Rothenburg

Ab 2021 wird das Gebiet Gimmermee zur Grossbaustelle

Die grosse Baulandreserve im Gimmermee soll überbaut werden. Im Angebot stehen auch neue Einfamilienhäuser – eine Rarität im Kanton Luzern.

Robert Knobel
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Das Bauland Gimmermee in Rothenburg.

Das Bauland Gimmermee in Rothenburg.


Bild: Eveline Beerkircher (13. Mai 2020)

Die Gemeinde Rothenburg hat in den letzten Jahren den Verkauf von gemeindeeigenem Land forciert. Die Landverkäufe sind zu einer wichtigen Einnahmequelle für die Gemeindefinanzen geworden. Allein das Gebiet Gimmermee hat rund 12 Millionen Franken eingebracht. Nun werden die dortigen Baupläne konkret: Derzeit werden die Baugesuche für mehrere Teilprojekte eingereicht; die Bauarbeiten sollen 2021 starten, wenn die Gemeinde die Erschliessungsstrassen fertiggestellt hat. Geplant ist Folgendes:

  • Die BF berger + frank AG erstellen auf ihrem Grundstück 19 Doppel- und Reiheneinfamilienhäuser. Die Häuser sind bereits fast alle reserviert. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im Frühling oder Sommer 2021 beginnen. Der Bezug der Häuser ist per Ende 2022 geplant.
  • Die Wohnbaugenossenschaft Rothenburg (Wobaro) erstellt auf ihrem Grundstück 13 Mietwohnungen und 5 Reihen-Einfamilienhäuser. Baustart ist im Sommer 2021 vorgesehen, der Bezug Ende 2022. Die Einfamilienhäuser werden dabei im Baurecht abgegeben. Das bedeutet: Die Käufer erwerben das fertige Haus im Eigentum – das Grundstück selber bleibt aber im Besitz der Genossenschaft. Da die Kosten für den Grundstückerwerb wegfallen, werden die Häuser vergleichsweise günstig. Allerdings müssen die Besitzer einen Baurechtszins entrichten. Wieviel die Häuser der Wobaro konkret kosten werden, steht noch nicht fest. Der Markteintritt ist auf Frühling 2021 vorgesehen. Interessenten können sich bereits auf www.gimmermee-wobaro.ch registrieren.
  • Neben der Genossenschaft Wobaro und der BF berger + frank AG wurde ein weiterer Teil des Gimmermee-Areals an Private verkauft. Es handelt sich dabei um insgesamt neun Parzellen für freistehende Einfamilienhäuser.

Die 33 neuen Einfamilienhäuser in Rothenburg haben Seltenheitswert. Im Jahr 2018 wurden im ganzen Kanton Luzern nur noch gerade 207 Einfamilienhäuser neu erstellt. Zum Vergleich: Anfang des Jahrtausends waren es noch bis zu dreimal soviel. Und es ist absehbar, dass die Zahlen weiter stark sinken werden. Denn aus raumplanerischer Sicht sind Einfamilienhäuser nicht mehr erwünscht. Die Gemeinden sind angehalten, ihre noch vorhandenen Baulandreserven möglichst dicht zu überbauen. Auch in Rothenburg werden die Einfamilienhäuser im Gimmermee wohl für lange Zeit die letzten sein. Nachdem bereits in den Gebieten Fläckepark und Eschenmatte Einfamilienhausparzellen verkauft worden sind, hat die Gemeinde nun keine entsprechenden Baulandreserven mehr.