NEUE STUDIE: «Lucerne Marathon» erhält viel Lob vom WWF

«Umwelt-Champion»: Mit diesem Titel darf sich der Lucerne Marathon schmücken. Doch es hat auch Nachzügler – und solche, die an der WWF-Umfrage gar nicht erst teilnehmen wollten.

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Impression vom Lucerne Marathon 2008. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Impression vom Lucerne Marathon 2008. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Grossveranstaltungen in Sport und Kultur locken in der Schweiz jährlich gegen 9 Millionen Besucher an. Das bedeute gute Unterhaltung, aber auch eine grosse Umweltbelastung, wie die Umweltschutzorganisation WWF mitteilt. Die An- und Abreise sowie die Verpflegung würden dabei besonders ins Gewicht fallen. Für die Studie «Umweltperformance von Grossveranstaltungen» wurden zudem die Bereiche Abfall/Wasser und Energie/Infrastruktur sowie die Existenz und die Qualität eines Umweltkonzepts untersucht.

Zahlreiche Läufer reisen mit öV an
Als positives Beispiel national obenaus schwingt unter anderem der seit dem Jahr 2007 durchgeführte Lucerne Marathon. Dieser habe sich in kurzer Zeit zu einem «Vorzeigeanlass» entwickelt. Hier sei das Umweltmanagement in der Gesamtorganisation verankert und die Umweltziele sind im Pflichtenheft jedes Ressortchefs aufgeführt. 69% der Teilnehmenden kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Velo oder zu Fuss. Der Energiebedarf wird mit Strom aus Wasserkraft gedeckt. Die Treibhausemissionen werden kompensiert, zur Abfallvermeidung werden Mehrweggebinde eingesetzt und der Anteil vegetarischer Verpflegung ist mit 85% überdurchschnittlich hoch. Potenzial für Verbesserungen werden bei der Kommunikation der Zielerreichung (Wie sieht der Ressourcenverbrauch über die Jahre aus?) sowie in der Verpflegung geortet.

Ruderwelt ist auf gutem Kurs
Der Anlass «Ruderwelt Luzern» hat es in die Kategorie der «Herausforderer» geschafft, die «gute Ansätze zeigen und ihr Umweltengagement verstärken wollen». Der Anlass kommuniziert in seinem Leitbild, dass er Sorge zur Natur am Rotsee tragen will. Ruderwelt Luzern hat eine Umweltverantwortliche und kooperiert seit Jahren mit Behörden und Umweltschutzorganisationen. Ein Umweltkonzept ist in Erarbeitung. Dank Einsatz von Mehrweggebinden und neuem Druckkonzept konnte der Ressourcengebrauch eingeschränkt werden. Die Potenziale liegen beim Einsatz von ökologischen Produkten wie Bio-Produkten, Recycling-Papier und Energie effizienten Geräten.

Keine Antwort unter anderem vom FCL
Zu den «(Umwelt-)Nachzüglern» gehören unter anderem die Fussball- und Eishockeyveranstaltungen der obersten Nationalliga. Separat erfasst wurden grosse Veranstaltungen, die alle drei bis sechs Jahre oder dezentral stattfinden, wie die Turn-, Schwing- und Jodelfeste oder der «slowUp». Auch diese Veranstaltungen weisen Optimierungspotential in Sachen Umweltschutz auf. 40 von 78 angeschriebenen Veranstaltern haben nicht geantwortet. Die Mehrheit von ihnen dürfte den Nachzüglern und einige wenige den Herausforderern zuzurechnen sein, wie es weiter heisst. Aus der Region nicht an der Umfrage teilnehmen wollten die angeschriebenen Organisatoren der Veranstaltungen Alpentöne Altdorf und Stanser Musiktage sowie der FC Luzern.

scd