Neues «Barbès» in Sursee:
Ein Stück Marokko in der Unterstadt

Bald eröffnet in Sursee eine Dependance des Stadtluzerner Lokals.

Stefan Welzel
Hören
Drucken
Teilen
Lavinja Birnbaum Keller und Hamid El Kinani vor ihrem neuen Lokal.

Lavinja Birnbaum Keller und Hamid El Kinani vor ihrem neuen Lokal.

Bild: Pius Amrein, 14. Januar 2020

Die Vorfreude ist gross bei Hamid El Kinani und Lavinja Birnbaum Keller. Das Wirtepaar steht inmitten einer kleinen Baustelle in den Räumlichkeiten in der Unterstadt 8, wo bald der erste marokkanische Gastronomiebetrieb in Sursee zu Hause sein wird. Anfang März soll es so weit sein und der Ableger des Stadtluzerner «Barbès» wird seine Tore öffnen. Noch zeugt wenig vom typisch orientalischen Charme, der den beiden für das neue Lokal vorschwebt. El Kinani sagt dazu:  

«Wir waren Anfang Januar in Marokko und haben einiges an Einrichtungs- und Dekorationsmaterial eingekauft. Das Surseer ‹Barbès› soll im Wesentlichen gleich aussehen wie das Lokal in Luzern.»
Das Surseer Barbès wird ähnlich gestaltet sein wie das Luzerner «Mutterlokal» (im Bild).

Das Surseer Barbès wird ähnlich gestaltet sein wie das Luzerner «Mutterlokal» (im Bild). 

PD

Der gebürtige Marokkaner lebt seit über 30 Jahren in der Schweiz und ist ein bekannter Name in der Luzerner Gastroszene. Vor zehn Jahren eröffnete El Kinani das «Barbès». Er und Partnerin Birnbaum Keller machten sich daran, den schon damals zahlreichen orientalischen Fast-Food-Läden Luzerns ein Lokal mit gehobenem Anspruch entgegenzusetzen. Tajine anstatt Kebab, Poulet au Citron anstelle von Falafel, raffinierte Mezze statt Cocktailsauce. Das kam gut an. Das «Barbès» hat sich einen Namen gemacht und erfreut sich zahlreicher Stammkunden. «Viele davon kommen auch aus dem Umland, nicht nur aus der Stadt. Und so fragten uns treue Gäste aus Sursee und Umgebung immer wieder, warum wir kein Lokal bei ihnen in der Nähe eröffnen würden», sagt Birnbaum Keller.

Neues Rezept direkt aus Casablanca

In der Tat dachte das Paar seit einigen Jahren darüber nach, zu expandieren. «Aber bisher ergab sich schlicht nicht die passende Gelegenheit dazu. Bis wir im vergangenen Herbst auf diese schöne Lokalität in Sursee gestossen sind. Die Lage in der Altstadt ist ideal, und als wir bei der Besichtigung an der Wand dasselbe alte Telefon erblickten wie bei uns im Luzerner ‹Barbès›, wussten wir: Das ist wohl ein Zeichen, diese Chance packen wir sofort», erzählt El Kinani. Bis das «antike» Kommunikationsgerät stilistisch in das fertig dekorierte Lokal passt, muss das Paar zusammen mit einem befreundeten Innenarchitekten noch einiges an Arbeit investieren. Rund 25 Gästen dürfte das Surseer «Barbès» in Zukunft Platz bieten können. Das kulinarische Angebot wird dasselbe sein wie im «Mutterlokal».

Die «Tajine» gehört zu den Klassikern marokkanischer Küche.

Die «Tajine» gehört zu den Klassikern marokkanischer Küche.

PD

«Die Abendkarte besteht aus den typischen marokkanischen Klassikern, wie sie unsere Gäste aus Luzern kennen», sagt Birnbaum Keller, die für die Küche verantwortlich zeichnet. Dabei dürfen neben der im Lehmgefäss geschmorten Lammtajine auch das vegetarische Couscous, die Kichererbsen-Linsen-Suppe Harira und Mezze wie Hummus oder der Salade marocaine nicht fehlen. Ansonsten tüftelt die gelernte Hotelfachfrau gerne an neuen Kreationen. Für die Mittagsmenus lässt sie sich dabei auch mal von der Mutter von Geschäfts- und Lebenspartner El Kinani inspirieren. Beim letzten Trip nach Casablanca schaute sie dieser beim Kochen eines Poulet-Linsen-Gerichts über die Schulter. Und so kommt ein weiteres Stück marokkanischer Kochkunst in die Zentralschweiz.

Betrieb von Dienstag bis Samstag

Das Surseer «Barbès» wird anders als in Luzern nicht jeden Tag geöffnet haben. Geplant ist ein Betrieb von Dienstag bis Samstag. Für das Surseer Team halten El Kinani und Birnbaum Keller nach Fachleuten Ausschau. Einige Posten sind bereits besetzt, für weitere «sind wir in Gesprächen», so Birnbaum Keller. Namen nennen die beiden noch keine. Das Wirtepaar wird in der ersten Phase nach der Eröffnung auch persönlich vor Ort sein, um seinem neuen «Baby» bei dessen ersten Gehversuchen beizustehen. Sorgen über einen möglichen harzigen Start in neuer Umgebung machen sich El Kinani und Birnbaum Keller keine. «Wir haben mit unserem Angebot gewiss einen Platz in Sursees Gastroszene», sagt El Kinani. Und verweist dabei auf Nachfrage unter bisherigen Stammkunden. «Nun brauchen diese nicht mehr extra nach Luzern zu fahren, sondern wir kommen zu ihnen.»

Das Surseer «Barbès» bietet mittags sowie abends auch den klassischen Takeaway-Service. Zudem wird hier die Hauptküche für den «Barbès»-Catering-Betrieb zu Hause sein, da die Küche mehr Platz bietet als die in Luzern. Auch die Gäste in Luzern dürfen sich bald über eine Neuerung freuen: Das «Barbès» an der Winkelriedstrasse wird ausgebaut und danach mehr Freunde marokkanischer Küche begrüssen können. «Und wenn sich der Betrieb unseres Surseer Lokals eingependelt hat und der Umbau in Luzern zu Ende ist, werden wir endlich unser zehnjähriges Jubiläum nachfeiern», freut sich Birnbaum Keller. Die grosse Party soll Ende Sommer steigen.