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SBB ersetzen sieben Weichen: Bahnhof Luzern wird für ein Wochenende komplett gesperrt

Am 17. und 18. November sperren die Bundesbahnen den Bahnhof, um neue Weichen einzubauen und so die Sicherheit 
zu erhöhen. Am gleichen Wochenende finden mehrere Anlässe statt. Dies sei nicht zu vermeiden, sagen die SBB.
Chiara Zgraggen
Im Bereich der Langensandbrücke werden im November Weichen ersetzt. Dies führt zu einer Totalsperrung des Bahnhofs Luzern während einem Wochenende. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 18. September 2018)

Im Bereich der Langensandbrücke werden im November Weichen ersetzt. Dies führt zu einer Totalsperrung des Bahnhofs Luzern während einem Wochenende. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 18. September 2018)

In Zusammenhang mit der folgenschweren Zugentgleisung im März 2017 kommt es zu einer weiteren Totalsperrung des Bahnhofs Luzern. Ab dem 17. November um 4 Uhr bis am darauffolgenden Montagmorgen um 4 Uhr verkehren nur noch die Züge der Zentralbahn. Am Freitag ab 21:30 Uhr fährt die S3 und der Voralpenexpress zwischen Luzern und Luzern Verkehrshaus nicht. Alle anderen Verbindungen fallen aus, weil die SBB bei der Einfahrt in den Bahnhof sieben Weichen ersetzen. Bei den betroffenen Weichen handelt es sich um Spezialanfertigungen, die unter anderem bei der Einfahrt in die Bahnhöfe Luzern und Basel eingebaut wurden. An beiden Orten kam es im letzten Jahr zu Zugentgleisungen. Deshalb haben die SBB entschieden, die Weichen zu ersetzen. Ob diese Tatsächlich Auslöser für die beiden Unfälle waren, ist noch nicht restlos geklärt (siehe Box).

«Maschinen Monate im Voraus reserviert»

Die Totalsperrung des Bahnhofs erfolgt just an jenem Wochenende, an dem viele Veranstaltungen in Luzern stattfinden. Darunter das Lucerne Blues Festival oder das Piano Festival. Die Schweizer Fussballnationalmannschaft spielt in Luzern gegen Belgien. Darauf könne man keine Rücksicht nehmen, sagt SBB-Sprecher Reto Schärli: «Die Maschinen, die für die Arbeiten benötigt werden, mussten schon Monate im Voraus reserviert und eingeplant werden. Eine Verschiebung ist deshalb leider nicht möglich.» Die SBB erarbeiten für den Transport der Reisenden ein Ersatzkonzept. Doch weshalb finden die Arbeiten nicht nachts statt? «Die Hauptarbeiten sind im Bahnhof Luzern an so vielen Weichen nicht ohne Sperrung möglich», so Schärli. Die Planung der Weichenerneuerung habe bereits Ende 2016 begonnen – also vor dem folgenschweren Unfall. «Weichen und Schienen müssen aufgrund ihrer Abnützung regelmässig ersetzt werden. Nach der Entgleisung wurde beschlossen, zusätzlich weitere Weichen umzubauen, um die Sicherheit weiter zu verbessern», sagt Schärli.

Dazu gehört auch, dass die Geometrie der Weichen angepasst wird. Will heissen: Der Radius wird verändert. Dies erhöhe die Sicherheit zusätzlich. Bereits im März dieses Jahres haben die SBB Arbeiten an den Weichen bei der Einfahrt in den Bahnhof Luzern ausgeführt. Dabei wurde der Verschluss der Weichenzunge durch ein neueres Modell ersetzt. Der Verschluss hält den beweglichen Teil bei der Überfahrt eines Zuges in der richtigen Position. Nun werden die Weichen also komplett ersetzt.

Totalsperrung wird zum Politikum

Die Totalsperrung des Bahnhofs Luzern beschäftigt bereits die eidgenössischen Räte. Nationalrat Michael Töngi (Grüne) und CVP-Nationalrätin Andrea Gmür-Schönenberger haben Fragen zum Thema eingereicht. Diese werden voraussichtlich am Montag im Rahmen der Fragestunde vom Bundesrat beantwortet. Töngi ist nicht zufrieden mit der Totalsperrung. Unter anderem will er wissen: Gibt es keine Möglichkeit, diese Arbeiten ohne Schliessung des Bahnhofs zu machen? Wie lange müssen die Luzerner noch warten, bis Reparaturen und Unfälle nicht mehr zu Gesamtsperrungen des Bahnhofs führen? Michael Töngi bleibt realistisch, wie er auf Anfrage sagt: «Ich kann die Schliessung kaum verhindern. Aber ich wünsche für Luzern mindestens eine gute Organisation von Seiten der SBB.»

Untersuchungsbericht soll bald vorliegen

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) untersucht die beiden Zugunglücke in den Bahnhöfen Luzern und Basel bereits seit eineinhalb Jahren. Der Untersuchungsbericht soll laut Christoph Kupper, Bereichsleiter Bahnen und Schiffe, bald folgen. Eines sei sicher: «Bei den Unfällen spielten mehrere Faktoren eine Rolle – fahrzeug- und infrastrukturseitig.» Einer dieser Faktoren könnte etwa die Abnutzung der Räder gewesen sein. (zgc)

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