Neuer Event will in Luzern auf die kleinen Läden und ihr Angebot aufmerksam machen

Erstmals findet am Samstag, 12. September, in Luzern der Shop Local Day statt – über 40 Läden machen mit. Die Organisatoren sehen den Tag auch als Gegenentwurf zum Black Friday.

Roman Hodel
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Onlinehandel, grosse Ketten, und jetzt noch Corona: Für viele kleine, stationäre Läden sind dies schwierige Zeiten. Da kommt ein neuer Event wie gerufen. In Luzern findet am Samstag, 12. September, erstmals der Shop Local Day statt – entsprechende Plakate weisen seit Tagen darauf hin so wie hier beim Kantonalbank-Hauptsitz:

Bild: Roman Hodel
(Luzern, 4. September 2020)

Über 40 kleine Läden in der Luzerner Innenstadt nehmen daran teil und locken die Kundschaft mit Degustationen, Lesungen, Workshops oder einem Glas Wein in ihre Lokale. «Mit diesem Tag wollen wir den Luzernerinnen und Luzernern zeigen, wie vielfältig der Ladenmix ist, wie viele tolle kleine Läden es in der Innenstadt gibt», sagt Melanie Henseler von OK Events, die den Shop Local Day zusammen mit dem Quartierverein Hirschmatt-Neustadt organisiert, und ergänzt: «Es ist aber auch ein Gegenentwurf zu all den Rabattschlachten wie dem Black Friday, die primär den grossen Ketten nützen.»

Gefeiert werden die Läden am 12. September nicht nur in Luzern, sondern auch in mehreren Städten in Deutschland und Österreich. Dort hat dieser Event bereits Tradition und kommt gemäss Henseler gut an:

«Die Läden sind motiviert, an jenem Tag der Kundschaft etwas Besonderes zu bieten, und es entwickelt sich ein eigentlicher Gemeinschaftsgroove, das spüren wir jetzt auch in Luzern.»

Ins Leben gerufen wurde der Shop Local Day von der in Deutschland entwickelten Smartphone-App Findeling. Diese vernetzt in verschiedenen Städten wie Berlin oder Hamburg kleine Läden; seit zwei Jahren auch in Luzern (wir berichteten). Dass ausgerechnet die grösste Zentralschweizer Stadt mit von der Partie ist, liegt am Quartierverein Hirschmatt-Neustadt. Dieser war auf die App aufmerksam geworden und hatte diese in Luzern lanciert – mit finanzieller Unterstützung des ALI-Fonds. Rund 60 Läden schlossen sich an. Diese befinden sich nicht nur in der Neustadt, sondern auch in der Altstadt oder beispielsweise im Bruchquartier.

Ein Geschäft, das sowohl bei der App als auch beim Shop Local Day mitmacht, ist beispielsweise Sole del Sud an der Ecke Winkelried-/Habsburgerstrasse. Dessen Kundinnen und Kunden erwartet am 12. September eine Wein- und Salamidegustation. «Ich erhoffe mir vom Event am Ende natürlich mehr Umsatz», sagt Inhaberin Ursula Weber. Obwohl: Ihr Laden, der für seine Spezialitäten aus Italien und dem Tessin bekannt ist, hat die Coronazeit bislang bestens gemeistert. «Weil die Leute wieder mehr daheim kochen und trinken, sind meine Umsätze nach oben geschnellt», sagt sie. Trotzdem sei ein Event wie der Shop Local Day wichtig, um Präsenz zu markieren, so Weber:

«Aber ob es nachhaltig ist? Das ist schwer abzuschätzen.»

Auch Melanie Henseler von der Agentur OK Events sagt, dass die Wirksamkeit eines Shop Local Days erst gemessen werden könne, wenn dieser über mehrere Jahre hinweg stattfindet: «Kurzfristig sorgt er sicher für Aufmerksamkeit und stärkt den Zusammenhalt zwischen den Geschäften.» Für Ersteres sorgt nicht zuletzt ein kostenloser Shuttleservice mit Elektro-TukTuk. Diese werden, unter Einhaltung der Coronaschutzmassnahmen, am 12. September zwischen dem Helvetiagärtli und der Hofkirche (nonstop) sowie zwischen dem Helvetiagärtli und dem Mühlenplatz – mit Halt vor der Piccolino-Bar im Bruchquartier – verkehren. Denn der Shop Local Day verteilt sich über die ganze Innenstadt. «Zum Glück», sagt Melanie Henseler und ergänzt mit Blick auf die Coronapandemie: «So kommt es sicher nicht zu Menschenansammlungen.»

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