Kommentar

Neue Machtblöcke nach Parlamentswahlen in der Stadt Luzern

Die Öko-Allianz ist Geschichte. Die neuen Machtblöcke in Luzern heissen Links-Grün und Bürgerlich-GLP.

Robert Knobel
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Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region.

Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region.

Bild: LZ

Die grösste Zentralschweizer Stadt folgt dem nationalen und regionalen Trend: Die Grünen sind die Sieger der Wahlen in der Stadt Luzern. Neu kommen SP/Grüne im Luzerner Stadtparlament auf exakt die Hälfte der Sitze.

Hat Links-Grün somit auch an Einfluss gewonnen? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Denn: Schon bisher verfügten SP und Grüne zusammen mit der GLP über die absolute Mehrheit im Parlament. Doch die GLP hat sich in jüngster Zeit deutlich den Bürgerlichen zugewandt. Sie ist nicht mehr die automatische Mehrheitsbeschafferin für Links-Grün.

Diese Tendenz wird sich jetzt noch verstärken. Denn die GLP ist dringend auf die Unterstützung der Bürgerlichen angewiesen, damit GLP-Stadt­rätin Manuela Jost die Wiederwahl schafft. Ihr Sitz ist diesmal noch stärker gefährdet als vor vier Jahren. Denn damals waren Josts Gegner die Bürgerlichen.

Heute aber ist es vielmehr die SP, die wählerstärkste Partei der Stadt. CVP und FDP werden alles tun, um einen zweiten SP-Sitz im Stadtrat zu verhindern, und sie werden Manuela Jost daher nach Kräften unterstützen. Gratis ist solche Wahlhilfe nicht. Das weiss niemand besser als Manuela Jost selber, die 2016 im zweiten Wahlgang von den Linken «gerettet» wurde. Doch die damals geschmiedete «Öko-Allianz» ist Geschichte: Die neuen Machtblöcke in Luzern heissen Links-Grün und Bürgerlich-GLP. Entsprechend ­werden die Bürgerlichen an eine wiedergewählte GLP-Stadträtin klare Forderungen stellen.

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