Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Problemgemeinde Reiden hat jetzt eine Strategie: Neuzuzüger sollen die Finanzen retten

Hohe Schulden, hohe Investitionen: Die finanzielle Zukunft von Reiden ist düster. Dem wollen Gemeinderat und Bürger nicht mit einer Steuererhöhung begegnen, sondern mit einer neuen Ortsplanung.
Alexander von Däniken
Die Ortsplanungsrevision in Reiden soll mehr potente Steuerzahler in die Gemeinde locken. (Bild: Jakob Ineichen (26. September 2018))

Die Ortsplanungsrevision in Reiden soll mehr potente Steuerzahler in die Gemeinde locken. (Bild: Jakob Ineichen (26. September 2018))

Anderswo präsentiert der Gemeinderat die Gemeindestrategie und das Legislaturprogramm an einer ordentlichen Budgetversammlung. Nicht so in Reiden. Ganz bewusst hat sich die Exekutive für eine ausserordentliche Gemeindeversammlung entschieden, um die Bürger ausschliesslich über die Strategie und Ziele bis 2027 sowie über das Legislaturprogramm bis 2022 zu informieren.

Denn die Probleme sind gross: Für dieses Jahr ist ein Defizit von rund 300'000 Franken budgetiert, der Schuldenberg ist auf aktuell rund 40 Millionen Franken gewachsen und die Gemeinde will respektive muss investieren: Nach den im Juni vom Volk bewilligten 7,82 Millionen Franken für ein neues Schulhaus stehen weitere Projekte wie ein Feuerwehrmagazin oder ein Busterminal an. «Es ist darum wichtig, dass Gemeinderat und Bürger sich gemeinsam auf eine Strategie einigen, um die Herausforderungen anzugehen», führte Gemeindepräsident Hans Kunz (CVP) am Dienstagabend vor 55 Stimmberechtigten aus.

Rückmeldungen zur ersten Version «vernichtend»

Die Gemeindestrategie dient als Basis für das Legislaturprogramm. Aus diesem wiederum werden konkrete Massnahmen für Budget und Aufgaben- und Finanzplan abgeleitet. Der Gemeinderat hat Strategie und Programm in einer ersten Version den Parteien und der Controllingkommission vorgelegt. «Die Rückmeldungen waren vernichtend», sagte Kunz. Vor allem die Kernaussagen hätten gefehlt, was nun in einer zweiten Version nachgeholt wurde.

Eine dieser Kernaussagen ist: «Der Steuerfuss von 2,3 Einheiten soll beibehalten werden. Die tiefe relative Steuerkraft wird angehoben.» Finanzvorsteher Bruno Aecherli (IG Reiden) erklärte dazu: «Reiden mangelt es an nichts, ausser an Geld.» Um an dieses zu kommen, sollen vermehrt finanziell potente Steuerzahler nach Reiden gelockt werden. Dabei helfen soll eine Ortsplanungsrevision.

«Wir träumen natürlich auch weiterhin von einem internationalen Unternehmen, das sich in Reiden niederlässt», ergänzte Hans Kunz. Auch hier soll es ein Neuzuzüger mit viel Wertschöpfung sein. Aufgrund dieser Strategie ist verständlich, dass der Gemeinderat den Steuerfuss nicht anheben will. Weitere Einnahmequellen sollen über eine Parkplatzbewirtschaftung und höhere Gebühren erschlossen werden.

Auftritt, Mediation, Badi-Neupläne

Wie die konkreten Massnahmen aussehen werden, zeigen die kommenden Budgetversammlungen; die nächste ist am 5. Dezember. Die 55 Stimmberechtigten jedenfalls votierten einstimmig für eine zustimmende Kenntnisnahme der Gemeindestrategie und des Legislaturprogramms. Das passte zur ruhigen Stimmung im Saal des Hotels Sonne – heisst aber nicht, dass sich der Reider Gemeinderat zurücklehnen kann.

Die angekündigte Mediation zur Verbesserung des Klimas im Gremium war für diesen Sommer angesetzt, soll nun aber im Herbst stattfinden. Schon am kommenden Wochenende nimmt der Gemeinderat an der Reider Gewerbeausstellung teil. Und dann ist noch die Frage, wie es mit der Badi Reiden weitergeht. Wie Hans Kunz gegenüber unserer Zeitung sagte, wird der Gemeinderat demnächst über ein abgespecktes Projekt beraten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.