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Neuer Luzerner Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann: «Das Gros der Lehrer ist hoch motiviert»

Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann scheint es im neuen Amt zu gefallen. Und der parteilose Krienser schwärmt vom möglichen neuen Museumsstandort auf dem Musegghügel in der Stadt Luzern.
Lukas Nussbaumer
Der neue Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann präsentierte die Pläne für sein Departement im alten Zeughaus auf dem Musegghügel. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 31. Oktober 2019)

Der neue Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann präsentierte die Pläne für sein Departement im alten Zeughaus auf dem Musegghügel. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 31. Oktober 2019)

Er sei «sehr freundlich aufgenommen worden». Und er habe «sehr motivierte Mitarbeiter angetroffen». So beschreibt Marcel Schwerzmann seine ersten Tage als Bildungs- und Kulturdirektor. Der parteilose Krienser, der während zwölf Jahren mit Leib und Seele Finanzdirektor war, musste am 1. Juli das Departement wechseln. Seine frühere Rolle nimmt nun mit CVP-Mann Reto Wyss sein Vorgänger im Bildungsdepartement ein.

Auf diese viel diskutierte Rochade ging der 54-Jährige am Donnerstag, an seinem 123. Arbeitstag als Bildungs- und Kulturdirektor, mit keinem Wort ein. Schwerzmann, das war im Gespräch mit den Medien spürbar, fühlt sich an seinem neuen Arbeitsplatz richtig wohl.

Fluktuationsrate bei Lehrern unterdurchschnittlich

Das trifft laut einer von ihm in Auftrag gegebenen Analyse auch auf die meisten der über 6000 Lehrer im Kanton zu. Die Fluktuationsrate liege nämlich unter der durchschnittlichen in der Verwaltung. Nach vielen Gesprächen und Schulbesuchen könne er deshalb sagen: «Das Gros der Lehrer ist zufrieden und hoch motiviert.»

Zweite Erkenntnis nach vier Monaten in der neuen Funktion ist für Schwerzmann jene, dass Luzern ein gutes, durchlässiges Bildungssystem hat. Dennoch sei es eine Daueraufgabe, die Komplexität in der Organisation der Bildung zu reduzieren. Die Digitalisierung werde helfen, dieses von ihm bei Amtsantritt formulierte Ziel zu erreichen. Dank der Digitalisierung werde es auch besser möglich, auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler einzugehen.

Grosse Reformen bleiben aus

Der langjährige Finanzdirektor betonte zudem, er wolle die vorhandenen Mittel – Luzern gibt für die Bildung pro Jahr rund eine Milliarde Franken aus – zielgerichtet und effizient einsetzen. Nicht vorgesehen seien grosse Reformen. Stattdessen nannte Schwerzmann ganz viele kleinere Projekte, denen er besondere Aufmerksamkeit schenken wolle: die Berufsabschlussquote von 95 auf 98 Prozent erhöhen, individuelle Angebote – so ein Atelier für Hochbegabte – ausbauen oder elektronische Lehrmittel fördern.

Der passionierte Segler will das Luzerner Bildungsschiff also so stark wie möglich auf seine Ziele fokussiert manövrieren.

Neues Museum im alten Zeughaus

Ziele setzt sich Schwerzmann, der vor seiner 2007 erfolgten Wahl in die Regierung als kantonaler Steuerverwalter arbeitete, auch im Kulturbereich. Diesem Teil seines Departements widmete er am Donnerstag bei der Präsentation seiner Ziele denn auch viel Zeit.

Und geriet dabei je länger desto mehr ins Schwärmen über das alte Zeughaus auf dem Musegghügel. In diesem denkmalgeschützten Gebäude aus dem 17. Jahrhundert fand das Mediengespräch statt, und in diesem noch bis Ende Jahr von der Pädagogischen Hochschule genutzten Bau möchte die Regierung 2024 ein Museum für Natur, Geschichte und Gesellschaft einrichten.

Eine Studie zum neuen Konzept, also die Zusammenführung des Natur- und des historischen Museums, liege in seinem Departement vor. Nun werde die Dienststelle Immobilien prüfen, ob diese Pläne umsetzbar sind. Schwerzmann jedenfalls zeigt sich guter Dinge:

«Ich bin zuversichtlich, dass das neue Museum im alten Zeughaus unterzubringen ist.»

Kulturförderungsgesetz wird revidiert

Optimistisch gab sich der Kulturdirektor auch in Bezug auf das Luzerner Theater. Die Zusammenarbeit mit der federführenden Stadt innerhalb des Zweckverbands Grosse Kulturbetriebe sei gut, und man wolle «zügig vorwärts machen». Das gilt ebenso für die geplante Revision des Kulturförderungsgesetzes.

Bereits auf der Zielgeraden befindet sich die Sanierung der Zentral- und Hochschulbibliothek: Sie wird noch in diesem Jahr eröffnet. Selbstverständlich im Beisein von Marcel Schwerzmann, der dieses Geschäft in seiner Zeit als Finanzdirektor eng begleitet hat.

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