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Neue Wasserleitung durch den Sempachersee geplant

Acht Gemeinden wollen bei der Wasserversorgung rund um den Sempachersee gemeinsame Sache machen. Dafür braucht der Verbund Aquaregio neue Leitungen und zusätzliches Wasser. Bei letzterem fliesst Hilfe aus einer Agglomeinde.
Ernesto Piazza

In den Gemeinden rund um den Sempachersee kann es im Hochsommer bei der Wasserversorgung an Spitzentagen zu Engpässen kommen. Um diesen Bedarf abzudecken, sucht die Region nach Lösungen. Dabei geht es auch darum, den Wasserbezug für die stets wachsende Bevölkerung künftig sicherzustellen. Hierfür soll am 1. Januar 2019 die Aquaregio AG Wasser Sursee-Mittelland gegründet werden (Artikel vom 11. Juli).

Zum neuen Versorgungsgebiet gehören Sursee, Sempach, Beromünster, Eich, Hildisrieden, Nottwil, Oberkirch und Schenkon. «Das ist eine ideale Ausgangslage, umfasst die Gesellschaft damit alle bedeutenden Wasserwerke und Wasservorkommen in der Region», sagt Sacha Heller (FDP). Er ist noch bis Ende August Bauvorsteher von Oberkirch und Präsident der einfachen Gesellschaft Aquaregio. Zusammen mit den Partner-Wasserversorgungen Neudorf, Gunzwil und Schwarzenbach sollen künftig 40 000 Wasserbezüger beliefert werden. Die Grundwasserversorgung Eich-Gunzwil-Beromünster ist neu ebenfalls Bestandteil der Aquaregio.

Emmen kann täglich 5000 Kubikmeter liefern

Die zu gründende Gesellschaft will rund 21,2 Millionen Franken investieren (siehe Grafik). Dabei geht es etwa um die Verbindungsleitung zwischen dem Wasserreservoir Hauacher auf Schenkoner Gemeindegebiet zum Reservoir Blosenberg. Dieses liegt auf rund 800 Meter beim ehemaligen Landessender Beromünster und muss zudem erneuert und erweitert werden. Ein Kernstück der Investitionen ist die Seeleitung zwischen den beiden Hauptwasserversorgern der Region – dem Seewasserwerk in Sempach und den auf Surseer und Schenkoner Boden liegenden Grundwasserwerken im Zellmoos. Dafür sind 5,37 Millionen Franken geplant.

Um die vorgesehene Menge für die Bevölkerung sicherzustellen, ist Aquaregio in Emmen fündig geworden. Neben dem Eigenverbrauch werden von dort auch Rothenburg und Ebikon beliefert. Dennoch liegt die Bezugsmenge aktuell nur bei 65 Prozent. «Wir konnten daher mit Emmen einen entsprechenden Wasserliefervertrag abschliessen», erklärt Heller. Die Vereinbarung sieht vor, dass von dem in der Gemeinde Neuenkirch liegenden Emmer Reservoir Rippertschwand pro Tag maximal 5000 Kubikmeter Wasser bezogen werden können. Hierfür soll Aquaregio eine Grundgebühr zahlen. Im ersten Jahr 332'500 Franken. In der Folge steigt der Betrag bis auf 475'000 Franken an (ab viertem Jahr) und bleibt fortan auf dieser Stufe. Dazu kommen 13 Rappen pro tatsächlich bezogenem Kubikmeter.

Gebührenhoheit bleibt bei den Gemeinden

Für die Leitung vom Werk Rippertschwand zum Seewasserwerk in Sempach werden 6 Millionen Franken veranschlagt. 2020 will man sie bauen. 2021 könnte das Wasser so in die Region Sempachersee fliessen.

Geplant ist, die Investitionen in den nächsten zehn Jahren zu tätigen. Der Nettobetrag beträgt rund 15,3 Millionen Franken. Die Differenz von 5,9 Millionen zu den oben erwähnten 21,2 Millionen resultiert aus Rückstellungen. Sie müssen mit den Vernetzungs- und Erschliessungsprojekten in Zukunft nicht mehr vorgenommen werden. «Die Kosten halten sich im üblichen Investitionsrahmen», sagt Heller.

