Neues Mittagsangebot kommt bei Luzerner Sekschülern gut an

Seit diesem Schuljahr gibt es an allen Sekundarschulen der Stadt Luzern Mittagsangebote: Schüler können ihr eigenes Essen kochen und die Mittagspause gemeinsam verbringen. Zusätzliche Aktivitäten sind bisher aber nicht besonders gefragt.

Beatrice Vogel
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Die Sekundarschülerinnen Julia Kidane, Cindy und Celine Athisayanathan (v.l.) kochen gemeinsam Teigwaren im Schulhaus Hubelmatt. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 17. September 2018))

Die Sekundarschülerinnen Julia Kidane, Cindy und Celine Athisayanathan (v.l.) kochen gemeinsam Teigwaren im Schulhaus Hubelmatt. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 17. September 2018))

«Sind die Teigwaren durch?», fragt Celine Athisayanathan (14) ihre Zwillingsschwester Cindy, die gerade die Penne probiert. Die 3.-Sek-Schülerinnen kochen für sich und ihre Freundinnen Mittagessen im Schulhaus Hubelmatt. Rund 15 Schüler und Schülerinnen waren beim Besuch am Montag gleichzeitig am Essen, doch ging es erstaunlich ruhig zu und her. Es handelte sich dabei aber nicht etwa um Hauswirtschaftsunterricht, sondern um die reguläre Mittagspause.

Seit diesem Schuljahr gibt es nämlich an allen sechs Sekundarschulen der Stadt Luzern ein neues Mittagsangebot. Im Hubelmatt wurden dafür drei Schulzimmer zu Aufenthaltsräumen umgestaltet. In einem Raum befinden sich Kochherd, Backofen, Mikrowellen, Abwaschmaschine sowie Esstische. Der Raum daneben ist als Bibliothek eingerichtet. Hier können die Schüler lesen, lernen oder miteinander plaudern. Auch ein «Töggelikasten» steht hier.

Freiwillig und kostenlos

Während der gesamten Mittagspause sind ein bis zwei Lehrpersonen zur Betreuung anwesend. Zusätzlich bieten sie täglich mindestens eine Aktivität an, für die man sich anmelden muss. Auf dem Programm stehen im Hubelmatt etwa A-cappella-Singen, bildnerisches und textiles Gestalten, Ballsport oder Jassen. «Die zusätzlichen Angebote werden bis jetzt noch nicht so rege genutzt», sagt Gregor Gyr, Schulleiter Sekundarschule Hubelmatt. «Die Schüler geniessen es einfach, sich zu entspannen.» Einzig die sportlichen Aktivitäten laufen gut.

Schon seit einigen Jahren plant die Stadt ein Mittagsangebot auf der Sekundarstufe. Dies soll nicht den Tagesstrukturen der Primarschule entsprechen, sondern ein niederschwelliges, freiwilliges Angebot sein, das für die Schüler kostenlos ist. Die Räumlichkeiten sind geöffnet, sofern am Nachmittag Unterricht stattfindet. «Ziel ist, dass die Schüler eine entspannte Mittagspause verbringen können», sagt Stadtpräsident Beat Züsli (SP). «Zudem soll den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden.» Die Stadt hat für die Ausrüstung der sechs Sekundarschulanlagen 430000 Franken investiert. Für die Betreuung werden die Lehrpersonen entschädigt; pro Schulbetrieb rechnet die Volksschule mit zehn Jahreslektionen, was jährlich rund 270000 Franken kostet.

Ähnliche Angebote gibt es bereits in anderen Städten, etwa in Zürich. Laut der Stadtluzerner Rektorin Vreni Völkle wurde das Angebot so auf Luzern zugeschnitten, dass es «bedürfnisgerecht und mit der bestehenden Infrastruktur umsetzbar ist». Es soll je nach Bedürfnis der Jugendlichen und der Schule weiterentwickelt werden.

Kurze Mittagspause, langer Heimweg

190 Schülerinnen und Schüler besuchen die Sekundarschule Hubelmatt. Täglich nutzen 10 bis 20 von ihnen das neue Mittagsangebot – vor allem dann, wenn sie nur eine Stunde Mittagspause haben. Für jene, die etwa im Bruchquartier oder im Obergütsch wohnen, lohnt es sich dann nicht, fürs Mittagessen nach Hause zu gehen. «Wir sind positiv überrascht, dass schon nach vier Wochen so viele Schüler regelmässig ihren Mittag hier verbringen», sagt Gregor Gyr. So fahren sie auch seltener zum Bahnhof, um sich dort zu verpflegen.

Mittlerweile hat die Mädchengruppe ihre Penne fertig gekocht. Was die Jugendlichen essen, ist ihre Sache. Die meisten haben Mitgebrachtes aufgewärmt, zwei Schüler essen Aufbackpizza. Und Levi Brunner (13) sitzt vor einer Schüssel Popcorn. «Ich habe am Mittag meistens keinen Hunger», sagt er dazu.

Kriens will Betreuungs-Lücke schliessen

In drei Krienser Quartieren gibt es weder einen Hort noch einen von der Schule organisierten Mittagstisch. Das ist nicht mehr zeitgemäss, findet die zuständige Gemeinderätin. Der Ausbau ist aber nicht gratis.
Stefan Dähler