NEUSTADT: Auf Traditionsmetzg folgt ein Küchenbauer

Geplant war ein Quartierladen, nun zieht an der Stadthausstrasse 2 in der Stadt Luzern der Küchenbauer Orea ein. Dieser will die ursprüngliche Idee jedoch weiterverfolgen.

Christian Glaus
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David Spielhofer, CEO der Orea AG, mitten in der Baustelle an der Stadthausstrasse 2, wo seine Firma im Dezember einen Showroom eröffnet. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 3. August 2017))

David Spielhofer, CEO der Orea AG, mitten in der Baustelle an der Stadthausstrasse 2, wo seine Firma im Dezember einen Showroom eröffnet. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 3. August 2017))

Der Branchenmix in der Luzerner Neustadt ist im Wandel. Nachdem bereits alteingesessene Läden wie etwa die Metzgerei Kauffmann oder Grüter-Suter, der Händler für Küchen- und Haushaltgeräte, geschlossen haben, stehen aktuell einige Lokale leer (Ausgabe vom 31. Juli). Dementsprechend sind die Mieten unter Druck geraten.

Immerhin ist nun klar, wer in die Räume der ehemaligen Metzgerei Kauffmann an der Stadthausstrasse 2 einzieht: Es handelt sich um die Orea AG aus Root, wie deren CEO David Spielhofer bestätigt. Die Filiale wird im Dezember eröffnet. Orea erstellt Küchen und Raumkonzepte im mittleren bis oberen Preissegment. Sie besitzt bereits zwei Showrooms: einen in Zürich und einen in Rothrist. Letzterer soll nach Luzern gezügelt werden.

Idee eines Quartierladens «hat sich verflüchtigt»

Der Standort wird gemeinsam mit der Firma Franke betrieben, einem Anbieter von Küchenprodukten, der weltweit agiert. «Geplant ist ein Studio für Küchen und Raumkonzepte auf einer Fläche von 180 Quadratmetern im Erdgeschoss», sagt Spielhofer. Im Untergeschoss sollen auf 150 Quadratmetern Koch-Events und -Kurse angeboten werden. Denkbar sei auch, dass man die Küche für Events mieten kann.

Ursprünglich plante die Ei­gentümerin der Liegenschaft, an der Stadthausstrasse 2 einen Quartierladen einzurichten (Ausgabe vom 4. Januar). «Diese Idee hat sich wieder verflüchtigt», sagt dazu Spielhofer. Er kann sich aber vorstellen, in einem zweiten Schritt «den Gedanken eines Markts mit regionalen Produkten aufzunehmen». Auch will Spielhofer die Zusammenarbeit mit benachbarten Läden suchen, um das Quartier zu beleben.

Der Standort in Luzern sei ideal, ist Spielhofer überzeugt: «Produkte im Premiumsegment gehören in die Stadt und nicht in ein Einkaufszentrum. Der Besuch in unseren Räumlichkeiten soll zum Erlebnis werden, das ist in der Stadt einfacher umzusetzen.» Wichtig für den Standortentscheid sei neben der guten Passantenlage (zirka 34 000 Personen pro Tag) die Architektur des Gebäudes gewesen. Das Haus sei historisch und nach der laufenden Renovation wieder in einem hervorragenden Zustand. «Da es sich um ein Eckhaus handelt, erreicht man eine sehr hohe Visibilität.»

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch