Neue Rigi-Gondelbahn: Heikles Gutachten liegt vor – bleibt vorerst aber unter Verschluss

Der Bund äussert sich grundsätzlich «positiv» zum geplanten Neubau der Gondelbahn von Weggis nach Kaltbad, sagt die Rigi Bahnen AG. Die Petitionäre fordern, den Inhalt des Gutachtens öffentlich zu machen. 

Niels Jost
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Die Konzession für die Seilbahn von Weggis nach Kaltbad läuft im Herbst 2022 aus.

Die Konzession für die Seilbahn von Weggis nach Kaltbad läuft im Herbst 2022 aus. 

Bild: Manuela Jans-Koch, 26. Januar 2019

Die Rigi Bahnen AG hat diese Woche das Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) erhalten. «Nach unserer ersten Lesung ist das Gutachten positiv, fordert aber auch weitere Abklärungen und Nachweise», teilten die Rigi Bahnen am Freitagmorgen mit. 

Das Gutachten ist wegweisend für den geplanten Neubau der Gondelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad. Dies, weil die ENHK eine grundsätzliche Stellungnahme zur Umweltverträglichkeit an die Behörden abgibt, also ob das Bauprojekt beispielsweise im Schutzgebiet der Rigi Südflanke realisiert werden kann, oder nicht. 

Betroffene werden Ende Monat informiert

Zu welchem Schluss die ENHK genau gekommen ist, bleibt unklar. Die Rigi Bahnen AG wird das Gutachten vorerst unter Verschluss halten. «Wir werden es in den kommenden Wochen vertieft analysieren und die nötigen Abklärungen tätigen», heisst es in der Mitteilung weiter. Spätestens im Plangenehmigungsverfahren soll die Stellungnahme jedoch offengelegt werden.

Die Interessensvertreter der Grundeigentümer, Schutzverbände und Interessensgemeinschaften sollen Ende Januar über das Gutachten informiert werden, die breite Öffentlichkeit dann bis Ende Februar.

Petitionäre fordern Transparenz

Derweil fordern die Verantwortlichen der beiden Petitionen «Nein! zu Rigi-Disney-World» und «Rigi: 800'000 sind genug!» vom Weggiser Gemeinderat, das Gutachten zu veröffentlichen – wie dies etwa die Stadt Luzern über das ENHK-Gutachten zum Neubau des Luzerner Theaters gemacht habe. Die Bevölkerung habe ein Recht, zu erfahren, welches Ausmass das geplante Bauprojekt auf das Schutzgebiet gemäss der ENHK habe, schreiben die Petitionäre in einem Leserbrief in der «Wochenzeitung», dem Mitteilungsblatt der Gemeinde. 

Vom Leserbrief habe man Kenntnis genommen, sagt Godi Marbach, Geschäftsführer der Gemeinde, auf Anfrage. Genau gleich wie die Rigi Bahnen habe man das Gutachten diese Woche erhalten. Ob und wann man es veröffentlichen werde, werde man zu gegebener Zeit prüfen, wenn die Teilzonenplanrevision anstehe, welche für den Bau der Gondelbahn notwendig wird.

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