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Neuer Schwung aus der Zentralschweiz für den Durchgangsbahnhof

Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region über die Pläne des Komitees Durchgangsbahnhof Luzern.
Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region.

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region.

Der Herbst 2017 bedeutete einen Rückschlag für die Luzerner Verkehrspolitik: Der Bundesrat entschied damals, den Durchgangsbahnhof Luzern nicht in den nächsten Ausbauschritt für die Bahninfrastruktur aufzunehmen. Weder in der 7-Milliarden-Variante (bis 2030) noch in der 11,5-Milliarden-Variante (bis 2035) ist das Luzerner Projekt enthalten.

Das Nein aus Bern hatte aber zumindest den Vorteil, dass es die Zentralschweizer Verfechter des Bahnhofprojekts richtig wachrüttelte. Statt bloss Forderungen an den Bund zu stellen, sind die Kantone nun fest entschlossen, die Planung selber voranzutreiben – auch finanziell. Der Bundesrat hatte bereits vor Monaten grünes Licht für eine Vorfinanzierung durch die Zentralschweizer Kantone gegeben. Davon wollen diese nun Gebrauch machen.

Auch die Stadt Luzern will mitmachen und hat schon vor Jahren vorgesorgt, indem sie einen speziellen Tiefbahnhof-Fonds äufnete. Dieser ist aktuell mit 19 Millionen Franken gefüllt. Allerdings besteht zurzeit noch eine wichtige Unsicherheit bezüglich einer Vorfinanzierung: Der Bund gibt keine Garantie ab, dass er die geleisteten Zahlungen später rückerstatten wird. Doch die Zentralschweizer Kantone kämpfen dafür, um dem Bundesrat eine solche Garantie abzuringen. Damit soll ein Szenario wie bei der 2014 eröffneten Zürcher Durchmesserlinie verhindert werden. Für deren Bau schoss die Zürcher Regierung mehrere hundert Millionen Franken vor, ohne die Garantie zu haben, dass der Bund das Projekt letztlich bewilligen und bezahlen würde. Der Zürcher Poker ist gerade noch mal gut gegangen.

Ob sich die Zentralschweizer Kantone auf solch riskante Muskelspiele mit dem Bund einlassen würden, ist zu bezweifeln. Dennoch: Wie ernst es ihnen ist, verdeutlicht der neue Präsident des Komitees Durchgangsbahnhof Luzern, der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki. Im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» vom 14. Januar fiel – erstmals seit langem – wieder eine konkrete Jahreszahl für den Baustart. Schon 2026 solle es dank der erwähnten Vorfinanzierung so weit sein, sagt Wicki. Und weiter: «Die Frage ist heute nicht mehr, ob der Durchgangsbahnhof kommt, sondern nur noch, wann.» Das sind ungewöhnlich deutliche Worte des Komitees Durchgangsbahnhof, das bisher eher zurückhaltend aufgetreten ist.

Der neue Schwung kommt nicht von ungefähr. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) stellt die Notwendigkeit des Projekts inzwischen nicht mehr in Frage. Entsprechend haben auch die Voten der Kantonsregierungen an Deutlichkeit zugelegt. Im Dezember gelangten die Zen­tralschweizer Verkehrsdirektoren mit einem Forderungskatalog an den Bundesrat: Wenn schon nicht der Bau, dann soll wenigstens die Projektierung des Durchgangsbahnhofs im Ausbauschritt 2030/35 verbindlich festgehalten werden. Und der Bund müsse unverzüglich die Voraussetzungen schaffen, um die Rückerstattung der Vorfinanzierung garantieren zu können. Spätestens 2019 wollen die Kantone Klarheit haben. Am 10. Januar doppelte der Luzerner Baudirektor Robert Küng im Interview mit unserer Zeitung nach – und ging noch etwas weiter als seine Zentralschweizer Regierungskollegen: Nicht nur die Projektierung, sondern auch ein Teil der Realisierung des Tiefbahnhofs soll im Ausbauschritt 2030/35 enthalten sein.

Die Zentralschweizer Akteure scheinen zurzeit jeden noch so kleinen Strohhalm zu greifen, der sie der Realisierung des Tiefbahnhofs ein Stück näher bringen kann. Dazu gibt es auch keine Alternative. Denn längst ist klar: Einen Blankocheck für das Jahrhundertprojekt wird es aus Bern nie geben. Der einzige Weg erfolgt über kleine Schritte. Mit der grundsätzlichen Erlaubnis zur Vorfinanzierung hat der Bund die Tür einen Spalt weiter geöffnet. Die Zentralschweiz tut gut daran, den Fuss nicht mehr aus dem Spalt zu nehmen.

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