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In Hohenrain kommt es beim Gemeindepräsidium zu einer Kampfwahl

Alfons Knüsel (CVP) oder Fredy Winiger (SVP): Beide aspirieren auf das Exekutivmandat.
Ernesto Piazza
Alfons Knüsel (CVP)

Alfons Knüsel (CVP)

In Hohenrain kommt es um die Nachfolge von Gemeindepräsident Herbert Schmid (CVP) – dieser hatte Ende August sein Handtuch geworfen – zu einer Kampfwahl. Einerseits strebt der politische Quereinsteiger Alfons Knüsel (58, CVP) dieses Amt, wie er sagt, «unbelastet», an. Andererseits wirft der SVP-Politiker Fredy Winiger (60) seine grosse Politerfahrung in die Waagschale. Die Wahl findet am 20. Oktober statt.

Fredy Winiger (SVP)

Fredy Winiger (SVP)

«Mit meiner Führungserfahrung, der Offenheit, dem Respekt vor der Aufgabe und der Freude am Kontakt mit Menschen könnte ich neuen Wind in die Gemeinde bringen», erklärt der verheiratete Familienvater Alfons Knüsel. Auf der Exekutivbühne ist der Geschäftsführer einer Handelsfirma zwar ein Newcomer. Er sagt aber: «Wer unbefangen Verantwortung in einem Gremium übernehmen darf, bringt neue Ideen ein, hinterfragt Prozesse und Entscheide.» Das gestandene Gemeindegremium habe Erfahrung. So seien Kontinuität und Neues zukunftsgerichtet vereint.

Bei der Feuerwehr war er 21 Jahre dabei. Dort habe er als Offizier und Vizekommandant Verantwortung übernehmen dürfen. Zehn Jahre präsidierte er den Luzerner Kantonalen Feuerwehrverband und vier Jahre führte er die Schulpflege Ballwil. Knüsel war ebenfalls mit dabei, als die Kooperation Ottenhusen in die Kapellenstiftung umgewandelt wurde. «Zudem haben wir sie nachhaltig strukturiert.»

Entwicklung Dorfzentrum: «Motiviert anpacken»

Als Gemeindepräsident will Alfons Knüsel «die Bürger in den Mittelpunkt der Exekutivarbeit stellen». Hierfür sollen sie eine regelmässig offene Bürotür auf der Gemeindekanzlei vorfinden. «Der Dialog würde zudem den Zugang zu mir und der Verwaltung vereinfachen.» Und mit Blick auf anstehende Aufgaben erklärt er: «Die Entwicklung des Dorfzentrums war ein Herzensanliegen des zurückgetretenen Gemeindepräsidenten. Ich würde dieses Projekt gerne weitertreiben.»

Bei der Revision der Ortsplanung möchte der in Ottenhusen wohnhafte Knüsel dazu beitragen, dass die Entwicklung in den Ortsteilen weitergehen könne oder zumindest ein Entscheid vorliege. Zudem kenne er als gelernter Landwirt und Unternehmer die Anliegen breiter Bevölkerungskreise. «Hier würde ich gerne das gegenseitige Verständnis fördern.» Und Knüsel legt Wert auf eine hohe Gemeindeautonomie. Sollte der CVP-Politiker gewählt werden ist für ihn bereits heute klar: «Ich stehe auch für eine weitere Legislatur zur Verfügung.»

Innere Verdichtung auch in Hohenrain ein Thema

Fredy Winiger seinerseits gehört bereits rund 12 Jahre dem Gemeinderat an. Seit 2012 hat er zudem das Vizepräsidium inne. Für ihn wie für die Partei war nach Herbert Schmids Rücktritt klar: Nun gilt es anzutreten. Der 60-jährige, im Ortsteil Kleinwangen wohnhafte, verheiratete Meisterlandwirt besitzt einen breiten Politfundus. Neben seiner Tätigkeit in der Gemeindeexekutive hat er im Kantonsrat seine dritte Legislatur begonnen. Weiter präsidiert Winiger den regionalen Entwicklungsträger Idee Seetal.

Kommunalpolitisch will er die Ortsplanungsrevision weiterstossen. Die zweite Vorprüfung liegt beim Kanton. «Eine Antwort ist schon lange fällig», so Winiger. Hohenrain ist zwar keine Auszonungs-, aber eine Kompensationsgemeinde. Das heisst: Die wenigen unüberbauten Parzellen, welche noch in der Bauzone stehen, müssen innerhalb einer vereinbarten Zeit bebaut werden. Ausserdem sind Neueinzonungen mit Auszonungen zu kompensieren.

Weiter ist die innere Verdichtung für Fredy Winiger ein zentrales Thema. Zudem stehe die Zentrumsüberbauung an, sagt Winiger. Die Baubewilligung ist zwar erteilt, doch offenbar stocke der Verkauf der Wohnungen. Für den Betrieb von Café und Laden steckt die IG Chrüz mit dem Investor in Verhandlungen.

Weiter sagt der Ressortleiter Finanzen: «Die Eigenständigkeit der Gemeinde liegt mir sehr am Herzen.» Monetär hätte man in der Vergangenheit recht gut gearbeitet. «Wir bekommen weniger Geld vom kantonalen Finanzausgleich.» Was ihm etwas Sorgen bereitet, ist der im Vergleich zu den Nachbargemeinden hohe Steuerfuss von 2,25 Einheiten. Winiger will zwar keine Senkung versprechen, erklärt aber: «Tendenziell sollte sich die Arbeit in den nächsten Jahren auszahlen.»

«Eigenständigkeit liegt mir sehr am Herzen»

Als echte Herausforderung sieht er das Geruchs- und Ammoniakproblem in Hohenrain. Für dieses verantwortlich sind unter anderem Schweineställe. «Die Situation beinhaltet viel Konfliktpotenzial», ist sich Winiger bewusst. Beim hierfür initiierten Ressourcenprojekt erwartet der Gemeinderat bis Mitte Oktober vom Bund eine Stellungnahme. Des Weiteren will der SVP-Politiker an der Kommunikation zwischen der Gemeinde und den Bürgern arbeiten. Dass die FDP die CVP unterstützt, sieht Winiger sportlich. Er sagt: «Für mich ist die Besetzung eines solchen Amtes nicht eine Parteien-, sondern eine Personenwahl.» Sollte er Präsident werden, will er im Frühling erneut kandidieren.

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