NEUENBURG / LUZERN: Luzerner Chefstatistiker wechselt zum Bund

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat ab Anfang Oktober wieder einen Direktor. Den Posten übernimmt Georges-Simon Ulrich, der seit Mai 2011 die Statistikbehörde des Kantons Luzern leitet.

sda
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Georges-Simon Ulrich wird neuer Chef des Bundesamts für Statistik, hier an der Medienkonferenz neben Bundesrat Alain Berset (rechts). (Bild: Keystone)

Georges-Simon Ulrich wird neuer Chef des Bundesamts für Statistik, hier an der Medienkonferenz neben Bundesrat Alain Berset (rechts). (Bild: Keystone)

Ulrich ist Betriebsökonom mit Doktortitel. Er verfüge über einen breiten fachlichen und wissenschaftlichen Hintergrund für die neue Aufgabe, teilte das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) mit. Ausserdem habe er auch Führungs- und Verwaltungserfahrung. Vor 2011 war Ulrich beim GfS-Forschungsinstitut in Zürich tätig.

Mit seiner Erfahrung in der öffentlichen Statistik und im Austausch mit kantonalen und internationalen Stellen sei Ulrich die richtige Person für die Herausforderungen im BFS, sagte Innenminister Alain Berset am Freitag vor den Medien in Bern.

Eine gute Datenbasis sei eine wichtige Grundlage für eine gut funktionierende Demokratie, stellte Ulrich fest. Er freue sich, sein Wissen und seine Erfahrungen für dieses Ziel einzusetzen.

Bis zu seinem Stellenantritt wird Ulrich in die strategischen Entscheidungen einbezogen. Interimistisch führt weiterhin das Geschäftsleitungsmitglied François Baumgartner das BFS.

Abgang nach Vorwürfen

Seit dem 20. Februar ist der Chefbeamtenposten im BFS vakant. Damals verliess Jürg Marti nach Kritik von BFS-Mitarbeitern das Bundesamt. Als offiziellen Grund für den Abgang «im gegenseitigen Einvernehmen» gab das EDI «das angespannte Arbeitsklima» an.

Zuvor waren über die «SonntagsZeitung» harsche Vorwürfe von Angestellten publik geworden. Die Rede war von Führungsmängeln, Sexismus und abschätzigen Bemerkungen über Homosexuelle. Das EDI bestätigte die Vorwürfe nicht, wollte sie aber überprüfen. Marti wies die Vorwürfe als unwahr zurück. Nach Martis Abgang kündigte das EDI eine administrative Untersuchung an.