Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NEUSTART: Kulturzentrum Südpol soll bekannter werden

Das Programm im Südpol ist top, nur wissen das nicht alle. So argumentiert der neue künstlerische Leiter – und ruft zu mehr Mut auf.
Dave Schläpfer
Will neue Türen öffnen: der künstlerische Leiter Patrick Müller (33) in den Räumlichkeiten des Südpols.

Will neue Türen öffnen: der künstlerische Leiter Patrick Müller (33) in den Räumlichkeiten des Südpols.

Patrick Müller: So heisst der neue künstlerische Leiter im Südpol in Kriens. Der 33-jährige Luzerner ist bereits der dritte seit der Eröffnung des Kulturhauses im Herbst 2008 – und erste Einheimische –, der dieses Amt innehat.

Patrick Müller, warum sind Sie der Richtige für diesen Job?

Patrick Müller: Als Luzerner bin ich mit der hiesigen Szene natürlich bestens vertraut. Ich habe einen engen Bezug zur Stadt und produziere hier auch seit langer Zeit selber Kultur. Zudem bringe ich in sämtlichen drei Sparten, die am Südpol gepflegt werden – Musik, Tanz und Theater –, intensive Erfahrungen mit.

Beim Südpol übernehmen Sie die Nachfolge von Max Philip Aschenbrenner, der nach Wien berufen wurde. Was für ein Erbe treten Sie an?

Müller:Max Aschenbrenner hat in relativ kurzer Zeit Grossartiges geleistet und Künstler von internationalem Renommee nach Luzern geholt – Chapeau! An dieses hohe Niveau möchte ich anknüpfen.

Wie kam es, dass Sie nach dem Open Air B-Sides und dem Tanznetzwerk Reso beim Südpol gelandet sind?

Müller: Ich verfolge die Entwicklung des Kulturhauses seit der Eröffnung und kenne das Team und das Programm. Im Südpol steckt ein wahnsinniges Potenzial, das wir gerne noch besser zur Entfaltung bringen möchten.

Wie meinen Sie das?

Müller: Anlässe von hohem künstlerischem Wert anzubieten, ist das eine. Aber man muss sie auch genügend nach aussen tragen und bekannt machen. Hier orte ich Verbesserungspotenzial. Es gibt viele kulturinteressierte Luzerner, die noch nie im Südpol waren – diese Berührungsängste wollen wir abbauen.

Aus solchen Kreisen ist oft zu hören, dass das Südpol-Programm zu kopflastig, zu elitär daherkomme ...

Müller: Natürlich stimmt es: Fordernde, innovative zeitgenössische Kunst zur Aufführung zu bringen, ist unser Auftrag. Doch davor muss niemand Angst haben – wir heissen jedermann herzlich willkommen. Die einzigen Voraussetzungen, die es braucht, sind Neugier und etwas Mut. Das wird garantiert belohnt.

Inwiefern?

Müller: Die Kultur, die im Südpol erlebt werden kann, berührt, elektrisiert, verändert Leben – unübertrieben. Man muss sich nur darauf einlassen. Für dieses Experiment wollen wir möglichst viele Leute begeistern. Im Bereich Musik verfügen wir bereits über ein Stammpublikum. Ziel muss es sein, ein solches auch für Tanz und Theater zu schaffen.

Wie kann das gelingen?

Müller:Ich will die drei Sparten näher zusammenbringen. Ich denke da etwa an die Lancierung von Festivals, bei denen an einem Wochenende mit einem einzigen Eintritt Konzerte, Theater und Tanzanlässe besucht werden können.

Steht auch zur Debatte, auf bekanntere Zugpferde zu setzen, um ein breiteres Publikum abzuholen?

Müller:Das möchte ich punktuell keineswegs ausschliessen. So oder so muss aber die Qualität stimmen, sonst machen wir uns unglaubwürdig.

Dann scheidet Kommerz also aus. Oft wird Kultur ja aber gerade einzig am finanziellen Erfolg gemessen ...

Müller: Diese quantitative Sichtweise greift zu kurz. Letztlich viel aussagekräftiger ist eine Mischrechnung aus der Anzahl Besucher und dem Erlebnis, das diese mit nach Hause nehmen.

Ist das nicht gar idealistisch gedacht?

Müller: Logisch muss der Südpol übers Ganze hinaus finanziell funktionieren. Aber bei einzelnen Anlässen kann es durchaus genügen, wenn weniger Personen kommen. Etwa bei einer Performance, wo die Atmosphäre so dicht ist, dass sich kaum jemand zu atmen getraut.

Auch vor dem Hintergrund des Subventionsbetrags der Stadt Luzern von jährlich 600'000 Franken?

Müller: Ich glaube, diese Diskussion vertiefen zu wollen, ist nicht zielführend. Denn der Fluss der Gelder der öffentlichen Hand ist ja explizit mit dem Auftrag verknüpft, dass der Südpol als Produktions- und Aufführungsort für Musik, freies Theater und Tanz zu führen sei.

Zum Schluss: Auf welches Highlight im Südpol darf man sich in den nächsten Monaten besonders freuen?

Müller: Hier ist sicher die Aufführung des Theaterstücks «We love Africa (and Africa loves us)» im April zu nennen. Kesseltreiben pur, pralles Leben, das da auf den Zuschauer niederprasselt. So etwas hat der normale Zentralschweizer Kulturkonsument garantiert noch nie erlebt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.