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NEUENKIRCH: Neuer Gedenkweg für Vater Wolf

Gestern wurde der Niklaus-Wolf-Weg anlässlich des Glaubensfestes eingeweiht. Zum Glaubensfest kamen 650 Menschen aus der ganzen Schweiz.
Diakon Stefan Tschudi bei der Einsegnung der ersten Station zum Thema «Hinstehen». «Wer hinsteht, fällt auf, aber nicht um», steht auf der Stele. (Bild Nadia Schärli)

Diakon Stefan Tschudi bei der Einsegnung der ersten Station zum Thema «Hinstehen». «Wer hinsteht, fällt auf, aber nicht um», steht auf der Stele. (Bild Nadia Schärli)

Monika van de Giessen

Jedes Jahr findet am ersten Sonntag im September das Glaubensfest zu Ehren von Niklaus Wolf von Rippertschwand (1756-1832), auch Vater Wolf genannt, statt. Dieser steht vor der Seligsprechung (Ausgabe vom 10. August). Das letzte Wort in dieser Sache hat der Papst (Box).

Zum Glaubensfest zu Vater Wolfs Ehren treffen sich Gläubige aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland auf dem Platz vor der Wallfahrtskapelle. Heuer waren es deren 650. «Dieses Jahr ist wegen der Eröffnung des Niklaus-Wolf-Wegs ein ganz besonderes», freute sich Diakon Stefan Tschudi aus Neuenkirch. «Eine Gestalt wie Vater Wolf tut uns gut. Solche Vorbilder brauchen wir», sagte Priorin Irene Glanzmann vom Kloster Fahr AG beim Zwischenhalt auf dem Bauernhof der Familie Meyer auf Rippertschwand. Niklaus Wolf von Rippertschwand sei ein einfacher Mann gewesen, der den Glauben gelebt habe, so die Priorin. Vater Wolf wird als Helfer und Fürsprecher verehrt. Leute aller Altersstufen bitten Vater Wolf um Hilfe. Dieser war vor allem als Krankenheiler bekannt.

Fünf Findlinge auf dem Rundweg

Gegen 150 Gläubige nahmen den rund vier Kilometer langen, einstündigen Rundweg (reine Marschzeit) unter die Füsse. Der Niklaus-WolfWeg führt durch eine wunderschöne Landschaft, vorbei an Wiesen, Feldern und Bauernhöfen. Der Weg ist kinderwagentauglich und führt von der Unterkirche (Wallfahrtskirche) der Pfarrkirche St. Ulrich nach Rippertschwand und zurück. Dabei kommt man an fünf Stationen sowie dem Wohnhaus von Niklaus Wolf vorbei.

Die fünf Stationen bestehen aus je einem Findling und einer Metallstele mit Text, der einem Keramik-Porträt Ausdruck verleiht. Die Findlinge sind aus Granit-, Nagelfluh- und Kalkgestein. Gestaltet wurden die Stationen von den einheimischen Künstlern Brigitte und Tino Steinemann-Reis aus Rippertschwand (Gastpreisträger 2014 von Kanton und Stadt Luzern). Verantwortlich für den Niklaus-Wolf-Weg zeichnet die Niklaus-Wolf-Stiftung. Elisabeth Bieri (47) wohnt einen Steinwurf von der ersten Station entfernt. Sie findet den Niklaus-Wolf-Weg besonders schön. Steine bedeuten für sie Geschichte, Energie, Kraft und Ruhe. Ihr Partner, Albert Näf (51), aus Neuenkirch, kennt den Weg bestens. Er ist hier aufgewachsen. «Mit diesem Weg bin ich gross geworden.» Er erinnert sich, dass das Glaubensfest früher ein Familientreffen war. Es war so Tradition, dass sich Geschwister, Verwandte und Bekannte nach dem Festgottesdienst bei seinen Eltern auf dem Bauernhof zum Zvieri trafen. In der Stube des Bauernhauses erinnere noch heute ein Bild an Niklaus Wolf von Rippertschwand.

Beten, singen, segnen

Fünf Schwerpunkte sind für den Niklaus-Wolf-Weg definiert worden: Hinstehen, Zusammenkommen, Vorwärtskommen, Vertrauen und Helfen. Bei jedem Findling wurde ein Zwischenhalt eingeschaltet, wobei Diakon Stefan Tschudi die jeweilige Station mit Weihwasser einsegnete. Bei der ersten der fünf Besinnungsstationen, bestehend aus massivem Granit, sagte Tschudi: «Granit ist hart. Hartnäckigkeit sei eine Tugend von Vater Wolf gewesen. Mit beiden Beinen auf dem Boden stehen, das sei es, was ihn auszeichnete.

Tschudi dankte allen Grundbesitzern, die ihr Grundstück für die fünf Stationen des Niklaus Wolf Weges gratis zur Verfügung gestellt haben. Im Anschluss an die Einsegnung des Niklaus Wolf Weges fand gestern Nachmittag der traditionelle Gottesdienst auf dem Platz vor der Wallfahrtskapelle statt.

Vierherr (priesterlicher Mitarbeiter) Thomas Müller aus Sursee, der während 22 Jahren als Pfarrer und Wallfahrts-Seelsorger in Neuenkirch tätig war, hatte ein «Heimspiel». Im Zentrum seiner Festpredigt stand das Jesuswort «Effata! – Öffne dich – tu dich auf!». Mit «Effata!» spreche Jesus einen Taubstummen, vom Leben ausgegrenzten Menschen an und lasse ihn Heil und Heilung erfahren. «Hören und sprechen, sich mitteilen zu können sind wichtige Voraussetzungen, damit Kommunikation mit Anderen und mit Gott gelingen kann», betonte Vierherr Thomas Müller in seiner Festpredigt.

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