Neues Spital in Schenkon ist wegen Grundwasser schwierig zu bauen

Bei einer neuen Klinik in Schenkon wäre maximal ein Untergeschoss möglich. Spricht das eher für einen Neubau am heutigen Standort an der Spitalstrasse in Sursee?

Lukas Nussbaumer
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Am bisherigen Spitalstandort in Sursee seien «aus Sicht der Grundwasserschutzes keine Einschränkungen zu erwarten». Das schreibt der Luzerner Regierungsrat in seiner Antwort auf einen Vorstoss von SP-Kantonsrätin Isabella Schwegler-Thürig aus Reiden.

Im Bild die Aussenansicht des bestehenden Spitals in Sursee.

Im Bild die Aussenansicht des bestehenden Spitals in Sursee.

Bild: Pius Amrein, 4. Juni 2018

Anders sieht die Lage auf der Schwyzermatte in Schenkon aus, dem zweiten möglichen Standort für ein neues Spital im Raum Sursee (siehe untenstehende Grafik): Das Gebiet befindet sich in einem Gewässerschutzbereich. Gebaut werden kann dort nur mit einer Pfahlfundation, wie Erfahrungen bei kürzlich erstellten Gebäuden zeigen. Und: «Der Einbau von mehr als einem Untergeschoss ist aus Sicht des Gewässerschutzrechts beinahe ausgeschlossen», hält die Regierung in ihrer Antwort auf die Anfrage von Schwegler-Thürig weiter fest. Dennoch sei ein Spitalneubau auf der Schwyzermatte «aufgrund der raumplanerischen und umweltrechtlichen Grobüberprüfung machbar». Diese Beurteilungen basieren auf einer Stellungnahme der Dienststelle Raum und Wirtschaft vom November 2018.

Grundwasserschutz «nur einer von vielen Aspekten»

Die baulichen Voraussetzungen scheinen also gegen die Schwyzermatt in Schenkon und für den bisherigen Standort in Sursee zu sprechen. Der für Spitalangelegenheiten zuständige Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf sagt auf Anfrage: «Die Grundwasserfassung im Gebiet Schwyzermatt schränkt die Möglichkeiten des Bauens tatsächlich ein.» Der Grundwasserschutz sei jedoch «nur einer von vielen Aspekten und Faktoren», welche in die Gesamtbeurteilung einfliessen würden.

Bevor sich die Regierung für einen Standort entscheide, will sie laut Graf die Referendumsfrist für das neue Spitalgesetz abwarten, das der Kantonsrat Ende Januar in zweiter Beratung verabschiedet hat. Diese Frist läuft am 1. April ab. Graf:

«Anschliessend wird der Standortentscheid gefällt.»

Die Kommunikationsabteilung des Luzerner Kantonsspitals (Luks) betont auf Anfrage, dass Spitalneubauten trotz unterschiedlichen baulichen Anforderungen «an beiden Standorten möglich» seien. Pfahlfundationen wären zudem nicht nur in Schenkon notwendig, sondern «partiell auch am heutigen Standort in Sursee», so Luks-Sprecher Markus von Rotz.

Untergeschosse heute bei allen Spitälern vorhanden

So verschieden die baulichen Voraussetzungen in Sursee und Schenkon sind, so unterschiedlich wird der Untergrund bei den Bauprojekten an den aktuellen drei Standorten des Luks in Luzern, Sursee und Wolhusen genutzt.

  • Luzern: Bei allen Neubauten werden wie aktuell der Fall drei volle Untergeschosse geplant.
  • Raum Sursee: In der bestehenden Klinik an der Spitalstrasse in Sursee werden heute zwei volle Untergeschosse genutzt. Gleich viele sind auch für einen allfälligen Neubau am gleichen Standort eingeplant. Beim Standort Schwyzermatte in Schenkon ist kein Untergeschoss vorgesehen, sondern eine partielle Aufschüttung um rund einen Meter.
  • Wolhusen: Beim geplanten Neubau ist ein volles Untergeschoss vorgesehen. Heute sind es deren drei.

Steht genügend Fläche zur Verfügung, ist es laut Spitalsprecher Markus von Rotz für einen modernen Spitalbetrieb vorteilhaft, auf teure und in der Nutzung eingeschränkte Untergeschosse zu verzichten. Die heute bestehenden Untergeschosse in Luzern, Sursee und Wolhusen werden in erster Linie für Parkplätze sowie für die Technik und Logistik gebraucht.