Neue Weggiser Rosenkönigin überrascht mit ihrem Beruf

Jasmin Nietlisbach aus Immensee wurde am Samstag in Weggis die Krone aufgesetzt. In ihrem Alltag steuert sie grosse Fahrzeuge.

Natalie Ehrenzweig
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Die neue Rosenkönigin Jasmin Nietlisbach (dritte von links) aus Immensee lässt sich in Weggis feiern. (Bild: Manuela Jans-Koch, 7. Juli 2019)

Die neue Rosenkönigin Jasmin Nietlisbach (dritte von links) aus Immensee lässt sich in Weggis feiern. (Bild: Manuela Jans-Koch, 7. Juli 2019)

Eigentlich müsste sich Jasmin Nietlisbach jetzt ein neues Namensschild für ihren Lastwagen machen lassen. Denn die 18-jährige Lastwagenchauffeurin ist seit Samstagabend die neue Weggiser Rosenkönigin. Sie hat sich gegen neun Konkurrentinnen in zwei Wahlgängen durchgesetzt. «Meine Mutter hat mich motiviert, bei der Wahl mitzumachen. Sie hat mir auch dabei geholfen, die Rosen zu sammeln», verrät die Immenseerin lachend. Bei der Rosenköniginwahl kann grundsätzlich jede Frau über 18 Jahren mitmachen, die es schafft, mindestens 20 Rosen zu bekommen.

Die erforderlichen Rosen zu sammeln sei übrigens recht schwierig, wenn man im Dorf niemanden kenne, betont Caroline Wick, eine der vier gewählten Prinzessinnen. «Ich dachte, da jetzt Kate und Megan schon Prinzessinnen sind, ist das vielleicht die letzte Gelegenheit für einen royalen Titel», sagt die Birsfelderin bei der Präsentation am Sonntag der Rosenkönigin und ihren Prinzessinnen. Moderator Clau Item macht sie darauf aufmerksam, dass er auch Prinz Harry ähnlich sehe.

Mit dem Reisegutschein gehts nach Bali

Jasmin Nietlisbach durfte am Samstag einen Reisegutschein im Wert von 2000 Franken und einen Geschenkkorb in Empfang nehmen. Bevor sie aber ins Flugzeug nach Bali steigt, hat sie gestern bereits die ersten Termine im extra für den Anlass geschneiderten Kleid von Manuela Gobetti, die schon für die Miss-Schweiz-Wahlen designt hat, wahrgenommen. Ob die 18-Jährige auch bei der Miss-Wahl mitmachen will, ist offen. Die Aufmerksamkeit ist sie sich allerdings gewohnt: «Ich habe Tanzwettkämpfe in Linedancing und Latin bestritten», sagt sie. Ausserdem mache sie viel Fitness. Und:

«Dass ich so viele Rosen erhalten habe, lag wohl aber auch daran, dass die Leute über meinen Beruf erstaunt waren.»

Das 87. Weggiser Rosenfest hat dieses Jahr etwa 3000 Besucherinnen und Besucher angezogen. «Am Freitag hatten wir Marius Bear und die «Halunke» hier. Diese tollen Bands sorgten für ein Drittel mehr Zuschauer als sonst am Rosenfest-Freitag», sagt OK-Präsidentin Tatjana Hauser. Gefreut hat sie auch das Wetter am Samstag. Der Sturm fegte zwar über Weggis und beschädigte ein Zelt. «Aber sonst gab es keine Probleme, nichts ging kaputt und niemand wurde verletzt. Und um 17 Uhr schien die Sonne wieder». So konnte auch das Feuerwerk am Samstagabend problemlos gezündet werden.

Anders als letztes Jahr wurden heuer keine Rosenkönigin und kein Rosenprinz «80 plus» erkoren. Dieser Preisverleihung wird jeweils vom Alterszentrum Weggis organisiert.

Narzissenfest stand Pate für das Rosenfest

Entstanden ist das Fest aus einem Besuch am Narzissenfest in Montreux von sieben jungen Weggiser Männer. Sie waren überzeugt, dass auch Weggis mit seinen Rosen ein Fest brauche. Sie gründeten den «Klub der Harmlosen» und versuchten, mit Auftritten ihrer Amateur-Jazzband The Harmless Band die Finanzierung dieses Festes auf die Beine zu stellen. 1931 haben sie dann das erste Sommerfest organisiert, zu welchem seither sowohl der Rosenball wie auch die Wahl der Rosenkönigin gehört.