Sechs Gemeinden sind nicht dabei

Während sich acht Gemeinden an der Aquaregio AG beteiligen wollen, haben sich Buttisholz, Grosswangen, Knutwil, Mauensee, Wauwil und Büron dagegen entschieden. Der Grosswanger Finanzvorsteher Cornel Erni (FDP) sagt zum Verzicht: «Wir beurteilen den geplanten Verbund grundsätzlich als gute Sache. Unsererseits besteht aber kein akuter Handlungsbedarf. Wir halten es für sinnvoller, im kleineren Gebiet eine gemeinsame Lösung zu suchen.» Konkret: Grosswangen will weiter auf die bestehende Zusammenarbeit mit Buttisholz bauen und zugleich die Fühler Richtung Ettiswil ausstrecken. Beim Entscheid, nicht mitzumachen, habe sicherlich auch der Gedanke gespielt, dass man dadurch an Autonomie verloren hätte, so Erni.
Als «sinnvoll – gerade mit dem neuen Versorgungsperimeter», erachtet der Knutwiler Ressortverantwortliche Peter Boog (FDP) den neuen Verbund. Dass die Gemeinde nicht mitmacht, liegt unter anderem daran, «dass wir genug Wasser haben, ja sogar welches nach Mauensee, an den Ortsteil Kaltbach, abgeben».
Auch im Notfall wäre Knutwil gerüstet. Die Gemeinde könnte auf einen seit vielen Jahren bestehenden Verbund mit dem Wasserversorgungsnetz der Stadt Sursee zurückgreifen. Zudem habe man in den letzten Jahren viel in die Anlagen investiert. Diese befänden sich also in einem guten Zustand, erklärt Boog weiter. Zudem geht er davon aus, dass das Wasser bei einem Beitritt für Knutwil teurer würde. «Momentan bezahlt man bei uns rund 70 Rappen für den Kubikmeter.» (ep)

Mit der neuen Gesellschaft bleibt die Gebührenhoheit weiter bei den Gemeinden beziehungsweise den Wasserversorgungen. Trotzdem habe man einen Vergleich der Kosten pro Kubikmeter mit und ohne Aquaregio gemacht, erklärt Heller. Ohne die neue Gesellschaft liegt der Verrechnungspreis bei 2 bis 3 Franken pro Kubikmeter. Mit Aquaregio sinkt der Betrag auf 1.80 Franken bis 2.30 Franken. Das ergäbe eine Kostenreduktion von 10 bis 25 Prozent – und eine Leistungserhöhung, so Heller. Die allgemeine Versorgungssicherheit werde verbessert, besonders an Spitzentagen.

Die Annahme sei aber falsch, so Heller, der Wasserpreis im Aquaregio-Gebiet würde sich künftig auf der obgenannten Grösse einpendeln. Dies, «weil im Verrechnungspreis keine Einnahmen aus einmaligen Gebühren, wie Anschlussgebühren, berücksichtigt sind.»

Aktienkapital beträgt 11 Millionen

Anfangs 2019 soll die 2016 gegründete Aquaregio in eine AG mit dem Kapital von 11 Millionen Franken überführt werden. Die sechs Gemeinden beteiligen sich mit je 100'000 Franken. Mehrheitsaktionäre sind die Wasserversorgungen. Die Bürger müssen über den Beitritt noch befinden.

«Die Wasserversorgung ist auch immer mit ein wenig Prestige verbunden», weiss Heller. «Doch die Besitzer verkaufen nicht jemandem etwas. Sie bringen ihre Anlagen in die Gesellschaft ein und werden wieder Besitzer eines Teils vom Ganzen.» Es wechsle einfach die Rechtsform. «Gemeinsam sind wir stark», sagt Heller auch mit Blick auf die momentane Wassersituation. Sie sei noch nicht prekär, «aber mit der neuen Gesellschaft wären wir genau für solche Situationen gewappnet». Im Herbst finden in den einzelnen Gemeinden die Abstimmungen für einen Beitritt statt.

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