Neuer Imagefilm

Ein Zürcher, eine Dagmersellerin und eine Horwerin verkörpern die ideale Horwer Familie

In einem Video mit Werbeästhetik führt eine fiktive Horwer Familie durchs Dorf und zeigt dessen Vorzüge. Gemeindepräsident Ruedi Burkard sagt, warum auch Auswärtige die Rollen übernahmen.

Roman Hodel
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Mit dem Rücken zur Kamera lässt ein Mädchen ein Steinchen über den Vierwaldstättersee hüpfen. Dann dreht sie sich um, fährt sich durchs Haar und sagt: «Schöne Erinnerungen sind die wahren Schätze unseres Lebens. Sie erhalten und bewahren unsere Träume und begleiten uns ein Leben lang.» So beginnt der neue Imagefilm, den die Gemeinde Horw am Mittwoch veröffentlicht hat:

Das Mädchen führt darin durch die Gemeinde, zusammen mit ihrem Vater und ihrer Mutter – allesamt blendend aussehend. Man triff sie beim Beck, in der Schule oder auf dem Vita-Parcours. Einmal schaut sie zum Solitaire-Hochhaus hinauf und sagt: «Wo Grosses entstanden ist und Grossartiges in Planung ist.» Es sind schöne und aufwendig teils mit Drohnen gefilmte Szenen in Werbeästhetik. Gegen Ende des Films sitzt das Mädchen zwischen den Grosseltern, die sagen:

«Einisch Horb, emmer Horb.»

Die Grosseltern sind tatsächlich ein Paar und in Horw bestens bekannt: Heiri Heer, Präsident der Korporation Horw, und seine Ehefrau Marlis. Die eigentliche Familie aber ist fiktiv und nur die Mutter, gespielt von Elda Eicher-Betancourt, wohnt in Horw. Das Mädchen hingegen stammt aus Dagmersellen, heisst Ana Catarina Milici und ist 13 Jahre alt. Sie hat schon eine Nebenrolle in einem Kinofilm bekleidet und ist im Voralpen-Theater Luzern aktiv. Ihr Vater im Film heisst im richtigen Leben Richard Leron Bucher, ist in Kriens aufgewachsen und ein Profischauspieler, der unter anderem den Old Shatterhand an Freilichtspielen gegeben hat. Bucher lebt inzwischen in Zürich.

Dass die Gemeinde zumindest für die drei Hauptpersonen keine reale Horwer Familie ausgewählt hat, ist laut Gemeindepräsident Ruedi Burkard (FDP) ein bewusster Entscheid: «Wenn sich beispielsweise etwas an der Konstellation der Familie ändert, ist der Film nicht mehr verwendbar.» Er spricht aus Erfahrung: Der letzte Imagefilm der Gemeinde von 2014 ...

... habe wegen solcher Änderungen dringend ersetzt werden müssen. Bei diesem Video handelte es sich um eine klassische Leistungsschau mit den wichtigsten Gebäuden, Vereinen und Anlässen des Dorfes. «Beim neuen Film wollten wir mehr Emotionen hineinbringen», sagt Burkard. Es wäre ihm überdies noch so recht gewesen, wenn sämtliche Schauspielenden aus Horw stammen würden, so Burkard:

«Doch auf unsere Aufrufe fürs Casting im ‹Blickpunkt› haben sich nur wenig Leute gemeldet, vor allem wenig aus Horw.»

Das Ergebnis gefällt ihm gleichwohl – und wie: «Mit dem Film zeigen wir unser Dorf als lebenswerte stadtnahe Gemeinde.» Man habe ihn bereits an mehreren Orten vorgeführt, etwa dem Kader der Gemeindeverwaltung. «Ein Film ist Geschmacksache, doch 80 Prozent haben ihn gut gefunden», so Burkard. Gezeigt wird der Film unter anderem an Neuzuzügerabenden. Gekostet hat er mit allem drum und dran 22'932 Franken.