Kommentar zur Axenstrasse
Dieses Projekt ist dringlich – vor allem für die lokale Bevölkerung

Dank zwei neuen Tunnels soll die Axenstrasse endlich sicher werden. Doch das ausführungsfertige Projekt kommt nicht so richtig voran. Das ist vor allem aus regionaler Optik sehr ärgerlich.

Christian Peter Meier
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Sperrung Axentrasse. Es gibt eine weiträumige Umleitung ab Flüelen.

Sperrung Axentrasse. Es gibt eine weiträumige Umleitung ab Flüelen.

Urs Hanhart / Urner Zeitung


Reisen am Urner See sind oft beschwerlich, mitunter gar riskant. Das wissen wir seit der Lektüre von «Wilhelm Tell». Leider hat die Erkenntnis nichts an Aktualität verloren. Entsprechend begegnet uns die Schlagzeile «Axenstrasse nach Steinschlag erneut gesperrt!» gefühlt einmal pro Wochen. Und daran wird sich so schnell nichts ändern: Denn an der eindrücklichen Felswand hängt noch Material für unzählige Strassensperrungen.

Darum ist es ärgerlich, dass das ausführungsbereite Projekt der Neuen Axenstrasse nicht so richtig vom Fleck kommt, wie gestern an einer Medienorientierung verdeutlicht wurde. Die neue Verbindung soll künftig ja im Status einer Nationalstrasse weitgehend in zwei Tunnels geführt werden und folglich durch den Berg und nicht mehr entlang desselben verlaufen. Der Bund hat grundsätzlich grünes Licht gegeben, doch eine Beschwerde von Umweltverbänden liegt noch beim Bundesverwaltungsgericht als zweitletzter Instanz.

Manche wettern nun – wie bei solchen Fällen üblich – gegen das Verbandsbeschwerderecht. Doch ist dieses ein legitimes Instrument unserer zum Glück intakten Demokratie. Ebenso legitim ist es allerdings, die Beschwerdeführenden zu bitten, nicht bis zum äussersten zu gehen. Denn diese Strasse ist dringlich. Und zwar längst nicht nur für Zugerinnen und Zürcher, die möglichst barrierefrei in den Süden brausen wollen. Sondern vor allem für die lokale Bevölkerung: Für sie ist der Axen ein Lebensnerv.

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