Neue Asylzentren im Grosshof und Eichwald

Um die Unterbringung und Betreuung der Asylsuchenden sicherzustellen, braucht der Kanton Luzern mehr Zentrumsplätze. In den Gemeinden Kriens und Luzern werden darum zwei neue Asylzentren für je 80 bis 120 Personen erstellt.

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Regierungsrat Guido Graf sieht den Grosshof in Kriens als idealen Standort für ein Asylzentrum.

Regierungsrat Guido Graf sieht den Grosshof in Kriens als idealen Standort für ein Asylzentrum.

Ende Juli hat die Zahl der Asylsuchenden im Kanton Luzern mit 1109 Personen einen neuen Höchststand erreicht. Wie Regierungsrat Guido Graf am Donnerstag gegenüber den Medien erklärte, braucht der Kanton Luzern rund 500 Zentrumsplätze. Nach der Schliessung des Zentrums Zivilschutzanlage Areal Eichhof werden dem Kanton Luzern jedoch temporär nur noch 120 Zentrumsplätze im Sonnenhof Emmen zur Verfügung stehen.

Vorübergehend kann der Engpass durch die Eröffnung der Kollektivunterkunft in Sempach, die vermehrte Zumietung von privatem Wohnraum sowie durch eine Zuweisungsreduktion wegen des Bundeszentrums Eigenthal aufgefangen werden. Mittelfristig müssen neue Zentrumsplätze geschaffen werden.

Grosshof in Kriens als Standort «ideal»

Eine Überprüfung der kantonseigenen Grundstücke hat laut Graf ergeben, dass für die schnelle Realisation eines neuen Zentrums der Standort Grosshof in Kriens ideal ist. Aufgrund des dringlichen Handlungsbedarfs habe die Regierung entschieden, das Projekt unter Anwendung von Ausnahmebestimmungen zu realisieren. Der Modulbau werde von einem privaten Investor erstellt.

Das Vertragswerk mit dem Investor ist laut Guido Graf in Vorbereitung, es wird auf einem Baurecht von 30 Jahren basieren. Die Situation wird mit der Gemeinde Kriens periodisch überprüft, erstmals nach fünf Betriebsjahren. Denkbar ist, dass der Gebäudekomplex zu einem späteren Zeitpunkt für studentisches Wohnen oder für Vereine genutzt werden könnte.

Der Gemeinderat Kriens anerkennt grundsätzlich den Rechtsanspruch des Kantons auf den Bau und Betrieb eines Asylzentrums auf der Liegenschaft Grosshof. «Die Wahrung der Gemeindeinteressen hat für den Gemeinderat Kriens aber oberste Priorität», teilt der Krienser Sozialvorsteher Lothar Sidler mit. «Mittels Vereinbarung verlangt der Gemeinderat Kriens die Regelung von Ordnung, Sicherheit, Lärmschutz, Zufahrt und Verkehr. Für die Gemeinde Kriens dürfen keine Mehrkosten entstehen.»

Stadtrat Luzern bietet Areal Eichwald an

Der Stadtrat Luzern bietet dem Kanton nun als Standort für die Errichtung eines Modulbaus städtisches Territorium auf dem Areal Eichwald an. Stadtrat Ruedi Meier knüpft dieses Angebot ebenfalls an Rahmenbedingungen. «Ich erwarte, dass der Kanton und die Caritas einen problemlosen Betrieb garantieren, dass die Sicherheit gewährleistet wird und dass der Stadt Luzern daraus keine zusätzlichen Kosten erwachsen.»

pd/zim