Kolumne

Landauf, landab... nicht immer dabei sein

Eine Einladung zu einem Brunch, nimmt man gerne an. Vorausgesetzt, man ist eingeladen. Wobei dies manchmal gar nicht so eindeutig ist.

Roger Rüegger, Reporter
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Roger Rüegger

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Beim Sonntagsbrunch vor zwei Wochen bei F’s. erwähnte Kollegin M., dass sie und ihr Ehemann W. am Sonntag darauf wieder zum Brunch eingeladen seien. Gastgeber sei Kollege A. «Ihr doch sicher auch?», sagte M. zu mir und fügte an, dass ihre Tochter S. und deren Freund N. auch anwesend sein würden.

Ich schaute sie an – und hatte keine Ahnung, wovon sie redete. «Etwa nicht?», wandte sich M. nun sichtlich peinlich berührt an mein Mädchen B. Sie glaubte, ins Fettnäpfchen getreten zu sein, weil sie eingeladen sind, wir aber scheinbar nicht. «Davon weiss ich nichts», sagte B. Ich ergänzte: «Man kann schliesslich nicht immer dabei sein.»

«Hey Joggeli, besch parat för am Suntig?»

Ein Anruf am Dienstag belehrte mich eines Besseren. «Hey Joggeli, besch parat för am Suntig», schrie Kollege A. aus dem Wiggertal in seiner unvergleichlichen Art ins Telefon. «Hesch vergässe? Brunch, mer händ jo no gschrebe!» Nun erinnerte ich mich an seine, ebenfalls typische, Whatsapp-Einladung in einem Gruppenchat.

Hier ein Auszug:

A: Hei, wie sieht’s aus: Brunch Suntig 11.11.2020 um 11.11 Uhr be mir?
R: Wenn mer im Land send, klar.
N: Huhu. Der 11.11. ist bei mir ein Mittwoch. Hast du Oktober gemeint?
A: Ou...hehe. Natürlich 11.Oktober, Samstag.
N: Also der 11.10. ist schon ein Sonntag.
A: Esch e Test gsi.
N: Also 10.10. um 10.10? Oder 11.10. um 11.10?
A: Suntig 11.10....11.10 Uhr.

Wie konnte ich bloss eine derart deutlich formulierte Einladung vergessen? Klar waren wir dabei, wie immer!

Am Freitag äussern sich jeweils Gastkolumnisten und Redaktoren unserer Zeitung zu einem frei gewählten Thema.

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