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Neuer Anlauf für den «neuen» historischen Dorfkern in Horw

Für den Dorfkern Ost bei der Katholischen Kirche hat der Horwer Gemeinderat den Bebauungsplan überarbeitet. Dessen erste Version war vom Parlament hauchdünn abgelehnt worden. Mehrere Einsprachen sind nach wie vor hängig.
Roman Hodel
Im Gebiet Dorfkern Ost muss der Bebauungsplan überarbeitet werden: Hier die Neumattstrasse mit dem Spycher der Egli-Zunft links und dem Villigerhaus rechts.(Bild: Eveline Beerkircher, Horw 10. Oktober 2017)

Im Gebiet Dorfkern Ost muss der Bebauungsplan überarbeitet werden: Hier die Neumattstrasse mit dem Spycher der Egli-Zunft links und dem Villigerhaus rechts.
(Bild: Eveline Beerkircher, Horw 10. Oktober 2017)

Wie es sich in einem Dorf gehört, befindet sich auch in Horw der historische Dorfkern rund um die Pfarrkirche. Mehr als neun Jahre sind vergangen, seit die Gemeinde mit der Ortsplanungsrevision 2010 die Kernzone Dorf im Zonenplan ausgeschieden und im Bau- und Zonenreglement mit einer Bebauungsplanpflicht festgelegt hat. Die Zielsetzung lautet: Rahmenbedingungen für eine einheitliche Weiterentwicklung und Wahrung des historischen Charakters festlegen und damit den Schutz und massvolle Weiterentwicklung des historischen Ortsteils gewährleisten. Der dafür notwendige Bebauungsplan ist seit mehreren Jahren in Bearbeitung.

Der Spycher passt nicht nach Horw

Ein spezielles Augenmerk gilt dabei dem Erhalt der historischen Bauten. Gemeint sind etwa das Hotel Pilatus, das alte Pfarrhaus, das Dorfhaus und das Villigerhaus. Nicht gemeint ist hingegen der Spycher der Egli-Zunft. Denn dieser stammt ursprünglich aus dem Luzerner Hinterland und wurde erst in den 1980er Jahren hierher verfrachtet. Der Ortskern soll sich aber auch weiterentwickeln können. Dabei ist wichtig, dass sich Neubauten städtebaulich sorgfältig einordnen und architektonisch hochstehenden Qualitätsanforderungen genügen. Die Freiflächen und Freiräume sollen sorgfältig gestaltet und aufgewertet werden.

Über den Bebauungsplan und die Teiländerung des Zonenplans A wird der Einwohnerrat an seiner Sitzung vom 24. Oktober befinden, notabene zum zweiten Mal. Die erste Version hatte er im Juni 2017 hauchdünn mit 14 zu 13 Stimmen zurückgewiesen (wir berichteten). Für das Nein sorgten damals L20 und FDP. Ihr Hauptkritikpunkt war ihrer Meinung nach eine zu starke Verdichtung durch Neubauten im Dorfkern. Inzwischen ist einiges passiert: Der Gemeinderat traf sich mit den ablehnenden Parteien und nahm ihre Anregungen entgegen. Ein externes Planungsbüro überarbeitete hernach die Planungsunterlagen. Das sind nun die wesentlichen Änderungen:

  • Auf den Baubereich B neben dem alten Pfarrhaus wird verzichtet. Will heissen: Kein mehrstöckiges Gebäude hier. Das stärkt laut Planungsbericht die Sicht aufs Hotel und der Aufgang zur Kirche wird freigespielt. Möglich bleibt ein eingeschossiges Gebäude etwa für die Parkierung.
  • Der Baubereich D, dort wo heute der Spycher steht, wird als Folge des Verzichts auf den Baubereich B vergrössert. Neu sollen zwei zusammengebaute, aber leicht versetzte Neubauten Platz finden.
  • Der Baubereich E, zwischen Schiltmattstrasse und Schönbühlweg, wird um zwei Meter verkürzt.
  • Im Baubereich G an der Kantonsstrasse wird nicht wie angeregt ein zusätzliches Geschoss gewährt. Dafür wurde das Baufeld nach Osten leicht erweitert und das oberste Geschoss kann als Dachgeschoss mit Schrägdach ausgebildet werden.

Ohne ein Ja zum Bebauungsplan und zur Teiländerung des Zonenplans A bleiben Neu-, Ersatz- oder Umbauten in diesem Gebiet weiterhin blockiert. Daneben muss der Einwohnerrat aber auch noch über sechs Einsprachen befinden, bei denen es zu keiner gütlichen Einigung gekommen ist. Insgesamt waren bei den beiden öffentlichen Auflagen im Herbst 2016 und im Januar 2019 zehn Einsprachen eingegangen.

Streit um das Villigerhaus

Unter den hängigen sechs Einsprachen ist beispielsweise jene von den Eigentümern der Parzelle, auf welcher das Villigerhaus steht. Sie wollen das im Bauinventar des Kantons Luzern als erhaltenswert eingestufte Gebäude durch einen Neubau ersetzen können. Eine Sanierung mache weder bautechnisch noch wirtschaftlich Sinn. Das sieht der Gemeinderat allerdings anders: Das Villigerhaus sei ein wichtiger Bau für die Identifikation des Ortskerns.

Der Gemeinderat ist laut dem Bericht und Antrag überzeugt, dass die vorliegende Planung einerseits sachlich den Schutzzielen zum historischen Dorfkern gerecht wird und andererseits eine angemessene Weiterentwicklung des Gebiets ermöglicht. Und vor allem hofft er, dass das Ganze nun auch «politisch mehrheitsfähig ist».

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