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Neues Musical im Le Théâtre: Stimmgewaltig trotz Sparmassnahmen

Die Uraufführung des Musicals «Das Wunder von Luzern» im Le Théâtre Emmenbrücke begeistert das Publikum dank eingängigen Liedern und einer spannenden Geschichte mit Bezug zur Aktualität.
Angela Moser
Der «Boys Choir Lucerne» muss im Stück «Das Wunder von Luzern» aus Spargründen mit einem Mädchenchor fusioniert werden. (Bild: PD)

Der «Boys Choir Lucerne» muss im Stück «Das Wunder von Luzern» aus Spargründen mit einem Mädchenchor fusioniert werden. (Bild: PD)

Luzern im Jahr 2033: Mit knallbunten Kostümen und grellen Lichtern beginnt das Musical «Das Wunder von Luzern», das am Samstag erstmals aufgeführt wurde. Das Lied «Willkomme in Lozärn» bewirkt, dass sich das Publikum im Le Théâtre in Emmenbrücke direkt angesprochen und willkommen fühlt.

Nach diesem ersten Feuerwerk folgt ein Kontrast, der grösser fast nicht sein könnte. Kulisse ist die Hofkirche im Jahr 1663. Alles scheint kalt, düster und grau. Zur falschen Zeit am falschen Ort beobachtet der Chorknabe Caspar, wie der gierige Schultheiss Heinrich von Fleckenstein einen Schatz auf dem Friedhof versteckt und muss dafür mit seinem Leben bezahlen. In der Zwischenwelt wandelt er als Geist, bis das Geheimnis des namenlosen Grabs gelüftet wird.

«Jungs sind D-O-O-F»

Zurück ins Jahr 2018: In Luzern liegt aus finanzieller Sicht einiges im Argen. Als Sparmassnahme werden alle Chöre vereint und so stehen plötzlich Mädchen in der Probe des Boys Choir Lucerne. Am meisten ärgern sich die Sopranbuben und protestieren mit dem Stück: «Ech be kes Jöh». Die Mädchen halten mit dem Song «Jungs sind D-O-O-F» dagegen. Am Ende jedoch siegt die Gemeinschaft, denn «zäme gats emmer besser als eläi».

Die Idee für das Musical sei bei einem gemeinsamen Abendessen entstanden, sagt Lorenz Ulrich, Co-Produzent, künstlerischer Leiter und Verantwortlicher für die Musik. Daran teilgenommen hätten neben Ulrich Lea Oxley (Regie), Regula Schneider (Co-Produktion/Boys Choir Lucerne) und Frank Sikora (Autor/Musik). Aus den Abendessen wurden bald Sitzungen. Ziel war, dass sowohl der Boys Choir Lucerne als auch die Geschichte der Hofkirche und der Stadt Luzern eine tragende Rolle spielen. Ulrich war nach der Premiere sichtlich zufrieden: «Ich bin begeistert, wie gut alle Puzzleteile zusammenpassen.»

Stück wird von Jugendlichen gespielt

Das Projekt gestartet habe man Ende 2017. Bereits acht Monate später war Premiere. Die grösste Herausforderung für Regisseurin Lea Oxley sei gewesen, die gut 40 jungen Sängerinnen und Sänger in dieser kurzen Zeit auch für das Schauspiel auszubilden. In einem Lager im August hätten die Jugendlichen noch einmal so intensiv geprobt, bis sie sich auch privat bei ihren Rollennamen nannten. Mit dem Endresultat ist Oxley glücklich: «Die Kinder und Jugendlichen haben mit viel Energie und Motivation alles umgesetzt, was wir in den letzten Monaten erarbeitet haben. Ich bin sehr stolz.»

Das Stück enthält zahlreiche Bezüge zu aktuellen Themen wie zum Beispiel Gender, die Verkehrsdiskussion oder wie bereits erwähnt die Sparpolitik. «Unser Musical sollte Tiefgang haben und nicht nur reine Unterhaltung sein. Eine Produktion, die so viele Luzernerinnen und Luzerner miteinbezogen hat und so viel Luzerner Geschichte vermittelt, könnte ein Beweis dafür sein, dass es sich lohnt, die Kultursubventionen wieder hochzufahren», sagt Frank Sikora. Denn finanziell stelle solch ein Projekt ein grosses Risiko dar. Das Première-Publikum im Le Théâtre jedenfalls war begeistert. Die hervorragend gesungenen eingängigen Lieder animierten zum mitklatschen. Am Ende gabs als Lohn stehende Ovationen.

Das Stück wird noch bis 23. September gezeigt. Mehr Infos: www.wundervonluzern.ch

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