Neuwahlen
Die Reformierte Kirchgemeinde Wolhusen verfügt wieder über einen Kirchenvorstand

Nach mehr als einem Jahr unter der Leitung eines besonderen Verwalters kehrt in der Reformierten Kirche Wolhusen Normalität ein.

Susanne Balli
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Der Kirchenvorstand der Reformierten Kirchgemeinde Wolhusen ist wieder komplett. An der Kirchgemeindeversammlung vom Donnerstag haben 33 anwesende Stimmberechtigte Peter Bigler zum Präsidenten gewählt. Bigler ist Unternehmer und ehemaliger Gemeindepräsident von Wolhusen. Zudem wurden Iris Fehlmann (Geiss), Lukas Schär (Wolhusen), Stefan Schmidiger (Wolhusen), Ariane Wandeler (Ruswil) sowie Roger Würsch (Ruswil) in den Kirchenvorstand gewählt. Der Amtsantritt erfolgt am 1. August für die Legislatur 2021 bis 2025. «Das Fundament für den Neuanfang ist mit dem beschlussfähigen Kirchenvorstand gelegt», heisst es in einer Mitteilung.

Der neu gewählte Kirchenvorstand nach seiner Wahl im Rössli Wolhusen (von links): Roger Würsch, Iris Fehlmann, Peter Bigler (Präsident), Ariane Wandeler, Stefan Schmidiger und Lukas Schär.

Der neu gewählte Kirchenvorstand nach seiner Wahl im Rössli Wolhusen (von links): Roger Würsch, Iris Fehlmann, Peter Bigler (Präsident), Ariane Wandeler, Stefan Schmidiger und Lukas Schär.

Bild: PD (10. Juni 2021)

Zur Erinnerung: Vor über einem Jahr, per Ende April 2020, war es im Kirchenvorstand zum Eklat gekommen. Sechs von acht Mitglieder waren zurückgetreten. Daraufhin hatte der Synodalrat der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Luzern der Kirchgemeinde Wolhusen vorübergehend die Selbstverwaltung entzogen. Synodalratspräsidentin Lilian Bachmann sagte damals gegenüber unserer Zeitung, es sei «absolut selten», dass die Mehrheit eines Kirchenvorstandes zurücktrete und vorübergehend eine besondere Verwaltung eingesetzt werden müsse.

Rechtsanwalt hielt den Betrieb aufrecht

In der Folge wurde der Luzerner Rechtsanwalt Peter Möri per 1. Mai 2020 als besonderer Verwalter eingesetzt, um die umfassende Aufgabenerfüllung des Kirchenvorstands Wolhusen wahrzunehmen. Möri war während rund dreier Jahrzehnte Synodalsekretär der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Luzern. Er amtete seit nunmehr als einem Jahr als Besonderer Verwalter der Reformierten Kirchgemeinde Wolhusen.

Die Gründe für den Rücktritt wurden nicht klar formuliert. Lilian Bachmann sprach von «unterschiedlichen Auffassungen und Ansichten im Zusammenwirken». Später wurde bekanntgegeben, dass es zu «Spannungen zwischen Kirchenvorstand und Pfarrer» gekommen sei. Der Pfarrer, der seit September 2017 in Wolhusen tätig war, war mehrere Monate krankgeschrieben und verliess die Kirchgemeinde Wolhusen per Ende Mai 2021.

Stelle der Pfarrperson ist ausgeschrieben

Rechtsanwalt Peter Möri sagt auf Anfrage: «Ich bin sehr zuversichtlich, dass das nun gut kommt.» Seine Hauptaufgaben als Besonderer Verwalter seien es vor allem gewesen, den Kirchenvorstand neu zu besetzen sowie den Betrieb der Kirchgemeinde aufrechtzuerhalten. Es habe seine Zeit und proaktive sowie professionelle Kommunikation gebraucht, Leute zu finden für den Kirchenvorstand. «Die neuen Vorstandsmitglieder haben sich aber alle von sich aus freiwillig bei mir gemeldet», fügt Möri an. Sie seien dementsprechend motiviert. Abschliessend sagt er: «Ich wünsche der Kirchgemeinde Wolhusen von Herzen einen guten Neustart. Weiter danke ich allen, welche sich während der herausfordernden Zeit für die Gemeinschaft engagiert haben.»

Die Stelle Pfarrperson beziehungsweise Pfarrehepaar ist derzeit per Anfang Januar 2022 bei einem 80- bis 100-Prozent-Pensum ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis am 31. Juli 2021.

Ebenfalls gewählt wurden am Donnerstag die Mitglieder der Rechnungskommission und das Urnenbüro für die neue Amtsperiode 2021 bis 2025. Die Rechnungskommission als Prüforgan bilden Barbara Egli-Kunz, Anita Furrer-Arvidsson und Hanspeter Streit. Das Präsidium übernimmt Hanspeter Streit. Aus der Rechnungskommission verabschiedet und verdankt wurden Ruedi Krähenbühl und Thomas Müller. Das Urnenbüro besteht aus einem Präsidenten, neu gewählt Stefan Schmidiger, und den vier Mitgliedern Ursula Hofstetter, Werner Schneider, Urs Vontobel und Rebekka Renggli (Stimmregisterführerin von Amtes wegen). Zudem wurde die Jahresrechnung 2020 genehmigt. Diese schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 136'000 Franken. Dies bei einem Aufwand von 306'000 Franken. Budgetiert war ein Defizit von rund 20'000 Franken. Der sehr erfreuliche Rechnungsabschluss sei vor allem auf wesentlich höhere Steuereingänge als budgetiert zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Reformierte Kirchgemeinde Wolhusen zählt rund 1200 Mitglieder.