NEUENKIRCH: Vater Wolf: 700 Gläubige besuchten Einsegnung

Ein halbes Jahr dauerten die Sanierungsarbeiten der Wallfahrtskapelle von Niklaus Wolf von Rippertschwand. Am Sonntag wurde sie mit einem Festgottesdienst eingesegnet.

Monika Van De Giessen
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Die «Vater-Wolf-Kapelle» befindet sich unterhalb des runden Chorraums der Pfarrkirche Neuenkirch. (Bild: Corinne Glanzmann (Neuenkirch, 3. September 2017))

Die «Vater-Wolf-Kapelle» befindet sich unterhalb des runden Chorraums der Pfarrkirche Neuenkirch. (Bild: Corinne Glanzmann (Neuenkirch, 3. September 2017))

Jeweils am ersten Sonntag im September findet in Neuenkirch das Glaubensfest zu Ehren von Niklaus Wolf von Rippertschwand (1756–1832) statt. Vor zwei Jahren wurde der Niklaus- Wolf-Weg eingeweiht. Gestern stand die renovierte Wallfahrtskapelle im Fokus. Aus der ganzen Schweiz kamen 700 Gläubige angereist. Einerseits um den im Jahr 2015 eingeweihten Niklaus-Wolf- Weg unter die Füsse zu nehmen, andererseits um dem Festgottesdienst mit Einsegnung der Wallfahrtskapelle und der Feier der Anerkennung der heroisch gelebten Tugenden von Niklaus Wolf von Rippertschwand beizuwohnen. Festprediger war Pater Cyrill Bürgi, Dekan im Kloster Einsiedeln. Seine gehaltvolle Predigt stand unter dem Gedanken «Gelebte Tugenden – es geht ums Ganze».

Seit mehreren Jahren läuft in Rom die Seligsprechung von Niklaus Wolf von Rippertschwand. Es handelt sich um ein umfangreiches Verfahren, das sich über Jahrzehnte bis Jahrhunderte hinziehen kann. «Die Tugendprüfung wurde vom Papst abgesegnet. Die erste Hürde ist gemeistert. Der Grundstein für die Seligsprechung ist somit gelegt», so Felix Abgottspon, Präsident der Niklaus-Wolf-Stiftung.

Eine baldige Seligsprechung?

«Da anzunehmen ist, dass eine baldige Seligsprechung ansteht, hat sich der Kirchenrat entschlossen, die Wallfahrtskapelle einer umfassenden Sanierung zu un­terziehen», betonte Kirchenratspräsident Beat Schnyder. Die Grabstätte von Niklaus Wolf von Rippertschwand solle nämlich am Tag X in einem hellen und freundlichen Bild erscheinen. Vater Wolf, wie er auch genannt wird, war Landwirt, Politiker und Krankenheiler. Er hatte die besondere Gabe, betend Kranke zu heilen. Geprüft wird, ob dank des Beistandes von Vater Wolf eine Nonne mit einer schweren Augenkrankheit (Makula-Degeneration) geheilt wurde.

Mit den Sanierungsarbeiten wurde Ende Februar 2017 begonnen; sie konnten Mitte August abgeschlossen werden. Die Kirchgemeindeversammlung stimmte im November 2016 einem Sonderkredit von 611000 Franken zu. Die Niklaus-Wolf-Stiftung hat sich an den Sanierungskosten beteiligt. «Leider fehlen uns noch ein paar Franken», so Schnyder.

Gelungene Renovation

Ausser dem Altar und dem Tabernakel wurde fast alles neu gestaltet. Die Decke wurde um 20 Zentimeter angehoben. So wurden die Kapitelle (oberer Abschluss) der Säulen wieder sichtbar. Zudem wurde der Windfang mit Schmutzschleuse und eine neue, behindertengerechte Eingangstüre mit automatischer Öffnung erstellt. Das Beleuchtungs-, Beschallungs- und Videosystem wurde der heutigen Technik angepasst. Die Anlage bestand ihre Feuer­taufe: Die katholischen Radiosender Radio Gloria und Radio Maria übertrugen den Gottesdienst vom Pfarrhausplatz in die Wallfahrtskapelle.

Beat Schnyder dankte vor allem Roby Niederberger vom Architekturbüro Cerutti aus Rothenburg. Er habe es immer wieder verstanden, «aufzuzeigen, wie Farben und Formen in einer Kapelle zusammenspielen können. Die bordeauxrote Rückwand war sein Vorschlag. Zuerst waren wir skeptisch. Doch mit der Zeit konnten wir uns dafür begeistern», so der Kirchenratspräsident. «Mir gefällt die neue Wallfahrtskapelle. Sie ist warm und ruhiger geworden», stellte die Baldegger-Schwester Thea Rogger fest.

Monika van de Giessen

<span class="mail_autor">kanton@luzernerzeitung.ch</span>