Neuenkirch kann Musik- und Kulturräume auf die Turnhalle bauen

Für 8,6 Millionen Franken wird die Turnhalle in Neuenkirch für Musik- und Kulturräume aufgestockt. Die Zustimmung ist mit 71 Prozent gross, was den Gemeindepräsidenten freut.

Alexander von Däniken
Drucken
Teilen
So soll die aufgestockte Turnhalle in Neuenkirch aussehen. (Visualisierung: PD)

So soll die aufgestockte Turnhalle in Neuenkirch aussehen. (Visualisierung: PD)

Turnen, Musizieren und Theater spielen unter einem Dach: Das wird in Neuenkirch voraussichtlich ab August 2021 möglich sein. Denn die Stimmbürger haben am Sonntag einem Kredit über 8,636 Millionen Franken zur Aufstockung der Turnhalle Grünau zugestimmt – mit einem Ja-Anteil von 71,1 Prozent und bei einer Stimmbeteiligung von knapp 34 Prozent.

Die Aufstockung um die Musik- und Kulturräume ist nötig. Zwar stehen den Guggenmusiken, der Musikschule und den Vereinen Räume in anderen Gebäuden zur Verfügung. Doch die Gebäude sind stark sanierungsbedürftig. Der Gemeinderat hat sich auch deshalb für eine Aufstockung der Turnhalle entschieden, weil kein zusätzliches Land benötigt wird, keine Erschliessungskosten anfallen und Synergien mit dem Schulcampus genutzt werden können.

«Keine Pflästerlipolitik, sondern Schritt vorwärts»

Gemeindepräsident Kari Huber (CVP) zeigte sich ob des positiven Entscheids glücklich: «Das freut mich sehr. Es ist ein Bekenntnis zur Kultur, zur Musik und zum Gesang.» Die Bevölkerung habe zudem zu einem nicht alltäglichen Projekt Ja gesagt, «und damit gezeigt, dass es keine Pflästerlipolitik mit reinen Sanierungen will, sondern einen Schritt vorwärts macht.»

Auch für den Gemeindepräsidenten ist das Projekt nicht alltäglich. «Oft wird bei der Kultur zurückgesteckt, wenn es ums Geld geht. Schön, dass wir hier ein starkes Zeichen setzen können», so Huber. Spezielle Projekte erfordern nun spezielle Massnahmen. Weil der Bau während des Schulbetriebs stattfindet, gilt laut Huber «Safety first». Bau- und Schulbetrieb würden getrennt, bei Bedarf wird ein Sicherheitsdienst hinzugezogen. In den Frühlingsferien werden die Säulen gebaut, in den Sommerferien die Betondecke und der Holzbau.

Auch Zahl der Garderoben wird aufgestockt

Da es sich um eine Dreifachturnhalle handelt, ist die verfügbare Fläche auf dem Dach verhältnismässig gross: Unter anderem finden drei Säle, 18 Musikzimmer und sechs Lagerräume Platz. Freuen dürfen sich auch die Sportler: Sie erhalten zu den vier Garderoben noch zwei weitere dazu. Nicht erweitert wird die Zahl der 100 Parkplätze, unverändert bleibt auch die Bibliothek.

Auf das nun höher gelegene Dach wird eine Fotovoltaik-Anlage gebaut, die einen Grossteil der benötigten Energie produzieren wird. Weil das jetzige Dach die zusätzliche Etage nicht tragen kann, wird über die ganze Halle eine Betondecke gespannt. Für den Aufbau wird Holz verwendet. Er wird zudem durch die Betondecke von der Turnhalle entkoppelt: Wird also unten ein Volleyball übers Netz gedroschen, sollten die Cellospielerinnen eine Etage weiter oben nichts davon hören.

In den Kosten enthalten sind zudem mobile Akustikmassnahmen wie Vorhänge, aber auch Klaviere und Möbel. Wäre der Baukredit abgelehnt worden, hätte die Gemeinde nicht nur nach neuen Lösungen suchen müssen, sondern auch Planungskosten von rund 620'000 Franken abschreiben müssen.