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Neuer Food-Trail in Marbach: Schlendern und Schlemmen im Entlebuch

Am 1. August wird in Marbach ein Food-Trail eröffnet. Bei der kulinarischen Schnitzeljagd ist ein Tier besonders im Fokus.
Alexander von Däniken
An einem Posten wird Käse aus Wasserbüffelmilch serviert. (Bilder: Dominik Wunderli, Marbach, 26. Juli 2019)

An einem Posten wird Käse aus Wasserbüffelmilch serviert. (Bilder: Dominik Wunderli, Marbach, 26. Juli 2019)

Die Sonne brennt schon am Vormittag auf die trockenen Wiesen in Marbach. Kurzer Kontrollblick auf das Blatt mit den Hinweisen: Wo ist der nächste Posten? Der Weg geht an Wasserbüffeln vorbei, die sich bei der Hitze in den Stall zurückgezogen haben. Dann ist der Posten erreicht. Neben Erklärungen zu einem bestimmten Thema gibt es auch etwas zu essen oder zu trinken. Was und wo, wird an dieser Stelle nicht verraten. Schliesslich ist es eine kulinarische Schnitzeljagd – ein Food-Trail.

Unsere Zeitung konnte diesen Food-Trail am Freitag testen. Geöffnet ist er ab dem 1. August (siehe Hinweis). Apropos Hinweis – einen gibt es: Die Wasserbüffel stehen auf der 7,5 Kilometer langen Strecke im Zentrum. Die Tour ist nicht anspruchsvoll, notfalls kann man auch mal den Bus nehmen. Zwischen fünf und sechs Stunden dauert das Abenteuer.

Vom Fuchs in der Stadt zum Büffel auf dem Land

«Die Schnitzeljagden gibt es in den Städten schon länger, etwa die Fox-Trails», sagt Fritz Lötscher. Er ist CVP-Gemeindepräsident von Escholzmatt-Marbach und Präsident der Unesco-Biosphäre Entlebuch. Der Food-Trail verbinde nun die Schnitzeljagd mit dem Kulinarischen. Der erste Food-Trail wurde 2017 in St. Gallen ausgerollt, weitere Städte folgten. Seit diesem Jahr sind auch Schweizer Naturpärke dabei. Am Projekt ist Coop als Vermarkterin und Anbieterin der regionalen Produkte beteiligt. Für das Finanzielle ist Innotour besorgt; das Tourismus-Förderprogramm des Bundes. «Uns hat das Angebot darum keinen Franken gekostet», sagt Lötscher. Dafür habe man viele Arbeitsstunden investiert: für die Tourenplanung, Gespräche mit Produzenten oder das Erstellen der Hinweisblätter.

Wo und wie die Büffel leben, wird an einem anderen Posten erklärt.

Wo und wie die Büffel leben, wird an einem anderen Posten erklärt.

Falls jemand den nächsten Posten nicht findet oder ein Rätsel nicht lösen kann, wird am Start ein Notfall-Couvert mitgegeben, wo Standorte und Telefonnummern aufgeführt sind. Ansonsten: Immer der Nase nach.

Tourismus-Experte: «Cleveres Angebot»

Wie beurteilt ein Tourismus-Experte den neuen Food-Trail in Marbach? «Das Angebot ist in vielerlei Hinsicht sehr clever», sagt Jürg Stettler, Leiter des Instituts für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern. So biete der Food-Trail eine neue Attraktion, die ohne neue Bauten und Infrastruktur auskomme. Die langjährige Strategie der Unesco Biosphäre Entlebuch, auf Regionalität zu setzen und lokale Partner zu vernetzen, werde mit dem Food-Trail gut fortgesetzt.

Eine Familie nimmt den Foodtrail in Angriff.

Eine Familie nimmt den Foodtrail in Angriff.

Die Biosphäre nehme auch den Trend von Food-Festivals und Nachhaltigkeit auf. «Es werden genussorientierte, naturliebende und nachhaltigkeitsaffine Menschen angesprochen. Das ist ein Wachstumssegment», so Stettler. Als einzigen möglichen Nachteil sieht er, dass das Angebot trotzdem kaum nachgefragt wird. Umso wichtiger sei gutes Marketing. «Hier gibt es bei der Website, die auch andere Foodtrails listet, noch Optimierungsbedarf. Die Wertigkeit des Angebots müsste noch stärker betont und sichtbarer gemacht werden.»

Schliesslich werde ein Tageserlebnis von fünf bis sechs Stunden geboten, mit Essen, Getränken und Fahrt mit der Bergbahn. Das rechtfertigt laut Stettler den Preis von 61.50 Franken pro Erwachsenen und 30 Franken pro Kind. Dass in Marbach bereits ein Bike-Trail steht, ist für den Experten kein Problem, denn das neue Angebot spreche eine andere Zielgruppe an. Zudem: «Der Europapark hat jedes Jahr neue Attraktionen. Sind diese wie jetzt in Marbach landschaftsverträglich und nachhaltig, ist das eine sehr gute Voraussetzung für einen florierenden Tourismus.»

Hinweis: Der Food-Trail ist vom 1. August bis und mit 20. Oktober geöffnet, und zwar jeweils von Mittwoch bis Sonntag. Das Angebot kann online oder direkt im Tourismusbüro in Marbach gebucht werden: www.foodtrail.ch/entlebuch.

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