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NEUAUSRICHTUNG: Luzerner Fest steckt in der Sinnkrise

Nach zehn Jahren ist – vorerst – Schluss: 2019 wird es in Luzern kein grosses Stadtfest geben. Wie es danach weitergeht, ist noch weitgehend offen.
Das Luzerner Fest zieht jährlich massenhaft Besucher an – wie hier vor der Bühne beim Schwanenplatz. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juni 2017))

Das Luzerner Fest zieht jährlich massenhaft Besucher an – wie hier vor der Bühne beim Schwanenplatz. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juni 2017))

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Man hätte es fast ahnen können: 2019 wird das Luzerner Fest nicht durchgeführt, weil es grundlegend neu ausgerichtet werden soll. Seit das Fest 2016 wegen schlechten Wetters rote Zahlen schrieb, sprechen die Organisatoren von Änderungen. Als Erstes wurde 2017 das Feuerwerk abgeschafft. Dennoch strömten 100000 Besucher am letzten Juniwochenende nach Luzern.

214'000 Franken konnte das Luzerner Fest gemeinsam mit dem Altstadt-Fäscht an die Stiftung Luzerner helfen Luzernern übergeben – ein Rekordergebnis (wir berichteten). Trotzdem betonte Corinne Imbach, OK-Präsidentin Luzerner Fest, weniger Besucher, die dafür alle ein Festabzeichen tragen, wären ihr lieber.

Unterbruch wegen Arbeitsaufwand

«Der Gedanke, für eine Neuausrichtung des Festes eine Pause einzulegen, besteht schon länger», sagt Imbach denn auch auf Anfrage. «Da wir heuer das 10-Jahre-Jubiläum feiern, halten wir es für den richtigen Zeitpunkt, im Jahr darauf zu pausieren.» Vor zehn Jahren gab es ebenfalls eine Pause, als das Seenachtsfest und das Altstadtfest zusammengelegt wurden. «Uns ist bewusst geworden, dass wir für neue Ideen einen Unterbruch benötigen», ergänzt Stadtpräsident Beat Züsli, Stiftungsratspräsident von Luzerner helfen Luzernern. Neben der aufwendigen Festorganisation, die zu grossen Teilen ehrenamtlich geleistet wird, sei eine strategische Neuausrichtung nicht möglich.

Die Gründe für ein Umdenken sind laut Imbach vielfältig: jährlich steigende Kosten, die fortschreitende Professionalisierung bei der Organisation, der grosse Aufwand für das OK und die zunehmende Schwierigkeit, freiwillige Helfer zu finden. «Da das Fest einen karitativen Zweck hat, ist das finanzielle Risiko zu gross und das Polster zu klein, als dass wir so weitermachen könnten.» Dies insbesondere, weil die Open-Air-Veranstaltung stark vom Wetter abhängig sei.

Darüber hinaus haben sich gemäss Imbach die Bedürfnisse der Bevölkerung verändert. «Der Ruf wurde laut nach einem kleineren, intimeren Fest, das mehr auf Luzerner ausgerichtet ist.» Letzteres war vor zwei Jahren der Grund für die Lancierung des Altstadt-Fäschts, das im kleinen Rahmen in Beizen der Altstadt stattfand. 2017 haben die beiden Feste zusammengearbeitet. Auch heuer wird das Altstadt-Fäscht wieder am Luzerner Fest «zu Gast» sein – gemäss Alceo Benedetti, OK-Präsident Altstadt-Fäscht, im letztjährigen Rahmen. «Für 2019 ist noch alles offen», so Benedetti. Man werde noch entscheiden, ob es dann ein Altstadt-Fäscht geben wird.

Und wie könnte das Luzerner Fest ab 2020 aussehen? Corinne Imbach: «Das ist noch völlig offen; wir starten mit einem weissen Blatt.» Möglich sei, dass lediglich die Organisation neu strukturiert werde. Möglich sei aber auch, dass sich alles grundlegend ändere. «Soll das Fest zentral sein oder dezentral? Bleibt das Festgelände frei zugänglich, oder gibt es einen Bereich, in den man nur mit Abzeichen hineinkommt? Wie oft findet das Fest statt? Und wie motivieren wir verschiedene Zielgruppen, als Helfer mitzuarbeiten? Solche Fragen werden wir uns stellen.» Und: «Der karitative Charakter soll klarer erkennbar sein.» Gemäss Beat Züsli werden sicher drei Spannungsfelder angepackt, die in den letzten Jahren unbefriedigend waren: die Abhängigkeit vom Wetter und dessen Auswirkungen auf Besucherinteresse und Ertrag, die zunehmende Professionalisierung, die im Widerspruch steht zur Abstützung auf ehrenamtliche Arbeit, sowie die rückläufigen Rondellenverkäufe.

Während im Regelfall das OK für das Fest und die Stiftung für das Verteilen des Geldes zuständig ist, wird bei der Konzeptentwicklung eng zusammengearbeitet, sagt Züsli. «Die Stiftung gibt keine klaren Vorgaben; wir wollen gemeinsam eine Strategie entwerfen. Dabei möchten wir auf die Erfahrung des Komitees zurückgreifen.» Zudem sollen die Luzerner Bevölkerung, Gewerbe, Vereine und Kulturinstitutionen bei der Neuausrichtung mitwirken. Ideen können der Stiftung mitgeteilt werden (E-Mail an stiftung@luzernerfest.ch).

Übrigens: Dieses Jahr findet das Luzerner Fest am 29. und 30. Juni statt. «Es wird im gewohnten Rahmen durchgeführt», sagt Corinne Imbach. Details werden im Frühling bekanntgegeben. Nur so viel: «Ein Feuerwerk wird es nicht geben.»

Tausende Menschen am Luzerner Fest. (Bild: PD)

Tausende Menschen am Luzerner Fest. (Bild: PD)

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