, dass sich eines oder sogar alle diese Projekte am Ende als nicht sinnvoll, nicht rentabel oder nicht realisierbar erweisen. Doch um dies zu beurteilen, braucht es vertiefte Analysen und eine öffentliche Diskussion. Die Initianten der Projekte haben dies inzwischen verstanden, indem sie etwa die teils völlig unrealistischen Parkplatz-Zahlen korrigiert oder wie im Falle der Metro die Weiterentwicklung als ÖV-System ins Spiel bringen.

Wenn sich die Stadt diesem Prozess verschliesst, verpasst sie die Chance, um allenfalls die Weichen für ein Generationenprojekt zu stellen. Übrigens: Auch der Durchgangsbahnhof wurde bis vor kurzem noch als Utopie belächelt.

Der Luzerner Stadtrat erteilt der Metro-Initiative eine Abfuhr

«Unrealistisch, unverhältnismässig und unnötig» – der Luzerner Stadtrat empfiehlt ein Nein zur Metro-Initiative. Für ihn hat der Durchgangsbahnhof Priorität – und der Strategieprozess Carregime. Die Initianten sind enttäuscht, aber nicht überrascht.
Roman Hodel