Überarbeitetes CKW-Projekt in Flühli endet vor Lammschlucht – Wasserkraftwerk Waldemme wird kleiner als zuerst geplant

Laut den Plänen der CKW soll das Kleinwasserkraftwerk Waldemme in Flühli neu vor der Lammschlucht aufhören. Das überarbeite Projekt ist kleiner dimensioniert und soll Ende 2020 beim Kanton eingereicht werden.

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(se) Das Projekt für ein Kleinwasserkraftwerk an der Waldemme zieht sich hin – seit 2008 ist die CKW am Planen. Nun stellt sie in einer Medienmitteilung das überarbeitete Projekt vor: Im Weiler Matzenbach in Flühli soll ein Teil des Wassers aus der Waldemme entnommen werden. Durch eine 2,1 Kilometer lange Druckleitung gelangt das Wasser anschliessend zur Kraftwerkszentrale, wo mithilfe einer Turbine Strom produziert werden soll. Unmittelbar danach und somit noch vor dem Beginn der Lammschlucht werde das Wasser wieder dem natürlich Lauf der Waldemme zugeführt, so die CKW.

Gemäss dem überarbeiteten Projekt wird der neue Standort der Kraftwerkszentrale direkt vor der neuen Chrutacherbrücke sein. Das Wasser wird somit noch vor der Schlucht wieder in die Waldemme zurückgeleitet.

Gemäss dem überarbeiteten Projekt wird der neue Standort der Kraftwerkszentrale direkt vor der neuen Chrutacherbrücke sein. Das Wasser wird somit noch vor der Schlucht wieder in die Waldemme zurückgeleitet.

Bild: PD

Dass die Lammschlucht vom neuen Projekt nicht tangiert wird, ist zentral. Bereits im Jahr 2013 wehrten sich Umweltverbände gegen das damalige Projekt, welches beabsichtigte, das Wasser erst nach der Lammschlucht bei Chlusboden in Schüpfheim wieder in die Waldemme zu leiten. Für die Verbände war die Beeinträchtigung der Schlucht unverhältnismässig gegenüber des Nutzens der Stromproduktion. Die natürliche Landschaft sei schutzwürdig und Heimat eines einzigartigen Bachforellen-Bestands. 2018 gab das Luzerner Kantonsgericht den Umweltverbänden recht, die CKW musste ihr Kraftwerksprojekt überarbeiten.

Das angepasste Projekt ist kleiner dimensioniert

Laut der CKW produziert das nun geplante Kraftwerk noch 1,4 Megawatt Strom anstelle von 3,9 Megawatt. Ursprünglich hätte das Kleinkraftwerk Waldemme 3800 Haushalte mit Strom versorgen sollen, nun sind es noch 1500 durchschnittliche Vierpersonen-Haushalte. Martin Schwab, CEO der CKW, ist überzeugt, «ein mehrheitsfähiges, wirtschaftliches Projekt erarbeitet zu haben, welches auch die Einwände der Umweltverbände genügend berücksichtigt.»

Das neue Kleinkraftwerk kostet rund 13 Millionen Franken, ursprünglich war das Projekt auf 32 Millionen Franken budgetiert. Wie die CKW meldet, prüfe sie gemeinsam mit der UNESCO Biosphäre Entlebuch ein Beteiligungsmodell für die lokale Bevölkerung auf Basis einer Energiegenossenschaft.

Als nächste Schritte wird die CKW das Konzessions- und Baugesuch ausarbeiten und bis Ende 2020 beim Kanton Luzern einreichen. Wird das Projekt bewilligt, plant die Kraftwerksbetreiberin eine Bauzeit von rund einem Jahr.

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