NEUENKIRCH: Luzerner wird höchster Turner

Erwin Grossenbacher amtiert ab dem neuen Jahr als Präsident des Schweizerischen Turnverbandes. Als Ausgleich zum Turnen schwingt er auch gerne mal den Kochlöffel.

Susanne Balli
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Gut in Schuss: Erwin Grossenbacher (54) in seinem Garten in Neuenkirch. (Bild: Neue LZ/Dominik Wunderli)

Gut in Schuss: Erwin Grossenbacher (54) in seinem Garten in Neuenkirch. (Bild: Neue LZ/Dominik Wunderli)

Irgendwie sei man immer wieder auf ihn aufmerksam geworden, sagt Erwin Grossenbacher (54) aus Neuenkirch. Ab dem 1. Januar 2014 amtiert er als höchster Turner der Schweiz. Am 26. Oktober wurde er zum Zentralpräsidenten des Schweizerischen Turnverbandes gewählt (Ausgabe vom 29. Oktober). Damit hat er den Vorsitz des Zentralvor- standes inne, dies ist vergleichbar mit einem Verwaltungsratspräsidenten. Der Schweizerische Turnverband zählt heute rund 370 000 Mitglieder.

Als Vizepräsident eingestiegen

Grossenbacher ist verheiratet mit Silvia, hat drei erwachsene Kinder im Alter zwischen 22 und 27 Jahren und ist Banker bei der Triba Partner Bank AG in Reiden und Sempach Station. Seine Turnerkarriere startete er 1988. «Der Turnverein Reiden organisierte damals das kantonale Verbandsturnfest in Reiden, und der damalige OK-Präsident Albert Steger suchte jemanden für das Organisationskomitee», erzählt Grossenbacher. Seine Sache habe er wohl gut gemacht, denn der damalige Vereinspräsident Heinz Büchi habe ihn 1989 gleich als Vizepräsidenten in den STV Reiden geholt, wo Grossenbacher 1992 als Präsident nachrückte. Er selber ist in Reiden aufgewachsen, lebte aber längere Zeit im Engadin und in Zofingen und kehrte 1988 wieder in seine Heimatgemeinde zurück. Danach setzte Grossenbacher seinen Aufstieg innerhalb des Kantonalturnverbands fort (siehe Kasten).

«Für mich ist die Wahl zum Präsidenten des Schweizerischen Turnverbandes eine riesige Ehre, aber auch eine riesige Aufgabe, vor der ich Respekt habe», sagt er. So würden grosse Erwartungen von Seiten der Breitensportler wie auch von den Spitzensportlern an dieses Amt gestellt. «Hier ist es meine Aufgabe, das Verständnis untereinander zu fördern.»

Viel im Ausland unterwegs

Als höchster Turner der Schweiz hat Grossenbacher pro Jahr zehn Zentralvorstandssitzungen zu leiten, zudem zwei Verbandsleiterkonferenzen sowie eine Abgeordnetenversammlung. «Ausserdem fallen sehr viele Repräsentationsaufgaben an, so zum Beispiel an den verschiedenen Schweizer Meisterschaften, aber auch auf internationaler Ebene an Europa- und Weltmeisterschaften.» Der Schweizerische Turnverband sei Mitglied des europäischen und des Weltturnverbandes, der jedes Jahr einen Kongress durchführe. «So ergeben sich in meiner Funktion häufige Reisen ins Ausland. Das sind dann aber gleichzeitig meine Ferien», erklärt er. Wenn immer möglich begleite ihn seine Frau Silvia ins Ausland. Zwar sei es ein Ehrenamt, das entschädigt werde, «den Lebensunterhalt kann ich davon aber nicht bestreiten».

Fitness und Kameradschaft

Neben seinem Beruf und dem Einsatz für den STV bleibe nicht mehr so viel Zeit. Diese nutzt er als aktiver Turner im Männerturnverein Neuenkirch. «Dabei steht die allgemeine Fitness mit Bewegung und Spiel im Vordergrund. Und natürlich ist auch das anschliessende Zusammensitzen bei einem Bier sehr wichtig», sagt er mit einem Schmunzeln. Einmal im Monat steht aber nicht das Turnen im Vordergrund. Dann nämlich trifft man Erwin Grossenbacher mit Schürze und Kochlöffel hinter dem Herd im Hobbykochclub Neuenkirch. «Kochen ist ein weiteres grosses Hobby von mir», verrät er. Und schliesslich wolle er auch weiterhin die Kameradschaft im Kiwanis-Club Sempachersee pflegen.

Hinweis

Für den neuen Präsidenten des STV findet heute Donnerstag um 19.30 Uhr in der Aula Reiden ein Empfang statt. Ein weiterer Empfang ist geplant am Montag, 4. November, in Neuenkirch um 20 Uhr in der Sporthalle Grünau.