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Nextbike: Grosser Ansturm auf kostenlose Mietvelos

Seit die Velos an den Zentralschweizer «Nextbike»-Stationen in bestimmten Städten und Gemeinden kostenlos sind, hat sich die Zahl der Ausleihen verzehnfacht. Die Gratis-Angebote werden vielerorts verlängert. Doch nicht alle teilen die Begeisterung.
Simon Mathis
Luzerner, Nid- und Obwaldner nutzen die Velo-Ausleihe «Nextbike» zehnmal so häufig wie noch vor zwei Jahren. (Bild: PD)

Luzerner, Nid- und Obwaldner nutzen die Velo-Ausleihe «Nextbike» zehnmal so häufig wie noch vor zwei Jahren. (Bild: PD)

2 Franken pro Stunde oder 20 Franken pro Tag – so viel kostet es, ein Velo bei einer Nextbike-Station zu mieten. Es sei denn, man ist Einwohner der Städte Luzern oder Sursee, von Meggen, Horw, Küssnacht, Sarnen oder diversen Nidwaldner Gemeinden; dann nämlich ist die Miete der Velos vier Stunden lang kostenlos, einzig die einmalige Anmeldegebühr von 1 Franken ist zu bezahlen.

In den erwähnten Gemeinden ist die Ausleihe noch bis März 2020 gratis. Mittlerweile bahnt sich eine Verlängerung dieser Frist an. In Horw etwa fordert die CVP den Gemeinderat dazu auf, den Dienst weiterhin kostenlos zur Verfügung zu stellen. «Der mittlerweile regional etablierte Verleihdienst von Nextbike soll auch auf dem Gemeindegebiet von Horw uneingeschränkt weitergeführt werden können», schreibt Roger Eichmann (CVP). Dadurch könne zudem das Engagement der Caritas Luzern unterstützt werden; das soziale Hilfswerk betreut Nextbike.

Das Gratis-Angebot unter der Dachmarke «Take a Bike» gibt es seit 2017. Im Vorjahr dieser Einführung verzeichnete Nextbike 15'000 Ausleihen. Seither hat sich diese Zahl verzehnfacht: Im vergangenen Jahr waren es in allen teilnehmenden Gemeinden rund 151'800. «Die bisherigen Zahlen lassen dieses Jahr eine weitere Steigerung erwarten», sagt Martin Urwyler, Projektleiter Mobilität bei der Stadt Luzern. Allein 122'000 dieser Ausleihen erfolgten in der Stadt.

Nextbike-Ausleihen in Luzern, Obwalden, Nidwalden und Schwyz

in Tausend
201620172018Jahr050100150

Engere Anbindung an den ÖV geplant

Der Stadtrat Luzern hat die Absicht, das Angebot von Nextbike bis ins Jahr 2023 zu fördern. Dies geht aus dem Aktionsplan Veloverkehr hervor, den der Grosse Stadtrat im vergangenen Februar versenkt hatte. Nach der Zurückweisung nahm sich der Stadtrat vor, die einzelnen Massnahmen im Aktionsplan in eigener Kompetenz zu beschliessen. Sprich: Die Beiträge für Nextbike werden alljährlich budgetiert. 60'000 Franken soll das Angebot pro Jahr kosten.

Geplant ist zudem, das «Bike-Sharing» touristisch auszubauen. So soll es etwa möglich sein, dass Touristen mit der Zentralbahn nach Engelberg fahren und danach mit dem gemieteten Velo zurückpedalen. Gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Luzern will die Stadt ausserdem das ÖV-Netz enger mit den Nextbike-Stationen verweben.

Wie Luzern mischt auch Sursee von Anfang an beim Projekt «Take a Bike» mit. Die Stadt wolle das Gratis-Angebot für die Bevölkerung weiterführen, sagt Thomas Bachmann, stellvertretender Bereichsleiter Bau und Unterhalt.

Zwischen Skepsis und Freude

Die Gemeinde Meggen ist erst seit Anfang Mai versuchsweise bei «Take a Bike» dabei. «Vor der Einführung gab es im Gemeinderat durchaus Diskussionen über Kosten und Nutzen», sagt Gemeinderat Josef Scherer (FDP). Skepsis herrschte unter anderem, weil man in Meggen auch E-Bikes fördere und das Bedürfnis für Nextbike als gering einschätzte. «Das Echo nach den ersten zwei Monaten ist allerdings erfreulich», sagt Scherer. Man werde das Angebot sicher wieder ins Budget nehmen.

In Emmen finden sich ebenfalls Nextbike-Stationen. Dort zahlen die Einwohner allerdings den Normalpreis. In absehbarer Zeit wird sich daran auch nichts ändern.

Ähnlich wie in Emmen sind auch in Kriens die finanziellen Mittel beschränkt – und die Velomiete kostenpflichtig. Zurzeit führt der Krienser Stadtrat allerdings Verhandlungen mit Nextbike; was dabei herauskommt, ist offen. «Ich finde das Mietvelo-System grundsätzlich gut», hält Stadtpräsident Cyrill Wiget (Grüne) fest. Auch sei dem Stadtrat klar, dass er bei solchen Projekte Anschubhilfe leisten müsse. Allerdings:

«Ein System, das etwas taugt, darf aber auch den Nutzer etwas kosten. Gratis-Mobilität schafft Fehlanreize.»

Denn wenn das Angebot eines Tages nicht mehr von den Gemeinden finanziert werde, müsse es wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen können.

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