NICHTRAUCHEN: Restaurants verbannen freiwillig den Qualm

Immer mehr Gastronomen verbannen den blauen Dunst aus ihren Lokalen – freiwillig, und zum Teil gegen den Wunsch der Gäste. Jüngstes Beispiel: Die beiden Mövenpick-Restaurants in Luzern.

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Setzen auf Nichtraucher: Dominik Emmenegger (Geschäftsführer Mövenpick Grendelstrasse 19) und Monika Wolf (Geschäftsführerin Pilatusstrasse 14). (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Setzen auf Nichtraucher: Dominik Emmenegger (Geschäftsführer Mövenpick Grendelstrasse 19) und Monika Wolf (Geschäftsführerin Pilatusstrasse 14). (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Die Beizen entdecken eine neue Kundschaft: die Nichtraucher. «Immer mehr Restaurants stellen ihre Betriebe auf rauchfrei um», bestätigt Ursina Scherer. Sie betreut für die Lungenliga jene Luzerner Gastrobetriebe, die auf eine Liste im Internet unter www.rauchfreiessen.ch wollen.

Jüngst hat zum Beispiel das Mr. Pickwick Pub am Rathausquai angekündigt, dass es ab 1. Juli komplett rauchfrei wird. Jetzt, einige Tage nach der Ankündigung des Verbots, hat Geschäftsführerin Jolanda Merx bereits viele Reaktionen erhalten. «Der Grossteil hat sich positiv geäussert. Aber es gibt natürlich auch einige, die sagen, dass sie nie mehr kommen werden», sagt Jolanda Merx. Vor dem Entscheid, freiwillig ein Rauchverbot einzuführen, habe man viel mit Stammgästen geredet, um den Puls zu fühlen. Das Allerwichtigste sei, dass das ganze Pub-Team hinter dem Entscheid stehe, sagt Merx.

Mövenpick hoffte auf Verbot
Ebenfalls auf Anfang Juli wird in den Mövenpick-Restaurants bei der Kantonalbank und beim Grendel ein Rauchverbot eingeführt. Es sind schweizweit die ersten Restaurants aus der Mövenpick-Kette, in denen der blaue Dunst freiwillig verbannt wird. Monika Wolf, Geschäftsführerin bei Mövenpick Kantonalbank, begründet: «Wir hatten immer mehr Nichtraucher als Gäste. Also haben wir schon seit längerem den bedienten Bereich rauchfrei gemacht. Das kam total gut an.» Im Selbstbedienungsbereich, der von der rauchfreien Zone nicht abgetrennt ist, durfte aber weiterhin geraucht werden. «Das war nicht gerade angenehm. Ganz ohne Rauch ist es besser», so Monika Wolf. Sie habe gehofft, das kantonale Verbot komme schon früher.

Der Umsatz werde «sicher nicht abnehmen», obwohl es Gäste geben werde, die nicht mehr kommen, sagt Wolf. Aber: «Das Rauchverbot ist die Zukunft.» Sie illustriert dies an einem Beispiel: «Früher hatten wir im Servicepersonal drei Nichtraucher. Heute ist es umgekehrt, es hat nur noch drei Raucher.»

Martin Messmer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.