NEUES GESETZ: Das Minarett-Nein wirkt sich auf Luzern aus

Die Islamische Gemeinschaft Luzern als vierte Landeskirche: Dazu wird momentan ein Gesetz ausgearbeitet. Doch nach dem Abstimmungsresultat vom Sonntag bahnen sich Verzögerungen an.

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Gebetsszene aus der Moschee in Emmenbrücke. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Gebetsszene aus der Moschee in Emmenbrücke. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Die Islamische Gemeinschaft Luzern strebt danach, öffentlich-rechtliche Anerkennung zu erlangen. Nach dem wuchtigen Volks-Nein gegen Minarette vom Sonntag wäre ein solcher Gesetzesentwurf beim Souverän chancenlos, beurteilt Karin Pauleweit, Leiterin der Dienststelle Bildung, Kultur, Sport des Kantons Luzern, die neue Ausgangslage.

Bei der Bevölkerung sei zu wenig tatsächliches Wissen vorhanden; es existierten «diffuse Ängste», die nur durch eine «gute, fundierte Diskussion in der Öffentlichkeit» gebannt werden könnten. Und dieser Prozess brauche seine Zeit, wie Pauleweit gegenüber «Radio Pilatus» ausführte. Sie hegt aber die Hoffnung, dass Luzern mit dem Gesetz durchaus auch eine «Pionierrolle» spielen könnte.

«Noch behutsamer» angehen
Auch Bildungsdirektor Anton Schwingruber ist überzeugt davon, dass man das Ganze nun «noch behutsamer als angedacht» angehen müsse, wie er gegenüber dem «DRS Regionaljournal Zentralschweiz» sagte. «Die momentane Befindlichkeit der Bevölkerung ist ernst zu nehmen.» Eine erste Auslegeordnung werde im kommenden Frühling gemacht.

Nachher seien die islamischen Gemeinschaften gefordert. Diese müssten per entsprechender Kommunikation aufzeigen – denn genau dies sei eine weit verbreitete Befürchtung in Teilen der Bevölkerung –, dass sie nichts mit fundamentalistischem Gedankengut zu tun hätten. Er selber habe nur gute Erfahrungen mit Menschen muslimischen Glaubens gemacht. Die Beratung des Gesetzes ist auf die nächste Legislaturperiode vorgesehen.

scd