Neubau Hergiswald: Baugesuch zurückgezogen

Die Albert Koechlin Stiftung hat genug von den Querelen rund um den Neubau des Gasthauses Hergiswald. Sie zieht ihr Baugesuch wegen der ungewissen Rechtslage zurück.

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Das Restaurant Hergiswald (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 14. März 2011))

Das Restaurant Hergiswald (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 14. März 2011))

Das Baugesuch für einen Neubau des Gasthauses bei der Wallfahrtskirche Hergiswald in Kriens LU wird laut Communiqué vom Freitag zurückgezogen. Die Albert Koechlin Stiftung (AKS) hat genug von der jahrelangen juristischen und politischen Auseinandersetzung.

Das heutige Gasthaus genügt den Anforderungen nicht mehr. Zudem ist das 1795 erbaute Kurhaus ein Flickwerk. Ein denkmalpflegerisches Gutachten kam zu einem vernichtenden Urteil: Nur wenig historische Bausubstanz, dafür massive Eingriffe, die eine Rückführung in den Ursprungszustand praktisch unmöglich machen.

Die AKS, die zuvor die Wallfahrtskirche renoviert hat, wollte deshalb das alte Haus durch einen modernen Neubau ersetzen. Das Projekt lieferte 2007 die Masswerk AG Architekten und Bauökonomen in Kriens. Dagegen machte sich Opposition breit. Unter anderem wurde eine Petition für die Erhaltung des Altbaus eingereicht.

Trotzdem stellte sich der Gemeinderat hinter das Projekt und erteilte Anfang 2010 die Baubewilligung. Zuvor hatte sich auch die kantonale Denkmalpflege gegen den Schutz des alten Gasthauses ausgesprochen.

Nach Lausanne und wieder zurück

Gegen die Bewilligung erhoben der Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee (LSVV) und die Stiftung Archicultura Beschwerde. Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern trat auf die Beschwerde nicht ein. Doch in nächster Instanz wies das Bundesgericht die Sache zur Neubeurteilung zurück.

Im zweiten Anlauf hat das Verwaltungsgericht im vergangenen Juli die Beschwerde von Archicultura gutgeheissen und die Baubewilligung aufgehoben. Nach Ansicht der Richter ist die Überprüfung eines Bauvorhabens an einem derart exponierten Standort eine Bundesaufgabe. Es sei daher die Eidg. Fachstelle für Natur- und Heimatschutz zu konsultieren.

Die AKS ist der Ansicht, dass sie die Aspekte des Natur- und Heimatschutzes und der Denkmalpflege bei der Planung sorgfältig abgeklärt hat. Nach Überprüfung der Fakten und neuerer Urteile ist die Stiftung aber zum Schluss gekommen, dass die Aussicht auf einen baldigen positiven Abschluss des Bewilligungsverfahrens schwindet.

Aufgrund der erneuten Verzögerung und der ungewissen Rechtslage verzichtet die AKS auf die Realisierung des Projektes. Sie sieht es nicht als ihre Aufgaben, es durch weitere gerichtliche Verfahren überprüfen zu lassen. Man werde das Engagement überprüfen und neu beurteilen, heisst es in der Mitteilung.

sda/bep