Nachtzuschläge entfallen: Tagsüber gültige Billette sind ab Dezember 2021 in Luzern, Nid- und Obwalden auch in der Nacht gültig

Der Verkehrsverbund Luzern und die Kantone Ob- und Nidwalden wollen mit dem Fahrplan 2022 ein erweitertes Nachtangebot einführen. Zudem soll auf die Nachtzuschläge verzichtet werden.

Pablo Mathis
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Nachtbusse am Bahnhof Luzern.

Nachtbusse am Bahnhof Luzern.

Bild: PD/Michael Kunz

Bisher mussten Reisende bei Benutzung des ÖV-Nachtnetzes einen Zuschlag bezahlen. Doch damit soll in Zukunft Schluss sein: Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) teilte am Dienstag mit, dass im Rahmen des Nachtnetzes 2022 ab Dezember 2021 alle tagsüber gültigen Abos und Billette auch für die Nachtangebote Nachtstern, Pyjama-Express und Nacht-Regioexpress Luzern-Zürich gültig sein sollen. Mit dieser Neuerung kommt der VVL zusammen mit den Kantonen Ob- und Nidwalden, den beteiligten Transportunternehmen und dem Tarifverbund Passepartout einem vielfach geäusserten Wunsch nach. Romeo Degiacomi, Mediensprecher des VVL und Tarifverbunds Passepartout, erklärt den Schritt:

«Die verschiedenen Tarife waren zu umständlich und nicht mehr zeitgemäss.»

Und weiter: «Wir decken mit dem bisherigen System die Kundenbedürfnisse nicht mehr umfassend ab. So stagnierte trotz steigender Mobilität die Nachfrage.»

Deshalb wird auch das Angebot ausgebaut. Rückgrat des neuen Nachtnetzes sind der Nacht-Regioexpress Luzern-Zürich und die neue Nacht S-Bahn SN1 Luzern-Sursee. Weiter sollen die Nachtbuslinien, statt alle 75 Minuten, alle 30 oder 60 Minuten von den Bahnhöfen Luzern und Sursee abfahren.

Zusätzliche Änderungen gibt es bei der Finanzierung. Diese soll durch den VVL, die Nachbarkantone und den Bund gewährleistet werden. Dies bedeutet, dass die bisherigen Defizitbeiträge der Gemeinden für das Nachtangebot in Zukunft durch die Mitfinanzierung der Gemeinden über den allgemeinen Kostenverteilschlüssel abgelöst werden. Je nach Nachfrage wird unterdessen eine zusätzliche Abgeltung für den VVL zwischen 0,5 und 0,9 Millionen Franken prognostiziert. Die Finanzierung soll dabei innerhalb des vorgesehenen ÖV-Budgets liegen.

Die Änderungen werden nun den Gemeinden, Kantonen und Interessierten zur Stellungnahme bis zum 11. Dezember unterbreitet. Erstmals geschieht dies über die Online-Plattform «E-Mitwirkung». Nach erfolgter Vernehmlassung wird das Konzept optimiert und im Juni 2021 für den Fahrplan 2022 öffentlich aufgelegt.

Neben den beiden Nachtzügen fahren wie bisher Busse ab Luzern nach Emmetten via Stans, nach Lungern via Sarnen, ins Entlebuch, nach Gisikon via Ebikon, ins Seetal bis Aesch, nach Menziken via Beromünster, ins Rottal bis Grosswangen, nach Neuenkirch via Rothenburg sowie ab dem Bahnhof Sursee bis Willisau, Reiden, Menziken und Triengen/Winikon.

Hinweis: Weitere Infos zum Nachtnetz auf www.vvl.ch/nachtnetz