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Neue Kirchmeierin von Rickenbach: Eine Frau mit Faible für Zahlenbeigen

120 neue Kirchenräte haben in diesen Tagen ihre Arbeit aufgenommen – Brigitte Wey-Furrer (36) aus Rickenbach gehört dazu. Als frischgebackene Kirchmeierin hatte sie so einige falsche Vorstellungen zu korrigieren.
Evelyne Fischer
Brigitte Wey sieht das Kirchmeieramt als Aufgabe «fürs Herz». (Bild: Dominik Wunderli, Rickenbach, 21. Juni 2018)

Brigitte Wey sieht das Kirchmeieramt als Aufgabe «fürs Herz». (Bild: Dominik Wunderli, Rickenbach, 21. Juni 2018)

Das Vermächtnis ihres Vorgängers füllt zwei Harassen: 20 Bundesordner hat Brigitte Wey (36) Anfang Monat vom bisherigen Rickenbacher Kirchmeier Hans Furrer erhalten (siehe Kasten). Jahresrechnungen, Liegenschaftsunterlagen, Versicherungsakten – Papiere noch und nöcher.

Die Übergabe markiert in der fast 2000 Gläubige zählenden Kirchgemeinde das Ende einer Ära: 23 Jahre war Furrer im Amt. Führte die Buchhaltung, zahlte die Löhne, wechselte wenn nötig aber auch kaputte Glühbirnen aus. Künftig kümmert sich ein zusätzliches Mitglied im siebenköpfigen Kirchenrat um den Liegenschaftsunterhalt. «Ich werde mich ganz auf die Zahlen konzentrieren, das ist meine Leidenschaft», sagt Brigitte Wey.

Der Schritt zurück ins Berufsleben

Während Furrer nun die Pension geniesst, wagt Wey mit dem Amt den Schritt zurück ins Berufsleben: Nach der Geburt von Taio (3) hatte sie ihre Tätigkeit als Treuhänderin auf ein 50-Prozent-Pensum reduziert, mit Jamie (1) dann ganz aufgegeben. Früher habe sie über die Finanzen von Firmen gewacht. In der neuen Arbeit sehe sie einen tieferen Sinn. «Es ist eine Aufgabe für Kopf und Herz», sagt Wey. Sie rechnet dafür mit einem Aufwand von rund 15 Stellenprozenten. Gemäss den Richtlinien der Landeskirche wird das Kirchmeieramt – inklusive Gebäudeunterhalt – bei 2000 Gläubigen mit gut 23'000 Franken entschädigt.

«Ich staunte ob des Jahresprogramms, wo der Kirchenrat überall im Einsatz steht.»

Brigitte Wey-Furrer, neue Kirchmeierin von Rickenbach

Mittlerweile hat Brigitte Wey die erste Sitzung mit dem Kirchenrat Rickenbach hinter sich, dieser trifft sich alle sechs Wochen. «Ich wurde sehr herzlich empfangen, staunte ob des Jahresprogramms, aber auch, wo der Kirchenrat überall im Einsatz steht», sagt sie und serviert einen Kaffee. Wir haben im Wohnzimmer Platz genommen. Ein moderner Neubau, viel Holz, verwaiste Lego-Baustellen, Fotocollagen an den Wänden. Ein Kreuz sucht man hier vergebens.

Wahl hat zu überraschenden Reaktionen geführt

Wie ihr Mann Philipp ist auch Brigitte Wey in Rickenbach aufgewachsen. Man kennt sich. Dennoch habe ihre Wahl überraschende Reaktionen ausgelöst. «Man fragte mich, ob ich nun stets die Sonntagsmesse besuche», sagt Brigitte Wey. «Viele konnten sich wenig unter dem Amt der Kirchmeierin vorstellen.» Sie sei zwar Katholikin, schätze die Kirche als «Ort der Begegnung», erzähle ihren Kindern gerne Bibelgeschichten und engagiere sich für die «Chlichinderfiir», sagt Wey. «Aber die Seelsorge deckt unser Pfarreiteam ab, das ist nicht mein Job.»

Unter anderem auch, weil sie mit verstaubten Vorstellungen aufräumen wollte, willigte sie – nach einem Zögern – für dieses Porträt ein. Denn viel lieber als an der Front zieht Wey im Hintergrund die Fäden, verwaltet nebenbei noch eine Wohngenossenschaft, füllt der halben Verwandtschaft die Steuererklärung aus («obwohl ich das gar nicht so gern mache»). Es ist offensichtlich: Die Frau vom Fach wird geschätzt und gehört nicht zu jenen, die solche Ämter nur bekleiden, weil sie sich gut im Lebenslauf machen.

120 Kirchenräte wurden neu gewählt

Per 1. Juni hat bei den Kirchenräten der 85 römisch-katholischen Kirchgemeinden des Kantons Luzern die neue Legislatur begonnen. Rund 450 Kirchenrätinnen und -räte haben mittlerweile ihre Arbeit aufgenommen, davon wurden rund 120 neu gewählt. Die Gesamtzahl der Sitze variiert von Legislatur zu Legislatur leicht, da die Kirchgemeinden die Anzahl Kirchenratsmitglieder selber festlegen können. In 16 Kirchgemeinden wurden per 1. Juni die Präsidien neu besetzt, in 18 Kirchgemeinden kam es zu einem Wechsel des Kirchmeiers. Es sind die folgenden:

  • Büron: von Josef Wyss zu Andrea Steiger
  • Ebikon: von André Mühlthaler zu Hugo Christen
  • Egolzwil-Wauwil: von Conny Gehrig zu Daniela Lehni
  • Eich: von Andrea Waldispühl zu Andréa Wermelinger
  • Emmen: von Robert Suter zu Maria Vetter
  • Gettnau: von Doris Meier zu Irène Burkard
  • Geuensee: von Eveline Dahinden zu Daniela Duss
  • Grosswangen: von Bruno Kappeler zu Markus Kunz
  • Hildisrieden: von Urs Amrein zu Sandra Bründler
  • Horw: von Konrad Meyer zu Bettina Beck Bertschmann
  • Marbach: von Benjamin Wigger zu Markus Felder
  • Nottwil: von Beatrice Bieri zu Judith Dobler
  • Rickenbach: von Hans Furrer zu Brigitte Wey
  • Ruswil: von Beat Heini zu Lisbeth Blum
  • Schwarzenberg: von Marie-Theres Niederberger zu Josef Lötscher
  • Sempach: von Andreas Weishäupl zu Max Bachmann
  • St. Urban: von Peter Müller zu Beatrix Imbach
  • Sursee: von Jeannine Bossart zu Inge Venetz

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