Neue Einstiegsstellen an der Reuss: Mehr Sicherheit beim Schwimmen und Schutz für Fische

Um den Aufenthalt im Fluss für Badende sicherer zu machen, baut die Stadt Luzern zwei Treppen an der Reuss. Auch Fische werden davon profitieren.

Beatrice Vogel
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Noch ist es zu kühl, um einen Sprung in den See oder in die Reuss zu wagen. Doch die Badesaison rückt Tag für Tag näher. Insbesondere Reussschwimmer dürfte die aktuelle Mitteilung der Stadt Luzern deshalb freuen: Ab dieser Woche werden zwei zusätzliche Ein- und Ausstiegsstellen in die Reuss gebaut. Die Arbeiten sollen bis Ende April fertig sein.

Dann können Schwimmer auf der rechten Reussseite bei der Grünanlage oberhalb der St.-Karli-Kirche und auf der linken Seite beim Xylofonweg unterhalb der Eisenbahnbrücke über neue Treppen ein- und aussteigen. Bisher gab es fünf Ein- und Ausstiegsstellen zwischen Natur-Museum und Nordpol. Die Stadt reagiert mit diesen Massnahmen auf die in den letzten Jahren gestiegene Beliebtheit des Schwimmens in der Reuss.

Grafik: Oliver Marx
Quelle: Stadt Luzern

Unterkühlung bei langem Aufenthalt im Wasser

Dass Schwimmer die Reuss an mehreren Stellen betreten respektive verlassen können, dient in erster Linie der Sicherheit. «Die bis anhin empfohlene Strecke zwischen Sentimatt und Nordpol ist relativ lang. Der Aufenthalt im Wasser kann dann über 20 Minuten betragen», sagt Maurice Illi, Sicherheitsmanager der Stadt Luzern. Auch bei 20 Grad warmem Wasser könne ein Schwimmer auf diese Dauer unterkühlen. Durch die zusätzlichen Ein- und Ausstiegsstellen könne der Aufenthalt im Wasser verkürzt werden. Illi: «Man kann sie als Einkehrmöglichkeiten betrachten, wo man Pause machen kann.»

Maurice Illi vergleicht die Reuss mit einer Skipiste: Momentan handle es sich bei der Strecke um eine sehr lange rote, wenn nicht gar schwarze Piste. Durch die zusätzlichen Badestellen könne die Strecke auf eine kürzere, blaue Piste reduziert werden. Illi: «Auch geübte Seeschwimmer können im Fluss überfordert sein.» Mit Kindern wird das Flussschwimmen nicht empfohlen. Zudem empfiehlt die Stadt, nicht beim Natur-Museum einzusteigen, da die Unterquerung der Autobahnbrücken nicht ungefährlich ist.

Fische erhalten mehr ungestörte Laichplätze

Dass die Stadt die Stellen bei der St. Karlistrasse und beim Xylofonweg für die neuen Treppen ausgewählt hat, liege unter anderem daran, dass diese bereits in den letzten Jahren beliebte, inoffizielle Ein- und Ausstiege waren, so Illi weiter. Doch: «Wir wollen an der Reuss kein Alpamare, schliesslich ist sie ein Natur- und Lebensraum.» Deshalb hält die Stadt die Bevölkerung an, nicht irgendwo in die Reuss ein- und auszusteigen, sondern die dafür vorgesehenen Stellen zu benützen.

Durch die neuen Badestellen soll nämlich auch das Leben der Fische ungestört bleiben: Einige Meter ober- und unterhalb der Treppen werden sogenannte Buhnen gesetzt. Diese Steinaufschüttungen bremsen die Strömung und bieten den Fischen Laichplätze, da diese Kehrwasser zum Laichen benötigen. «Das Ziel ist, Badenden und Fischen ein angenehmes Nebeneinander zu ermöglichen», sagt Illi. Auch unter den Metalltreppen werden Steine aufgeschüttet, damit die Badenden einfacher und ohne zu starke Strömung ins Wasser kommen.

Die Ausstiegsstelle am Xylofonweg:

Zeichnung: Stadt Luzern

Flusskarte mit Informationen zur Reuss

Die Kosten für das Gesamtprojekt, von der Planung bis zur Montage, belaufen sich laut Maurice Illi auf knapp 40'000 Franken. Ausgeführt werden die Bauarbeiten durch Mitarbeiter des städtischen Arbeitsintegrationsprogramms Refit und durch eine Metallbaufirma.

Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, folgt das nächste Projekt: Die Stadt will eine Flusskarte erstellen, auf der alle wichtigen Informationen zum Reussschwimmen vermerkt sind. Die Karte soll auf der Website der Stadt publiziert werden. In den letzten Jahren bereits installiert wurden 26 rote Kästen mit Rettungsmaterial sowie Signaltafeln mit den Flussregeln.