Kommentar
Alternativer Theater-Standort am See in Luzern ist diskussionswürdig, aber chancenlos

Der Vorschlag, den Neubau des Luzerner Theaters auf der anderen Seeseite zwischen dem Musikpavillon und dem Hotel National zu realisieren, wird sich kaum durchsetzen. Dennoch ist er ein interessanter Beitrag zur Diskussion um die Luzerner Theaterzukunft.

Hugo Bischof
Hugo Bischof
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Architekt Bruno Achermann stellt die Pläne vor.

Architekt Bruno Achermann stellt die Pläne vor.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 15. April 2021)

Ein renommiertes Urner Architekturbüro schlägt vor, den Neubau des Luzerner Theaters auf der anderen Seeseite zu realisieren. Ihr favorisierter Standort: Der Kurplatz zwischen Schweizerhofquai und Hotel National, wo an warmen Tagen Tausende Passanten vorbeiflanieren und Pétanque-Spieler ihre Kugeln auswerfen und wo in coronafreien Jahren beim Musikpavillon das Publikum dichtgedrängt den Blue-Balls-Outdoor-Konzerten lauscht.

Die Idee wirkt auf Anhieb befremdlich. Dazu kommt, dass die Hürden für eine Überbauung riesig wären. Ganz abgesehen von der öffentlichen Überzeugungsarbeit wäre eine Umzonung mit all ihren Unwägbarkeiten notwendig. Zudem würde die Denkmalpflege ein gewichtiges Wort mitreden.

So stellen sich die Architekten das «Luzern Triangulum» vor: unten links das heutige Theatergebäude, rechts in der Mitte das KKL und links auf der anderen Seite das Theater an einem alternativen Standort.

So stellen sich die Architekten das «Luzern Triangulum» vor: unten links das heutige Theatergebäude, rechts in der Mitte das KKL und links auf der anderen Seite das Theater an einem alternativen Standort.

Allerdings: Ein Theater-Neubau am heutigen Theaterplatz, wie ihn sich der Stadtrat und die Projektierungsgesellschaft wünschen, sieht sich ebenfalls mit Widerstand konfrontiert. Hier haben Denkmalpfleger und Heimatschützer bereits Opposition angekündigt. Und die offene Frage, wie architektonisch mit der Nähe zur Jesuitenkirche umgegangen wird, ist noch nicht geklärt.

Dass die alternative Standort-Idee sich durchsetzt, ist unwahrscheinlich – auch weil sich dadurch der Planungsprozess weiter verzögern würde und der Architekturwettbewerb völlig neu aufgegleist werden müsste. Dennoch: Diskutiert werden darf weiterhin. Dass neue Ideen ins Spiel gebracht werden, spricht für eine lebendige Demokratie.