Neu im Luzerner Regierungsrat: Das war Fabian Peters erster Arbeitstag

Fabian Peter hat am Montag das Luzerner Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement übernommen. Statt Welpenschutz in Anspruch zu nehmen, hiess es für den Neu-Regierungsrat aus Inwil: Früh anfangen und spät aufhören.

Kilian Küttel
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Der neue Regierungsrat Fabian Peter hat am Montag sein Büro im Regierungsgebäude bezogen. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 2. Juli 2019)

Der neue Regierungsrat Fabian Peter hat am Montag sein Büro im Regierungsgebäude bezogen. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 2. Juli 2019)

«Klimaanlage hab ich hier drin leider keine», sagt Fabian Peter und öffnet ein Fenster. Regierungsgebäude des Kantons Luzern, dritter Stock, Bahnhofstrasse 15, 6003 Luzern. Der neue Arbeitsplatz des 42-jährigen Inwilers, der eine schwarze Hose und ein weisses Kurzarmhemd anhat, weder Kittel noch Krawatte trägt.

Am Montag hat der FDP-Politiker das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement von seinem Parteikollegen Robert Küng übernommen. Jetzt arbeitet Fabian Peter als Regierungsrat:

«Ganz ehrlich: Ich war etwas nervös, als ich am Morgen ins Büro gekommen bin. Man weiss ja, was einen erwartet, aber trotzdem ist es speziell.»

Nicht jeden Tag fängt man einen neuen Job an – schon gar nicht als Mitglied einer Kantonsregierung.

Stehtisch, Glastisch, Wappenscheibe

Die Geschicke seines Departements mit knapp 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leitet Peter von diesem Büro aus: Gut 30 Quadratmeter mit Blick auf den Franziskanerplatz und die Jesuitenkirche. Bürotisch, Stehtisch, Sitzungstisch, Glastisch. Zwei rote Ledersessel, drei Topfpflanzen, eine Schrankwand.

An den Stirnseiten des Zimmers hängen zwei Gemälde, eines blau, das andere grün: «Die Bilder gehören dem Kanton. Man kann sie sich vorgängig aussuchen. Ich habe die gleichen genommen wie schon Robert Küng.» Auch sonst stammt das meiste des Mobiliars von seinem Vorgänger.

Als Peter an diesem Montagmorgen um 7.15 Uhr sein Büro betritt, hat er eine Plastikbox, seine Unterlagen und eine Wappenscheibe von Inwil dabei: «Die habe ich zuerst montiert, am gleichen Ort, wie die Wappenscheibe von Willisau hing, die Robert Küng aufgehängt hatte.» Gütigerweise habe sein Vorgänger die Nägel zum Aufhängen im Fensterrahmen gelassen - «im Wissen, dass ich auch eine Wappenscheibe aufhängen werde».

Viel Arbeit und wenig Zeit

Ansonsten fehlt Peter die Zeit zum Dekorieren. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, ob jetzt ein Neuer anfängt oder nicht. Am Dienstag steht eine erste Regierungssitzung auf dem Plan. Etwa 70 Geschäfte umfasst die Traktandenliste. Für Peter bedeutet das viel Arbeit:

«Ich habe mich vom letzten Donnerstag bis und mit Sonntag in die Geschäfte eingelesen.»

Die Agenda seiner ersten Woche als Regierungsrat kann der 42-Jährige auswendig: Regierungssitzung, interne Sitzung, Rapport mit seinen Dienststellenleitern, Besuch beim Bundesamt für Umwelt in Bern, Projektbesichtigung, Treffen mit Interessenvertretern und so weiter und so fort.

Der erste Tag, die ersten Überstunden

Am Montagmittag begrüsst Peter seinen Departementsstab, berät sich am Nachmittag mit seinem Departementssekretär. Die erste Woche sei straff durchgeplant. Wenn kommende Woche die Schulferien begännen, werde sich auch Peters Terminkalender entspannen. Dennoch dürften auch die nächsten Woche und Monate intensiv werden:

«Zu Beginn muss ich die Abläufe kennen lernen, wie das auch bei anderen ist, die eine neue Stelle antreten.»

Die ersten Monate wolle er am Betriebsablauf nichts ändern. Dass er gewohnte Arbeitsweisen nicht von Anfang an auf den Kopf stelle, käme auch dem Personal entgegen. Danach wolle er seine eigenen Wünsche einbringen.

Der letzte Termin am Montag ist die offizielle Eröffnung der Legislatur. Feierabend ist für 22.30 Uhr angesetzt. Der erste Tag und schon Überstunden? Es werden nicht die letzten sein.