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Neue Rigi-Gondelbahn: Bauen ist erlaubt – trotz Schutzstatus

Die neue Gondelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad würde durch ein eidgenössisches Schutzgebiet führen. Um Einsprachen zu vermeiden, sind weitläufige Abklärungen in Gange.
Niels Jost
Soll einer Gondelbahn weichen: Die Seilbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad. (Bild: Pius Amrein, 19. April 2016)

Soll einer Gondelbahn weichen: Die Seilbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad. (Bild: Pius Amrein, 19. April 2016)

«Eine Gondelbahn soll es sein». So betitelte unsere Zeitung anfangs Dezember den Entscheid der Rigi Bahnen AG, die bestehende Luftseilbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad durch eine Gondelbahn zu ersetzen. Seither ist eine gewisse Verunsicherung in der Bevölkerung zu spüren, befeuert durch die Diskussionen rund um die Charta Rigi 2030. Wird der Wald künftig wegen der neuen Gondelbahn eine kahlgeholzte Schneise aufweisen? Wird dem Landschaftsschutz Rechnung getragen?

Diese Unklarheiten fussen darin, dass die Gondelbahn auf mehr als den bestehenden drei Stützen geführt werden müsste. Schätzungsweise 15 Masten wären nötig, sagte Rigibahnen-CEO Stefan Otz gegenüber unserer Zeitung.

Doch dürften diese überhaupt gebaut werden? Schliesslich ist die gesamte Rigi-Flanke – inklusive der Tal- und Bergstation der Bahn von Weggis nach Kaltbad – im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) aufgeführt. Dieses hat zum Ziel, «die landschaftliche Vielfalt der Schweiz zu erhalten, und sorgt dafür, dass die charakteristischen Eigenheiten dieser Landschaften bewahrt werden». Steht das geplante Vorhaben im Widerspruch dazu?

Schutzziele sind sehr offen formuliert

Nicht direkt. Zwar ist das BLN für die Erteilung von Bewilligungen verbindlich, aber die darin formulierten Schutzziele sehr offen formuliert. Etwa: «Die vielfältige Landschaft mit den steilen bewaldeten Abhängen, Felsbändern, Wäldern und dem reich strukturierten Kulturland erhalten.» Diese Schutzziele verbieten es nicht grundsätzlich, innerhalb des Perimeters zu bauen. Vielmehr erfordern sie sorgfältige Abklärungen und eine Interessensabwägung, gerade bei grossräumigen Projekten wie jenem der Rigibahnen.

«Bei der Beurteilung des Projekts wird zunächst evaluiert, welche Schutzziele für das betroffene Gebiet relevant sind und inwiefern das Vorhaben diese verändert», sagt Fredi Guggisberg. Er ist Sekretär der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK), welche zuhanden des Bundes unter anderem Gutachten über Projekte erstellt, die BLN-Schutzgebiete beeinträchtigen könnten.

Rigi Bahnen AG: Waldschneise soll nicht grösser werden

Die ENHK beurteilt rund 130 Fälle pro Jahr. Gut möglich, dass die Kommission demnächst auch das Rigi-Dossier vorprüfen wird. Die Rigibahnen haben gemeinsam mit einem interdisziplinären Team aus Bau- und Seilbahningenieuren, Geologen, Lawinenspezialisten und Umweltfachleuten ein Umweltverträglichkeitsdossier zur Vorprüfung erarbeitet. Darin habe man das zuständige Bundesamt für Verkehr gebeten, die ENHK einzubeziehen, sagt Jörg Lustenberger, der bei den Rigibahnen das Gesamtprojekt Erneuerung Seilbahn Weggis-Rigi Kaltbad leitet.

Ihm zufolge prägen der Natur- und Landschaftsschutz das Projekt «sehr stark», insbesondere bei der Streckenführung. «Den ursprünglichen Ansatz einer tiefen Seilführung haben wir zwischenzeitlich im Dialog mit Ämtern und Schutzverbänden weiterentwickelt», sagt Lustenberger und ergänzt:

«So soll keine Erweiterung der heute bestehenden Waldschneise im Bereich Chilewald am Rigi-Südhang nötig sein.»

Mit dem Umweltverträglichkeitsdossier setze man zudem «alles daran, den Fussabdruck des Gondelbahnprojekts so klein wie nur möglich zu halten».

Ziel der Abklärungen: Einsprachen verhindern

Lustenbergers Antworten lassen darauf schliessen, dass die Rigibahnen das Gondelbahn-Projekt schon jetzt, im frühen Projektstadium, möglichst breit abstützen wollen. In Gespräch ist man neben den eidgenössischen Ämtern mit dem Kanton, der Gemeinde Weggis und Anrainern. «Ziel ist es, alle erdenklich relevanten Aspekte abzuklären, Inputs abzuholen um das Projekt laufend zu optimieren, Planungsrisiken zu reduzieren und die Rechtssicherheit zu erhöhen.»

Letzteres dürfte wichtig sein, um allfällige Einsprachen zu verhindern. Auch die Bevölkerung soll im Mai 2019 an einer Veranstaltung informiert werden.

Im Gange sind laut Lustenberger zudem Gespräche mit Grundeigentümern betreffend Bau- und Überfahrrechten bei der Tal- und Bergstation. Ziel sei es, Ende 2019 das Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr einzureichen. «Mit dem Bau könnte dann im Optimalfall im Herbst 2021 begonnen werden.»

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