Neue Gondelbahn auf die Rigi: «Der Eingriff in die Landschaft wird heruntergespielt»

Die Rigi Bahnen AG muss sich heftige Kritik von René Stettler, dem Petitionär von «Nein! zu Rigi-Disney-World», anhören. In einer erneuten Mitteilung warnt er vor den «gravierenden» Folgen des Projekts – und richtet sich direkt an 3500 Betroffene. 

Niels Jost
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Soll durch eine Gondelbahn ersetzt werden: die Pendelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad. (Bild: Pius Amrein, Weggis, 8. Januar 2019)

Soll durch eine Gondelbahn ersetzt werden: die Pendelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad. (Bild: Pius Amrein, Weggis, 8. Januar 2019)

Die neue Gondelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad würde sich negativ auf das Landschaftsbild, den Lärm, den Schutzwald und die Betriebssicherheit auswirken. Dies schreibt René Stettler in einer ausführlichen Mitteilung an rund 3500  Personen, welche die von ihm initiierte Petition «Nein! zu Rigi-Disney-World» unterschrieben haben.

Zu diesem Mittel habe der auf Rigi Kaltbad wohnhafte Kulturwissenschaftler deshalb gegriffen, weil es die Rigi Bahnen AG unterlassen habe, die Bevölkerung über die Nachteile einer Gondelbahn zu informieren –obwohl sie über gewisse Informationen verfüge, schreibt Stettler. Dies holt Stettler mit der Mitteilung nach und warnt vor folgenden Auswirkungen:

  • Mehr Lärm: Im Vergleich zur heutigen Pendelbahn würde eine Gondelbahn permanente und grössere Lärmemissionen zur Folge haben. Dies, weil die Gondeln über mehr Masten und dichter am Boden fahren würden.
  • Weniger Einsatzfähig: Weil die kleineren Gondeln wegen des steilen Geländes teils über den Baumwipfeln geführt würden, wären sie anfälliger für die «immer häufiger auftretenden Sturmwinde». Dies habe die Referenzanlage, die Innsbrucker Patscherkofelbahn, gezeigt.
  • Rodung von Schutzwald: Für den Bau der Gondelbahn müssten Teile des ohnehin schon angeschlagenen Schutzwaldes gerodet werden.
  • Visualisierung unter Verschluss: Durch die Waldrodung und die zahlreicheren Masten gäbe es eine Schneise durch den Rigi-Südhang. Eine erste CAD-Visualisierung der Streckenführung liege zwar vor – «mangels Qualität und Aktualität» habe die Rigibahnen aber eine Veröffentlichung untersagt. Für Stettler ist daher klar: «Die Rigibahnen haben den Landschaftseingriff wiederholt heruntergespielt, denn sie möchten über dessen Ausmass keine öffentliche Diskussion und reden ihn deshalb klein.»
  • «Monströser» Masten: Wegen der steilen Geländekante auf der Müseralp wäre ein zirka 75 Meter hoher Masten notwendig. Dies beeinträchtige das Landschaftsbild.
  • Mehr Emissionen: Durch die Gondelbahn würden die Kapazitäten erhöht. Die Folge: Mehr Autos und Touristencars würden nach Weggis fahren, die CO2-Emissionen steigen.

Schon mehrere Leserbriefe veröffentlicht

Es ist nicht das erste Mal, das Stettler öffentlich gegen die Projekte der Rigi Bahnen AG schiesst. In diversen Leserbriefen im Mitteilungsblatt von Weggis und Vitznau hatte er in den vergangenen Monaten gegen das Transportunternehmen gewettert. Dieses betonte stets, dass sich Projekte wie die Gondelbahn erst in der Planungsphase befinden. 

Die Stellungnahme der Rigi Bahnen AG zum Projekt und ihrer Sicht der Dinge wird an dieser Stelle noch folgen.