Luzerner Spitäler bereiten schrittweise Rückkehr in den Normalbetrieb vor

Ab Montag werden an den Luzerner Spitälern wieder nicht dringliche Eingriffe durchgeführt.

Dominik Weingartner
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Das Kantonsspital Luzern stellt die Isolierungsstation für Corona-Patienten vor.

Das Kantonsspital Luzern stellt die Isolierungsstation für Corona-Patienten vor.

Bild: Patrick Hürlimann (Luzern, 5. März 2020)

Die Entspannung rund um das Coronavirus wirkt sich ab kommender Woche auch auf die Luzerner Spitäler aus. Nachdem sowohl das Luzerner Kantonsspital (Luks) als auch die Hirslanden-Klinik St.Anna Mitte März auf Notfallbetrieb umgestellt haben, soll jetzt Stück für Stück in die Normalität zurückgekehrt werden, wie die beiden Gesundheitsinstitutionen am Donnerstag mitgeteilt haben.

Das betrifft unter anderem die nicht dringlichen Eingriffe, die Mitte März ausgesetzt worden sind. «Die Kapazitäten für elektive operative Eingriffe, weitere Behandlungen sowie Sprechstunden werden an allen Standorten sukzessive erhöht», teilt das Luks mit. Die Operationen würden nach medizinischen Kriterien priorisiert und angesetzt. Dies sei nur schrittweise möglich, weil der Rückbau vom Notfall- auf den Notbetrieb «für ein Spital mit der Grösse und Komplexität des Luks eine akribische Planung» voraussetze. Zunächst würden «insbesondere die ambulanten Eingriffe gefördert». Die betroffenen Patienten sowie die zuweisenden Ärzte würden «zeitnah» vom Luks informiert, wie es weiter heisst.

Tumor-, Herz- und Hirnoperationen

Auf Anfrage präzisiert Luks-Sprecher Linus Estermann, dass «in einem ersten Schritt Eingriffe mit einer hohen Dringlichkeit» durchgeführt würden. Dazu gehören zum Beispiel Tumor-, Herz- und Hirnoperationen. Weil seit Mitte März nur noch Notfalloperationen durchgeführt wurden, «besteht nun ein grosser Nachholbedarf», so Estermann. Eine genaue Zahl, wie viele Operationen nachgeholt werden müssen, kann er nicht nennen. Estermann stellt aber klar: «Im Interesse der Patientinnen und Patienten werden wir im Rahmen der Vorgaben ab dem 27. April möglichst viele Behandlungen durchführen. Der Zeitplan bleibt durch den weiteren Verlauf der Pandemie bestimmt.»

Patienten getrauen sich wieder ins Spital

Weiter betont der Luks-Sprecher: «Erkrankte Personen können und sollen sich jederzeit ohne Bedenken an den Hausarzt wenden und zur weiteren Behandlung ins Spital eintreten.» Der Schutz vor einer Ansteckung sei mit der konsequenten Trennung von Corona- und Nicht-Coronapatienten gewährleistet. Zuletzt habe man wieder einen «Anstieg an stationären und ambulanten Eintritten und Behandlungen» feststellen können», so Estermann.

Auch die Hirslanden-Klinik St. Anna kehrt ab Montag teilweise in den Normalbetrieb zurück. Zudem werden die im Zuge der Coronakrise geschlossenen Standorte im Bahnhof Luzern und in Meggen wiedergeöffnet. Dennoch betont Klinikdirektor Martin Nufer: «Es ist nicht so, dass wir zur Normalität zurückkehren, wie wir sie vor Corona kannten.» Vielmehr bewege man sich vorwärts in eine «neue Normalität, in der wir sowohl Covid-Infizierte als auch alle anderen Patientinnen und Patienten sicher und in der gewohnten Qualität behandeln.» Ein Teil dieser «neuen Normalität» ist, dass das Besuchsverbot bestehen bleibt. Ausnahmen sind wie bisher nahe Angehörige von sterbenden oder unterstützungsbedürftigen Patienten sowie Partner von gebärenden Frauen.