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Neues Tanzkonzept: Training für die Mutter – Entspannung fürs Baby

«Mawiba» ist ein neues Tanzkonzept, bei dem die Mutter mit ihrem Kind auf dem Rücken tanzt. Die Horwerin Barbara Gilli (30) ist eine der ersten Schweizerinnen, die Kurse anbietet.
Larissa Haas
(Bild: Nadia Schärli, 3. April 2019)(Bild: Nadia Schärli, 3. April 2019)
(Bild: Nadia Schärli, 3. April 2019) (Bild: Nadia Schärli, 3. April 2019)
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Wenn Mama mit ihrem Baby tanzt: Entspannung und Training zugleich

«Es ist nicht so, dass ich explizit danach gesucht hätte», antwortet Barbara Gilli auf die Frage, was sie zu dem unkonventionellen Tanzkonzept geführt hat, das sie seit vergangenem November in Horw unterrichtet. Im Internet habe sie gelesen, dass eine österreichische Mutter zusammen mit Ärzten, Physiotherapeuten, Hebammen und Choreografen ein wissenschaftlich fundiertes Tanzkonzept entwickelt hat. Dabei führen Mütter tänzerische Bewegungsabläufe durch, während sie ihr Baby in einer Tragehilfe an ihrer Brust oder am Rücken tragen. Das Ganze nennt sich «Mawiba» – «Mama with Baby».

Als Tanzbegeisterte fand Gilli die Verknüpfung von Mutter-Kind-Beziehung und Tanz spannend und liess sich im Herbst 2018 im Tirol als eine der ersten Schweizerinnen zur «Mawiba»-Kursleiterin ausbilden.

«Ideale Ergänzung zum Rückbildungsturnen»

Es wäre falsch, «Mawiba» als einen ausgereiften Tanzstil zu beschreiben. Treffender ist die Bezeichnung eines Tanzkonzepts, das verschiedene Stilrichtungen verbindet: Salsa, Cha Cha Cha, Funk, Mambo, Line-Dance. Die einzelnen Choreografien orientieren sich jeweils an einem Tanzstil, sind aber zugleich auf die speziellen Bedürfnisse von Schwangeren und frisch gewordenen Müttern abgestimmt. «Die Bewegungsabläufe integrieren sanfte Beckenbodentrainingselemente, sind also eine ideale Ergänzung zum Rückbildungsturnen», so Gilli. Zudem werde gänzlich auf «harte Schläge» wie Hüpfen und Springen verzichtet. Viel mehr dominieren fliessende Bewegungen, bei denen sich das Baby wohlfühle.

Gilli betont, dass die einstündige Tanzlektion sportlich etwas von den Müttern abverlangt: «Ich sage meinen Teilnehmerinnen immer: Nehmt für die Babys ein Ersatz-Body mit, ihr werdet schwitzen.» Dies macht «Mawiba» allerdings nicht zu einer schweisstreibenden Mutter-Baby-Fitness-Einheit. Auch der Gedanke an eine chaotische, von Babygeschrei gestörte Tanzstunde greift zu kurz. Gilli: «Tendenziell schlafen alle Babys bis zum Ende der Stunde ein.» Die sanften Bewegungen der Mutter hätten eine beruhigende Wirkung auf das Kind. Sie habe noch nie erlebt, dass ein Kind in der Lektion «völlig unzufrieden» sei. Und selbst wenn dies der Fall wäre, hätte sie Verständnis: «Kinder stören hier nicht!» Inzwischen unterrichtet die 30-jährige Horwerin wöchentlich rund sieben Mütter mit ihren drei bis elf Monate alten Babys. Gilli selbst ist ebenfalls Mutter von zwei Söhnen, tanzt im Unterricht jedoch mit einer 3-Kilo-Puppe an der Brust.

Erfahrungsaustausch und Abwechslung

Ihr sei es wichtig, dass bei ihren «Mawiba»-Stunden «Spass und Freude an der Bewegung» im Vordergrund stehen, sagt Barbara Gilli. Zugleich möchte sie den Teilnehmerinnen aber auch ein Forum für gegenseitigen Austausch bieten: «Nach dem Kurs erzählen wir von unserem Alltag, wir vernetzen uns und geben einander Tipps.» Dadurch entstehe eine unkomplizierte und ungezwungene Atmosphäre.

Genau dies schätzt etwa auch Kursteilnehmerin Andrea Rölli Napoleone aus Luzern. Ohne jegliche tänzerischen Vorkenntnisse sei sie Anfang Jahr mit ihrem damals vier Monate alten Sohn in eine «Mawiba»-Stunde gekommen. Seither hat die zweifache Mutter fast keine Lektion verpasst: «Hier bekomme ich einen abwechslungsreichen Unterbruch von meiner alltäglichen Routine», sagt Andrea Rölli. Barbara Gilli bestätigt, dass dies ihr Ziel sei: «Ich sehe meine Aufgabe darin, den Müttern etwas zu bieten, das ihnen in ihrem stressigen Alltag gut tut.»

Für die kommenden Wochen und Monate möchte Gilli ihr Teilnehmerfeld ausweiten und etwa noch mehr Schwangere auf die «Mawiba»-Kurse aufmerksam machen – und ebenso Väter: «Natürlich sind auch Papis herzlich willkommen.» Ihr sei allerdings bewusst, dass für viele Männer die Hemmschwelle noch zu gross sei, um in einer reinen Frauengruppe zu tanzen. Deswegen möchte sie ihr Kursangebot künftig an die individuellen Bedürfnisse der Männer anpassen: «Ich freue mich jetzt schon auf die erste reine Papi-‹Mawiba›-Stunde.»

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