NEOPHYTEN: Eingewanderte Pflanzen frühzeitig regulieren

Die Koordinations­gruppe Problempflanzen hat die Tage vom 26. bis 28. Juni zu den Neophyten-Tagen ernannt. Ziel dieser Tage ist es, die Bevölkerung über die invasiven Pflanzen in unserem Kanton zu informieren.

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Yvonne Keiser (links) und Maria Stettler finden in der Nähe von Giswil Sommerflieder, eine eingeschleppte Pflanze. (Bild Bea Zai/Neue OZ)

Yvonne Keiser (links) und Maria Stettler finden in der Nähe von Giswil Sommerflieder, eine eingeschleppte Pflanze. (Bild Bea Zai/Neue OZ)

Neophyten sind Pflanzenarten, die nach der Entdeckung Amerikas beabsichtigt oder unbeabsichtigt nach Europa gebracht wurden. Wie die Koordinationsgruppe Problempflanzen, die sich aus Kantonsvertretern der Bereiche Landwirtschaft, Wald, Naturschutz, Wasser- und Strassenbau sowie einem Vertreter der Stadt Luzern zusammensetzt, mitteilt, verschwinden die meisten dieser Arten schnell wieder oder fügen sich problemlos in unsere Pflanzenwelt ein. Einige setzen sich aber hartnäckig durch (das heisst, sie werden invasiv) und müssen möglichst frühzeitig reguliert werden.

Die Ausbreitung von 20 Arten muss verhindert werden
Invasive Neophyten verdrängen laut Medienmitteilung einheimische Pflanzen und damit auch spezialisierte Tierarten. Sie verändern das Landschaftsbild und die Vielfalt von Lebensräumen. Sie konkurrenzieren Nutzpflanzen, zerstören oder beeinträchtigen Anlagen, beispielsweise des Hochwasserschutzes oder des Verkehrs. Einige Arten gefährden zudem die Gesundheit.

Gesamtschweizerisch stehen zwanzig Arten auf der schwarzen Liste der invasiven Neophyten. Die Ausbreitung dieser Arten müsse verhindert werden, heisst es weiter. Im Kanton Luzern geht es insbesondere um folgende Pflanzen: Ambrosia, japanischer Knöterich, Riesenbärenklau, kanadische und spätblühende Goldrute sowie drüsiges Springkraut.

Das kann man tun
Wer im Wald, in einer öffentlichen Grünanlage oder im eigenen Garten invasive Neophyten entdeckt, kann:

  • die Bestände der betreffenden Gemeinde melden. Dies gilt für die Ambrosia (Meldepflicht), den Riesenbärenklau und den japanischen Knöterich.   
  • kleine Bestände im Garten frühzeitig beseitigen. Meist muss man über Jahre jäten beziehungsweise ausgraben, bis die Bestände vollständig verschwunden sind.   
  • keine invasiven Neophyten deponieren oder kompostieren. Das Pflanzenmaterial gehört in die Kehrichtabfuhr und nicht in den Grüncontainer.

Die Gemeinden und Umweltkommissionen im Kanton Luzern wurden von der Koordinationsgruppe Problempflanzen aufgerufen, vom Donnerstag, 26. bis Samstag, 28. Juni zum Thema invasive Neophyten zu informieren und der Bevölkerung Begehungen anzubieten oder Gruppen und interessierte Einzelpersonen zu animieren, selber aktiv zu werden. So lädt die Natur und Umweltkommission Grosswangen am Samstag von 9.30 bis 11 Uhr zu einer Begehung ein. Bei der Waldhütte der Korporation, im Gebiet Hinterberg in Grosswangen, will die Umweltkommission Grosswangen um vor Ort auf die Problematik aufmerksam zu machen.

In der Stadt Luzern wird die Bevölkerung am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr am Löwenplatz an einer Standaktion des Öko-Forums informiert.

ana